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Karlsruhe: Presseportal

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3. November 2021

Zustand der Sandgrube am Grünen Weg soll verbessert werden

Sandgrube in Neureut

Sandgrube in Neureut

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Zaun wird im November für geplante Ziegenbeweidung errichtet

Nach intensiver Planung beginnt die Stadt Karlsruhe ab diesem Winter mit der Pflege des in Neureut liegenden Flächenhaften Naturdenkmals (FND) "Sandgrube Grüner Weg – West". Ziel ist es, eine überwiegend offene Sandrasenvegetation mit einzelnen wertgebenden Gehölzen, wie Kiefern oder Eichen, zu entwickeln.

Sandgebiete stark gefährdet

Sandbiotope werden stark von Neophyten bedroht, die mit extremen Bedingungen wie Hitze und starker Trockenheit gut umgehen können. Neophyten sind Pflanzen, die aus fernen Ländern und anderen Kontinenten eingeschleppt wurden. Häufig sind sie sehr konkurrenzstark und können heimische Arten verdrängen. Dies betrifft neben den heimischen Pflanzenarten auch viele Insekten, die auf bestimmte Pflanzen als Nahrungsquelle oder Lebensraum angewiesen sind.

Zustand der Sandgrube besorgniserregend

Auch die Sandgrube am Grünen Weg ist stark betroffen. Die einst offene Sandvegetation ist mittlerweile zu zwei Dritteln mit neophytischen Gehölzen zugewachsen. Neben großen Mengen Spätblühender Traubenkirsche nehmen nach und nach auch andere Arten, wie die Robinie, der Essigbaum und der Eschenahorn, überhand. Diese Arten breiten sich alle sehr schnell aus und sorgen so binnen weniger Jahre dafür, dass betroffene Gebiete verbuschen und zuwachsen.

Ziegen sollen helfen

In vergleichbaren Sandgebieten hat sich in den vergangenen Jahren eine ganz besondere Art der Landschaftspflege durchgesetzt: Die Ziegenbeweidung. Ziegen fressen vorrangig Laub, junge Triebe und Jungpflanzen. Wenn sie davon jedoch nicht genug finden, ringeln und schädigen sie beispielsweise auch die Stämme von Spätblühenden Traubenkirschen. Diese Gehölze scheinen besonderes gut zu schmecken, aber auch um stachelige Robinien oder Brombeeren machen Ziegen keinen Bogen. Aus Sicherheitsgründen wird für die Ziegenbeweidung im Laufe des Novembers ein Weidezaun errichtet. Hierfür und zur initialen Pflege einzelner Bereiche werden im Laufe des Winters zudem Gehölzentnahmen durchgeführt.

Fußweg kann weiterhin genutzt werden

Der Fußweg durch das FND wird auch weiterhin begehbar sein, sodass Spaziergängerinnen und Spaziergänger die Tiere bestaunen können. Diese werden mehrmals im Jahr für einige Wochen auf der Fläche sein und nach und nach dafür sorgen, dass die Sandgrube wieder in altem Glanz erstrahlen kann.

Neben der "Sandgrube Grüner Weg – West" gehört auch die nördlich gelegene "Toskana" ebenfalls zu den sehr seltenen Sandgebieten. Diese Gebiete sind in Baden-Württemberg nur noch entlang des Rheins zwischen Rastatt und Mannheim zu finden und bieten sehr seltenen und vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Aus diesem Grund ist der Erhalt dieser Biotope von großer Bedeutung.