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Karlsruhe: Presseportal

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11. Februar 2011

Planungsausschuss: Das neue Streichelgehege nimmt Gestalt an

Areal Streichelzoo

Areal Streichelzoo

Details und Download

Blick Gartenhalle in den Zoologischen Stadtgarten

Blick Gartenhalle in den Zoologischen Stadtgarten

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Gremium befasste sich mit der Detailplanung / Vorstellung des VBK-Konzepts zum barrierefreien Ausbau von Haltestellen

Der neue Streichelzoo soll möglichst bald wieder kleine und große Zoobesucherinnen und Zoobesucher erfreuen. Ziel ist, die Anlage noch vor den Sommerferien fertig zu stellen. Um dies zu erreichen, war, nachdem im November das Streichelgehege durch einen Brand zerstört wurde, dieser Baustein des Zookonzepts vorgezogen worden und seither mit Hochdruck an der Detailplanung gearbeitet worden. Auch der Planungsausschuss sprach sich für die schnelle Umsetzung des Domizils für Mini-Shetlandponys, Esel, kleinere Ziegen- und Schafrassen sowie Meerschweinchen aus. Den Mitgliedern dieses Ausschusses war am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Obert die Planung vorgestellt worden, die nun noch kurzfristig auch in den Fraktionen besprochen wird. Nächster Schritt wird der Bauantrag sein.

Mit der Planung war das Architekturbüro Irmscher (Karlsruhe) sowie die Landschaftsplaner des Büros Därr (Halle) beauftragt worden. Die Arbeitsgemeinschaft hatte den Realisierungswettbewerb "Zoologischer Stadtgarten" gewonnen. Der Streichelzoo ist, wie auch der neue Kinderspielplatz, das neue Elefantenhaus, das Gehege für Trampeltiere und Kropfgazellen sowie der Umbau des Tullabades zum Exotenhaus auf der Zooerweiterungsfläche nördlich der Tiergartenbrücke vorgesehen.

In enger Abstimmung mit den beteiligten städtischen Dienststellen sind die eingeschossigen Stallungen südlich der Schwarzwaldhalle vorgesehen. Von dem im Wettbewerb ursprünglich vorgesehenen länglichen Baukörper vor Schwarzwald- und Gartenhalle hat man Abstand genommen. Denn zum einen kommen die nun geplanten kompakteren Gehegebauten den funktionalen Ansprüchen des Zoos eher entgegen. Zum anderen bleibt so die Sicht aus der Gartenhalle frei, was der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH ein Anliegen war. Das Besondere an der Freianlage ist ein Kontaktgehege. Über eine Leiter können kleine und große Zoobesucher ins Gehege steigen und direkten Kontakt mit den Tieren aufnehmen. Wenn diese das wollen: Denn den Tieren wird die Möglichkeit geboten, sich zurückzuziehen, wenn sie genug menschliche Streicheleinheiten bekommen haben. Mit einer weiteren Attraktion wartet das Reich für die Meerschweinchen auf. Eine Glaskuppel mit unterirdischem Gang erlaubt hier die Begegnung zwischen Mensch und kleinen Nagern "auf Augenhöhe".

Die Meerschweinchenanlage ist am südlichen Zipfel des Streichelgeheges vorgesehen. Hier schließt sich, in direkter Nachbarschaft zum Tullabad, später der neue Kinderspielplatz an. Gerade die Einheit aus Streichelzoo, Kinderspielplatz und dem zum Exotenhaus mit Gastronomie und Zoopädagogik umgebauten Tullabad hatte das Preisgericht in seiner Entscheidung hervorgehoben.

Das Gelände für den Streichelzoo ist bislang nicht erschlossen. Zu den geschätzten Kosten von rund 1,5 Millionen Euro gehören daher auch Investitionen ins Wegenetz, der Streichelzoo muss zudem an das Wasser- und Abwassernetz sowie an die Stromversorgung angeschlossen werden.

Im Planungsausschuss außerdem vorgestellt wurde das Konzept der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) zum barrierefreien Ausbau der Haltestellen. Damit entsprachen die VBK einem Wunsch der Grünen-Fraktion im Gemeinderat. Auf den neuen Strecken - etwa bei der Nordstadtbahn oder bei der Trasse nach Durlach-Aue - haben die VBK schon von vorneherein auf den stufenlosen Zugang geachtet, im älteren Netz gibt es jedoch noch großen Nachholbedarf. Der Planungsausschuss gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass der barrierefreie Umbau des Netzes voranschreitet, allerdings wiesen die VBK darauf hin, dass das Land wenig Aussicht auf eine zeitnahe Förderung neuer Vorhaben gemacht habe.

Von den 137 Haltestellen sind 31 komplett barrierefrei erreichbar, einige sind teilweise ebenerdig zugänglich, knapp 100 Haltestellen sind nicht barrierefrei ausgebaut. Problematisch ist vor allem, dass der Fuhrpark recht heterogen ist, denn die verschiedenen Fahrzeugtypen - Nieder-, Mittel- und Hochflurwagen - haben jeweils unterschiedliche Einstiegshöhen. Beim Ausbau wollen die VBK den Fokus auf die Nieder- und Mittelflurfahrzeuge richten, denn die anderen Bahnen sind älteren Jahrgangs und werden sukzessive aus dem Netz verschwinden. Die Niederflurwagen brauchen einen 34 Zentimeter hohen Bahnsteig, die Mittelflurwagen einen 55 Zentimeter hohen Bahnsteig.

Eine Herausforderung sind die Mischstrecken, an denen die Tramlinien (Niederflurwagen) und die Stadtbahnwagen (Mittelflurwagen) halten. Überlegung ist, an drei Stellen - nämlich dort, wo die Zwei-System-Fahrzeuge ins Stadtgebiet hereinfahren - Haltestellen für beide Fahrzeugtypen voll auszubauen. Neben der bereits zu einem früheren Zeitpunkt im Ausschuss vorgestellten Planung für den Hauptbahnhofvorplatz nahm das Gremium die Planung für die Haltestelle Tullastraße sowie die neue Haltestelle Helmholtz-Gymnasium zur Kenntnis. Beide Haltepunkte sollen mit jeweils 34 und 55 Zentimeter hohen Bahnsteigen ausgestattet werden. An diesen auch in der Länge für Doppeltraktionen ausgelegten Umsteigehaltestellen können gehbehinderte Menschen oder auch Eltern mit Kinderwagen sowohl Stadtbahnlinien als auch Tram-Linien stufenlos betreten.

An der zweigleisigen Haltestelle Tullastraße wäre damit der barrierefreie Wechsel zwischen den S-Bahnlinien S 4, S 41 und S 5 und den Tramlinien 1 und 2 möglich. Weil der Haltepunkt heute schon sehr hohe Bedeutung hat bei Veranstaltungen auf dem Messplatz sowie aufgrund der Kultureinrichtungen im Kreativpark, sind Bahnsteige mit einer Breite von 4,5 bzw. fünf Metern vorgesehen. Die neue Haltestelle Helmholtz-Gymnasium, die im Rahmen der Kombilösung notwendig wird, ist für das Umsteigen im westlichen Streckennetz gedacht.

Zur Stadtausstellung "Karlsruhe 2015. Die Stadt neu sehen" wird die Stadt einen Bauherrenpreis ausloben. Die Anregung, für die Stadtausstellung mit einem Bauherrenpreis zu bereichern, geht auf einen Grünen-Antrag aus dem Gemeinderat zurück. Die Verwaltung informierte nun den Planungsausschuss, dass Überlegung ist, den Bauherrenpreis unter den für die Stadtausstellung ausgewählten Bauprojekten zu vergeben. Entsprechend der mit der Stadtausstellung verbundenen Intentionen soll der Bauherrenpreis innovative Projektideen sowie Aspekte wie Nachhaltigkeit und der Umgang mit den besonderen Karlsruher Potentialen sein. Auch die Frage, welche Erkenntnisse das Projekt über die Stadt liefert, soll relevant sein.