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Karlsruhe: Presseportal

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1. Juli 2011

Verkehrssicherheitskonzept für den Radverkehr

 

Planungsausschuss befasste sich mit Konzept für die Rheinstraße/Zwischenbilanz Südstadt-Ost

 

Die vom Land im Auftrag gegebene "Wirkungskontrolle der Radverkehrsförderung in Baden-Württemberg" hat für Karlsruhe viele Stärken, aber auch Schwächen festgestellt. Zu den Empfehlungen der Studie gehört zum einen, ein Verkehrssicherungskonzept für den Radverkehr zu erarbeiten. Zum anderen wird angeregt, mehr Abstellmöglichkeiten für Räder in der Innenstadt zu schaffen, denn beim Fahrradparken habe Karlsruhe noch Nachholbedarf. In nichtöffentlicher Sitzung schloss sich der Planungsausschuss am Donnerstag, 30. Juni, unter Leitung von Bürgermeister Michael Obert dem Vorschlag der Verwaltung an, diese beiden Punkte anzugehen.

In Karlsruhe ereignen sich immer noch zu viele Verkehrsunfälle mit Radfahrerinnen und Radfahrern. Um die Quote zu senken, hat die Stadt in den vergangenen Jahren bereits einige Unfallschwerpunkte entschärft. Darüber hinaus wurden zahlreiche Einzelaktivitäten zur Verkehrsicherheit initiiert, um dem auch im Radförderkonzept verankerten Ziel näher zu kommen, die Unfallzahlen bei gleichzeitig steigendem Radverkehr zu senken. Beides sind Aspekte, die die Studie durchaus positiv herausstellt. Bislang fehle jedoch ein Gesamtkonzept zur Verkehrssicherheit. Dieses möchte die Verwaltung nun erarbeiten. Unter einem Dach sollen einzelne Zielgruppen angesprochen sowie thematische Schwerpunkte aufgegriffen werden.

Stichwort Fahrradparken: Da immer mehr geradelt wird, steigt auch der Bedarf an Abstellmöglichkeiten. Diese sind in jüngerer Zeit - auch aufgrund von Baumaßnahmen - nicht in dem Maße ausgebaut worden, wie es notwendig gewesen wäre. Angestrebt wird, die Radabstellanlagen in der Innenstadt bis 2015 von derzeit 1 000 auf 2 000 zu erhöhen.

Bereits in den nächsten Jahren wird die Erweiterung der Südstadt auf Flächen des ehemaligen Bundesbahnausbesserungswerkes weitgehend fertig gestellt sein. Südstadt-Ost schreitet zügig voran, hatte das Stadtplanungsamt den Ausschuss in seinem Bericht über die Baufortschritte informiert. So ist das Straßennetz vollständig angelegt. Voraussichtlich 2012, wenn die größten Bauaktivitäten auf den Grundstücken abgeschlossen sein werden, sollen die Straßen endgültig hergestellt werden. Noch in diesem Jahr pflanzt das Gartenbauamt weitere 55 Straßenbäume. Im verkehrsberuhigten Bereich der Henriette-Obermüller-Straße signalisieren bereits Pflanzbeete und Baumgruppen zusammen mit Pollern, dass man sich in einer Zone befindet, in der langsam zu fahren ist. Mit Erfolg: Die Durchschnittsgeschwindigkeit ging durch den Einbau von Pollern von rund 30 auf rund 20 Stundenkilometer zurück. Positiv fällt dabei vor allem auf, dass die Geschwindigkeitsspitzen gekappt wurden. Für die "Süd-Ost-Trasse" der Verkehrsbetriebe Karlsruhe liegen die Gleise von der Rüppurrer Straße bis zum Anschluss an die Ludwig-Erhard-Allee. Ende 2012 sollen auf der Strecke die ersten Straßenbahnen fahren.

Auch der Stadtpark wächst: Im Herbst folgen die Pflanzarbeiten auf rund 1,4 Hektar Fläche, so dass die Grünfläche sich bis 2012 auf insgesamt rund 5,6 Hektar vergrößert. Und da die Firma "aurelis" sich mittlerweile mit der Spedition Kunze geeinigt hat, könnten weitere Bereiche des Stadtparks in den nächsten Jahren realisiert werden. Die Spedition hatte eigentlich einen bis Ende 2017 laufenden Mietvertrag, nun wurde der Mietvertrag vorzeitig gelöst, so dass in den nächsten Monaten mit dem Abriss der Speditionsgebäude begonnen werden kann. Es sei damit zu rechnen, informierte die Verwaltung, dass die Grundstücke Anfang 2012 neu bebaut werden können.

Bei den Wohnbaugrundstücken werden derzeit die letzten Flächen bebaut. Die neue Grundschule am Wasserturm soll einschließlich der Außenanlagen 2013 fertig sein. Erste Überlegungen gibt es zudem für das Baufeld an der Ludwig-Erhard-Allee am Kreisel. Da dort auch Flächen der Tennisplätze der ESG Frankonia betroffen sind, kann das Grundstück jedoch den Eigentümer erst wechseln, wenn für die als Ersatz vorgesehenen Flächen zur Verlagerung der Tennisplätze Planungsrecht besteht. Für die öffentliche Grünverbindung zwischen dem Stadtpark und dem Ostauepark stellt die Tennisanlage eine Barriere dar. Ihre Verlagerung ist im Bebauungsplanverfahren zur Feuerwache enthalten. Das im Neubaugebiet geplante Nahversorgungszentrum war dem Ausschuss ein Anliegen. Auch hier sei man einen Schritt weiter, konnte Bürgermeister Obert berichten. Für den nördlichen Riegel sei die Baugenehmigung erteilt worden, das gesamte Baufeld wolle der Investor 2014 fertig gestellt haben

In die Detailplanung geht nun die Umgestaltung der Rheinstraße zwischen Philippstraße und Entenfang, nachdem der Planungsausschuss der Konzeption einstimmig zugestimmt hat. Mit der Umsetzung kann frühestens 2013/2014 begonnen werden, wenn die Maßnahme im städtischen Haushalt berücksichtigt ist. Die Rheinstraße ist zwischen Philippstraße und Am Entenfang zum einen Stadtteilzentrum und Einkaufsmeile, zum anderen Hauptverkehrsader. Die Idee, diesen Abschnitt aufzuwerten, war ein wesentliches Anliegen der Bürgerbeteiligung und in Planungsworkshops im Sanierungsgebiet Mühlburg. Die Umgestaltung soll die verschiedenen Funktionalitäten der "großen" Rheinstraße unterstützen. Der von einem Karlsruher Planungsbüro erarbeitete Entwurf geht von dem mittelfristig vorgesehenen Ausbau der Haltestelle Philippstraße aus mit einem weiteren sicheren Übergang am westlichen Ende der Haltestelle. Dies beansprucht Straßenfläche. Vorgesehen ist nun, die Fahrbahn stadteinwärts auf eine Spur zurückzunehmen. Die stadtauswärts führende Fahrbahn wird im Bereich der künftig drei Meter breiten Bahnsteige in nördliche Richtung verschoben.

Das Stellplatzangebot bleibt unterm Strich erhalten, die Parkplätze sollen teilweise jedoch anders angeordnet und mit Bäumen gegliedert werden. Zusätzliche Fahrradparker sowie Flächen für Geschäfte, Gastronomie und Fußgänger auf der Nordseite sollen neben der Begrünung des Straßenraums sowie einem Rasengleis für die Straßenbahn für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Im Ausschuss diskutiert wurde die für den Einzelhandel notwendige Anlieferung. Hier werden separate Anlieferzonen vorgeschlagen. Über die Beleuchtung und die Frage, ob das Lichtdach umgesetzt werden soll, wird der Planungsausschuss nach der Sommerpause entscheiden. Das Lichtdach war mit Blick auf die Haushaltslage im aktuellen Haushalt nicht berücksichtigt worden. Das Beleuchtungskonzept soll den Einkaufsbereich Rheinstraße Mühlburg optisch verbinden und damit besonders hervorheben soll.