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Karlsruhe: Presseportal

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1. April 2011

Keine provisorische Dreispurigkeit der Südtangente bis zur Ausfahrt Knielingen

Diskussion im Planungsausschuss/Planungswettbewerbe für Neubau am Tivoliplatz und Schulprojekt in der Nordweststadt

Auf der Südtangente soll an der derzeitigen Spuraufteilung zwischen der Rheinbrücke und der Ausfahrt Knielingen momentan nichts geändert werden. Von einer Testphase mit Ummarkierung der derzeit zwei Fahrspuren in drei Fahrspuren unter Einbeziehung von Verzögerungs- und Beschleunigungsstreifen nahm der Planungsausschuss Abstand. Das Gremium hatte sich am Donnerstag (31. März) in nichtöffentlicher Sitzung unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Obert mit den Rahmenbedingungen und gutachterlichen Erkenntnissen im Zusammenhang mit einer durchgehenden Dreispurigkeit der B 10 bis zur Ausfahrt Knielingen befasst. Der Vorschlag, den "Knielinger Pförtner" provisorisch für ein halbes Jahr zu öffnen, geht auf einen Antrag der SPD-Fraktion im Gemeinderat zurück. Nach Information und Diskussion im Planungsausschuss erklärte die Fraktion ihren Antrag für erledigt.

Als "Pförtner" wird die Stelle vor der Ausfahrt Knielingen bezeichnet, an der die von der Rheinbrücke kommenden drei Fahrstreifen auf zwei zusammengeführt werden. Funktion dieser Verengung ist, in den Hauptverkehrszeiten den auf die Südtangente zulaufenden Verkehr zu dosieren und über die Verzögerungs- und Beschleunigungsstreifen einen verkehrssicheren Ablauf an den späteren Ausfahrten zu gewährleisten. Dabei sind die Auf- und Abfahrten am Ölkreuz an der Südtangente wegen des Schwerlast - und Gefahrgutverkehrs der Raffinerien bewusst sehr lange angelegt - zumal hier eine Steigung zu überwinden ist. Dies ermöglicht dem langsamen Schwerverkehr, auf langer Strecke auf Geschwindigkeit zu kommen, um sich dann gefahrlos in den fließenden Verkehr auf der B 10 einzufädeln.

Die Straßenbaulast der B 10 wird in diesem Streckenabschnitt für die Bundesrepublik Deutschland vom Regierungspräsidium Karlsruhe wahrgenommen, welches keine Änderungen an den Spuren in Aussicht gestellt hat. Im Ausschuss hatte die Verwaltung ausgeführt, dass die Dreispurigkeit kostenintensive bauliche Änderungen unter Einbeziehung der Verzögerungs- bzw. Beschleunigungsstreifen erforderlich machen würden. Bereits 2006 hatte ein Ingenieurbüro ein Gutachten zur Machbarkeit einer durchgängigen Dreistreifigkeit angefertigt. Darin hatten die Verkehrsexperten unter anderem festgestellt, dass es bei der Ausfahrt Maxau mit einer Ummarkierung alleine nicht getan wäre. Zwischen Ölkreuz und Knielingen wären die Eingriffe zwar weniger problematisch, sofern man Teile der Verzögerungs- und Beschleunigungsstreifen in Anspruch nehmen würde. Die Zu- und Abfahrten würden dann allerdings, als Stopp-Stelle, ein sehr hohes Gefahrenpotential darstellen. Aus Sicherheitsgründen rät der Gutachter daher insbesondere am Ölkreuz von einer durchgängigen Dreistreifigkeit ab.

Einen besseren Verkehrsfluss in Hauptverkehrszeiten verspricht sich die Stadt von der Verkehrinformationsanlage. Für die Installation der dynamischen Verkehrsinformation sind 2012 im Haushalt Mittel eingestellt worden. Mit geeigneten und rechtzeitigen Informationen sollen Autofahrer, insbesondere Pendler, auf kritische Verkehrssituationen wie Staus, Unfälle oder auch Baustellen reagieren können.

Am Tivoliplatz in der Südstadt ist ein Neubau mit Studentenwohnungen, einem Supermarkt sowie eventuell Büroräumen geplant. Das Gebäude entlang des Bahndamms ist als gegliederter viergeschossiger Baukörper vorgesehen. Der Entwurf von Haug & Schmidtler ist Ergebnis eines Planungswettbewerbs, den die Artekt GmbH & Co KG als Bauherr unter vier Architekturbüros durchgeführt hatte. Der Planungsausschuss hob die Bereitschaft des Bauherrn, einen Planungswettbewerb durchzuführen, hervor, und nahm die Empfehlung der Preisrichter positiv zur Kenntnis. In der Jury hatten auch Vertreter der Stadtverwaltung und des Gemeinderates sowie der Bürgergesellschaft Südstadt, der Architektenkammer und des Gestaltungsbeirats mitgewirkt. Die Preisrichter lobten die klare Gliederung der Ansicht zum Tivoliplatz. Mit dem Erdgeschoss und Zwischengeschoss sowie den beiden für Studentenwohnen vorgesehenen oberen Geschossen - in U-Form mit einem nach Westen offenen Innenhof - sei das Gebäude gut in den Stadtraum eingebunden. Im nächsten Schritt wird nun auf Basis des Wettbewerbsergebnisses ein Bebauungsplan erarbeitet.

Auch die Schulstiftung der Evangelischen Landesstiftung hat sich dafür entschieden, für ihr Schulprojekt über eine Mehrfachbeauftragung eine gute gestalterische Lösung zu finden. Hier geht es um die seit 2009 vorübergehend in der Gustav-Jakob-Hütte im Hardtwald untergebrachte evangelische Grundschule. Sie soll ab Herbst 2012 in der Nordweststadt eine endgültige Bleibe finden. Auf dem hierfür ins Auge gefassten Areal der Jakobuskirche an der Sengestraße ist neben der Grundschule auch Platz für eine Mensa sowie eine Sporthalle und Realschule. Die Jakobusgemeinde hat den Schwerpunkt nach Vereinigung mit der Petrusgemeinde künftig am Südrand des Walther-Rathenau-Platzes. Die Schulstiftung hatte sechs Büros im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung um Planungsentwürfe gebeten. Die Wahl ist auf die Arbeit der Stuttgarter Architekten Wulf & Partner gefallen - einer Entscheidung, die vom Planungsausschuss ebenfalls zur Kenntnis genommen wurde. Im ersten Schritt sollen die Grundschule mit acht Klassen, die Mensa mit einen angeschlossenen Verwaltungsbereich sowie der unter die Mensa und Verwaltungsräume geschobenen Sporthalle realisiert werden. Für das Vorhaben muss der Bebauungsplan nicht geändert werden.