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Karlsruhe: Presseportal

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27. Oktober 2021

Projekt „Modernisierung Stadthalle“
infolge planerischer Neuausrichtung optimiert und im Zeitplan

Stadthalle: Bauleiter Christian Schön (links) und Gesamtplanungskoordinator Matthias Kraemer

Stadthalle: Bauleiter Christian Schön (links) und Gesamtplanungskoordinator Matthias Kraemer

Details und Download

 

Probebetrieb ab Anfang 2025 / Mehrkosten von 59 Millionen Euro aufgrund Bauzeitenverzögerung und Neuausrichtung

Die Stadthalle wird nach den Probeläufen ab Mitte 2025 wieder zum wichtigen innerstädtischen Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger. Die vor allem technisch aufwändig modernisierte Veranstaltungshalle wird dann nach mehrjähriger Pause im Festplatz-Ensemble für den Messe- und Kongress-Standort Karlsruhe wieder den Ton angeben.

Im gemeinderätlichen Begleitgremium zum Projekt „Modernisierung Stadthalle“ informierte Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz am 26. Oktober 2021 über den aktuellen Stand. Da eine weitere konstruktive Zusammenarbeit mit dem bisherigen Haustechnik-Planer nicht mehr möglich war, hatte das Vertragsverhältnis beendet werden müssen. Hierdurch ergaben sich Bauverzögerungen und Kostensteigerungen. Die Planungsleistungen Technische Ausrüstung wurden neu an die integrale Planungsgesellschaft SSP AG vergeben. Deren Planungsteam hat bisher alle Meilensteine eingehalten und liegt im Zeitplan.

Durch Neuausrichtung des Projekts Schwerpunkt bei Nachhaltigkeit

Die Stadt Karlsruhe nutzte gemeinsam mit dem Team der SSP AG um den Gesamtplanungskoordinator Matthias Kraemer zugleich die Möglichkeit zu einer Neuausrichtung des Projekts. „Im letzten halben Jahr wurde die bisherige technische Planung ergänzt und in wesentlichen Teilen neu konzipiert“, stellte Matthias Kraemer fest. Vor allem die Lüftungs- und Sprinklertechnik seien optimiert worden. Hierdurch konnte zugleich ein Schwerpunkt bei Nachhaltigkeit und Energieeinsparung gesetzt und die Nutzungsqualität erweitert werden.

Konzepte aufgrund Corona-Erfahrungen berücksichtigt

Darüber hinaus gibt es aufgrund der Corona-Pandemie erweiterte technische Anforderungen für Kongresse und Veranstaltungen. Künftig müssen digitale, hybride, aber auch analoge Formate in der modernisierten Stadthalle abgebildet werden können. Deshalb sind verschiedene Technikkomponenten neu zu beschaffen und eine effizientere Licht-, Medien- und Audiotechnik ist vorgesehen.

CO2-Einsparungen zu erzielen

„Aufgrund der neuen technischen Planung können erhebliche CO2-Einsparungen erzielt werden“, sagt Andreas Ringle, stellvertretender Leiter des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft (HGW). So könne als Folge der neuen Technikplanung, welche die Raumluft- und Kühl-Aggregate auf dem Dach überflüssig macht, das Dach teilweise begrünt und mit Photovoltaik versehen werden. Die Gebäudekühlung erfolge mit Brunnenwasser und zur Reduzierung der Wärmelasten werde die Oberlichtverglasung in den Foyers mit Sonnenschutz versehen. Andreas Ringle weist auch darauf hin, dass nun zugleich mehrere Bauunterhaltungsmaßnahmen vorgezogen und in der Planung berücksichtigt seien.

Gesamtkosten rund 135 Millionen Euro

Durch die Bauverzögerungen und Neuausrichtung ergeben sich Mehrkosten von insgesamt rund 59 Millionen Euro. Allein die Preissteigerungen bis zur Fertigstellung machen nach aktueller Einschätzung rund 18,5 Millionen Euro aus. Der vorgezogene Bauunterhalt, die neue Technik und die corona-bedingte Veranstaltungstechnik schlagen mit insgesamt 16 Millionen zu Buche. Durch die Bauzeitverschiebung und die erforderlichen Planungskosten ergeben sich weitere 17,5 Millionen Euro Mehrkosten. Darüber hinaus wird das Budget für Projektrisiken um 7 Millionen Euro erhöht. Die Gesamtkosten beziffert die Verwaltung damit auf insgesamt rund 135 Millionen Euro.

Modernisierung weiterhin wirtschaftlichste Lösung

„Trotz des erhöhten Gesamtaufwands bleibt die Modernisierung des Bestands mit Erneuerung der Technik im Vergleich zu einem Abriss und Neubau weiterhin die wirtschaftlichste Lösung“, sagt Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz. Darüber hinaus werde die Stadt Karlsruhe ihre Schadensersatzansprüche gegen den ehemaligen Haustechnikplaner aufgrund dessen mangelhafter Planungsleistung geltend machen.

Ende 2024 soll gemäß des aktuellen Rahmenterminplans die neue Stadthalle fertiggestellt sein. Dem folgt bis zur eigentlichen Eröffnung Mitte 2025 ein Inbetriebnahmeprozess mit Probeläufen bei einzelnen Veranstaltungen. Und Gabriele Luczak-Schwarz stellt abschließend fest: „Nach Abschluss der Modernisierung wird die Stadthalle Karlsruhe den Bürgerinnen und Bürgern wieder als Treffpunkt zur Verfügung stehen und zugleich ihrer Rolle als attraktives, zukunftsweisendes und zentrales Veranstaltungsgebäude am Festplatz gerecht werden."