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Karlsruhe: Presseportal

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15. Oktober 2019

Radstadt: "Karlsruhe will Top bleiben"

Rad-Unfallstatistik: Für den Kfz-Durchgangsverkehr ist der Zirkel  verboten. Seit eine Sperrung dies durchsetzt, hat sich die Situation für den Radverkehr im Bereich Karl-Friedrich-Straße und Zirkel verbessert.

Rad-Unfallstatistik: Für den Kfz-Durchgangsverkehr ist der Zirkel verboten. Seit eine Sperrung dies durchsetzt, hat sich die Situation für den Radverkehr im Bereich Karl-Friedrich-Straße und Zirkel verbessert.

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Diskussion im Radlerforum über aktuelle Radverkerkehrsmaßnahmen und Planungen

"Wir sind Deutschlands Fahrradhauptstadt. Wir sollten den ersten Platz nutzen, um den Vorsprung weiter auszubauen", betonte Bürgermeister Daniel Fluhrer im jüngsten Radlerforum. Der strategische Überbau soll mit einem neuen BYPAD-Audit (Bicycle Policy Audit) neu justiert werden, erfuhr das Expertenforum. Am Freitag (11. Oktober) befasste dieses sich im Karlsruher Rathaus unter Leitung von Bürgermeister Daniel Fluhrer mit aktuellen Themen der Radverkehrspolitik.

Neuer Aktionsplan über BYPAD-Verfahren

Anders als beim ersten Beteiligungs- und Zertifizierungsverfahren im Jahr 2005, als Karlsruhe mit dem BYPAD-Verfahren die Radverkehrsförderung erstmals mit dem 20-Punkte-Programm gezielt in Schwung bringen wollte, können die Radakteure 14 Jahre später auf eine Stadt schauen, in der "die Radstadt Karlsruhe Top bleiben will". Mit dem BYPAD-Audit soll das Leitbild "Radverkehr als System" mit konkreten Maßnahmen und Zielen für die nächsten zehn bis 15 Jahre unterfüttert werden. Erstmals soll auch der Fußverkehr ins Verfahren einbezogen werden. Die beauftragte Planungsgemeinschaft Verkehr (PGV-Alrutz) hat daher für die Ist-Analyse einen ähnlichen Fragebogen erarbeitet. Der neue Aktionsplan soll von einer BYPAD-Gruppe im Wesentlichen in drei Workshops zwischen Januar und Mai nächsten Jahres erarbeitet werden.

Unfallstatistik 2018: Weniger Schwerverletzte, aber mehr Leichtverletzte

Standardthema im Radlerforum ist die Unfallstatistik des Polizeipräsidiums Karlsruhe für Unfälle mit Rad-Beteiligung. 2018 gab es 588 Fahrradunfälle mit Personenschaden, seit 2010 (435 Fälle) steigt die Kurve stetig an. Dabei zeige die Statistik bei den Schwerverletzten (2018: 80, 2016: 96) eine rückläufige Tendenz, so Joachim Zwirner, Leiter des Referats Verkehr beim Polizeipräsidium Karlsruhe. Nach oben gehen jedoch die Zahlen bei den Leichtverletzten (2018: 544, 2016: 496). 287 Unfälle – und damit rund 50 Prozent der Rad-Unfälle - ereigneten sich an Unfallhäufungsstellen. Das sind Stellen, an denen sich innerhalb von drei Jahren fünf Unfälle mit Personenschaden ereignen. Unter den ersten zehn Unfallhäufungsstellen sind Abschnitte, die künftig nach erfolgten Umbauten aus der Liste verschwinden dürften, etwa Kapellenstraße/Durlacher Tor oder Mendelssohnplatz.

Schon verbessert hat sich die Situation auch im Bereich Karl-Friedrich-Straße und Zirkel – seit der Zirkelsperrung für Autofahrer hat die Polizei nur noch einen Radunfall dokumentiert. Näher anschauen muss sich die Karlsruher Unfallkommission unter anderem noch die Erzbergerstraße/Michiganstraße. Problematisch ist hier der Sichtbezug aufgrund der relativ spitzwinkligen Kreuzung. Bei fünf Unfällen in der Durlacher Allee/Alte Karlsruher Straße fuhren die Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung. "Das muss man unterbinden", so Zwirner.

Werkstattbericht: durchgehende Radfahranlage in der Kriegsstraße

In die richtige Richtung geht es auch für den Radverkehr in der Kriegsstraße. Für die Zeit nach Fertigstellung der KASIG-Baumaßnahme wird bereits an einer durchgehenden Radfahranlage sowie Berücksichtigung der ab- und einbiegenden Radler an den Querungen geplant. Das belegt der Werkstattbericht der KASIG im Radlerforum. Der zeige, dass viele ihrer Punkte aus den vorangegangenen separaten Gesprächen umgesetzt wurden, dankte der ADFC-Vertreter den Planern. Positiv aufgenommen wurde im Radlerforum die Überlegung, Radlern zwischen Herren- und Sophienstraße eine Gleisquerung zu ermöglichen. Aus der Mitte des Gremiums kam die Bitte, Radfahrstreifen großzügig zu bemessen und Aufstellflächen für Radfahrer an Ampeln vorzusehen. "Das System ist extrem ausbalanciert mit allen Verkehrsarten", gab Fluhrer zu bedenken. Dennoch: Gerade an den großen Kreuzungen schaue man aktuell noch nach Optimierungen.  

Noch bevor sich der Planungsausschuss als Fachgremium mit den Details beschäftigt, gaben Tiefbauamt und Stadtplanungsamt dem Radlerforum einen Ausblick auf geplante Maßnahmen, wie die Verbreiterung des Geh- und Radwegs entlang der L623 zwischen Grünwettersbach und Wolfartsweier. Und während das Tiefbauamt im nächsten Jahr die weitgehende Fertigstellung der Radroute vom Durlacher Tor nach Hagsfeld vorhat, schauen die Planer bereits mit Rad-Blick auf die Radroute zwischen Grötzingen und Hagsfeld. Für die Innenstadt in der Untersuchung sind unter anderem die Hans-Thoma-Straße stadteinwärts und ihre Kreuzungsbereiche.

 

Das Radlerforum

Das Radler­fo­rum ist das Exper­ten­gre­mium zum Thema Radverkehr. Es besteht aus Vertretern der im Gemein­de­rat vertre­te­nen Parteien sowie Vertretern verschiedener städtischer Ämter. Mitglie­der der Inter­es­sen­ver­bände des Radver­kehrs sowie weitere ­In­ter­es­sen­grup­pen sind eingebunden. Beim jüngsten Radlerforum erstmals mit dabei war auch ein Vertreter von "Fridays for Future". Das Gremium besteht seit Mitte der 90er Jahre und tritt etwa ein- bis zweimal im Jahr zusammen.

Im Radler­fo­rum werden Ziele der Radver­kehrs­po­li­tik disku­tier­t und Radver­kehrs­pla­nun­gen vorge­stellt. Die Ergebnisse werden dann als Empfeh­lun­gen an den Planungs­aus­schuss oder Gemein­de­rat wei­ter­ge­ge­ben. Geleitet wird das Radler­fo­rum von Bau­bür­ger­meis­ter Daniel Fluhrer.