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Karlsruhe: Presseportal

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26. August 2021

Wo wird gerade gebaut?

Baustelle Karlstor

Baustelle Karlstor

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Aktuelle Übersicht über den Stand der Sommer-Baustellen

Sommerzeit ist Baustellenzeit. Weil in den Ferien etwas weniger Verkehr herrscht, treiben die Stadt Karlsruhe, die Verkehrsbetriebe, die KASIG und das Regierungspräsidium Karlsruhe aktuell zahlreiche große Maßnahmen voran. Da sich bei einigen Baustellen häufig die Verkehrsführung ändert oder Teilabschnitte abgeschlossen werden, sind in der folgenden Übersicht der aktuelle Stand und die weiteren Schritte zusammengefasst.

 

B 10 Südtangente und Edeltrudtunnel

Schon seit April laufen die Arbeiten zur Modernisierung des Edeltrudtunnels auf Hochtouren. In den letzten Wochen konzentrierten sich vor allem die Fahrbahn- und Bauwerksanierung auf die Südröhre des Tunnels, die am 23. August wieder in Betrieb genommen werden konnte. Seither fließt der Verkehr auf der südlichen Fahrbahn, während nun die Nordröhre erneuert wird. Die sogenannte 3|0 Verkehrsführung mit zwei Fahrstreifen Richtung Rheinhafen /Wörth und einem Fahrstreifen Richtung Durlach bleibt noch voraussichtlich bis Mitte Oktober bestehen und damit etwas länger als zunächst geplant. Danach stehen erst einmal beide Röhren und auch alle Zu- und Abfahrten am Schwarzwaldkreuz und am Bulacher Kreuz wieder uneingeschränkt für den Verkehr zur Verfügung, weil eine Bauunterbrechung eintritt. Grund hierfür sind Lieferverzögerungen für wesentliche Bauteile der Tunneltechnik. Ab Januar 2022 wird dann die Tunneltechnik im Bauwerk komplett neu aufgebaut, während die alte Technik parallel weiter betrieben wird. Dabei stehen immer zwei – etwas verengte - Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung.

Bereits fertig gestellt sind die Tiefbauarbeiten und Fundamentierungen für die Einrichtungen der Tunneltechnik sowie die Erneuerungen der Schutz- und Leiteinrichtungen in den Zuläufen der Portale auf der Südtangente. Sollten keine weitere Lieferschwierigkeiten auftreten, steht eine Gesamtfertigstellung des Edeltrudtunnels zum Jahresende 2022 in Aussicht.

 

Fahrbahndeckenerneuerung auf der B 10 bei Mühlburg

Abgestimmt auf die Baustellenverkehrsführung im Edeltrudtunnel sowie unter Berücksichtigung der Sommerferien in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg läuft derzeit die Fahrbahndeckenerneuerung (FDE) auf der Südtangente bei Mühlburg. In enger Kooperation mit dem Tiefbauamt hat das Regierungspräsidium Karlsruhe mehrere Bauphasen eingerichtet. Nachdem die Arbeiten in Fahrtrichtung Wörth bereits weit vorangeschritten sind, folgen nun als nächste Schritte:

  • Von Freitag, 3. September, bis Montag, 6. September, erfolgt in Fahrtrichtung Wörth auf Höhe der Abfahrt zur B 36 (Starckstraße) die Instandsetzung des linken Richtungsfahrstreifens unter einstreifiger Verkehrsführung. Zeitgleich wird die Zufahrt der B 36 von der Starckstraße in Richtung Karlsruhe gesperrt, zwischen der Anschlussstelle 8 (Abfahrt zum Rheinhafen) und einschließlich der Anschlussstelle 7 (Abfahrt Westbahnhof) muss in Fahrtrichtung Osten eine einstreifige Verkehrsführung eingerichtet werden.

  • Von Dienstag, 7. September, bis Samstag, 11. September, gibt es Richtung Osten eine einstreifige Verkehrsführung zwischen der Anschlussstelle 8 (Abfahrt zum Rheinhafen) und der Zufahrt von der B 36 (Starckstraße), welche in dieser Bauphase angebunden bleibt. Zeitgleich erfolgen Arbeiten in der in der Unterführung am Kühlen Krug mit einstreifige Verkehrsführung in Richtung Rheinhafen /Wörth.

  • Von Montag, 13. September, bis Donnerstag, 16. September, wird die Fahrbahn in der Unterführung am Kühlen Krug in Fahrtrichtung Ost saniert, hierfür ist ebenfalls eine einstreifige Verkehrsführung eingerichtet.

Obwohl auf der B10 einstreifige Verkehrsführungen aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens eigentlich nicht vorgesehen sind, entschieden sich die Verantwortlichen nach sorgfältiger Abwägung für dieses Vorgehen. Die Aufwendungen für den Auf- und Abbau der Baustellenverkehrsführung zur Überleitung eines Fahrstreifens auf die Gegenfahrbahn hätte die Bauzeit deutlich verlängert und hätte den Verkehrsteilnehmern im Endeffekt noch mehr Behinderungen zugemutet. 

 

Adenauerring / Stadion

Im Zuge des Stadionneubaus wird die Verkehrsinfrastruktur im Straßenbereich angepasst. Bis Anfang Oktober muss für die Stabilisierung des Straßenunterbaus und den Einbau der Asphaltschichten die Fahrbahn stadtauswärts gesperrt werden. Nachdem in der letzten Bauphase noch eine großräumige Umleitung über Neureut erfolgte, gibt es seit dem 23. August eine deutliche Erleichterung für die Autofahrer. Dank der neu erstellten Umfahrungsstraße über den Birkenparkplatz am Stadion, kann man von der Theodor-Heuss-Allee aus Richtung Waldstadt kommend nun wieder in den Adenauerring Richtung Willy-Brandt-Allee abbiegen. Somit sind Sportplätze und Gaststätten wieder auf kurzem Weg erreichbar. Ab Anfang Oktober steht dann bis zur Fertigstellung der Arbeiten zwischen Friedrichtaler Allee und Lärchenallee, die zum Jahresende geplant sind, für jede Richtung wieder ein Fahrstreifen zur Verfügung. Parallel zur Fahrbahnerneuerung erfolgt außerdem der Bau von drei neuen Querungen für Fußgänger und Radfahrer sowie die Herstellung von Abstellmöglichkeiten auf den Seitenstreifen.

 

Verkehrsleitsystem verbindet drei Großprojekte

Der Verkehrsrechner im Tiefbauamt steuert in Zukunft die Anzeigen des Verkehrsleitsystems, welches den Verkehr bei Störungen und Wartungsarbeiten im neuen Karoline-Luise-Tunnel in der Kriegsstraße und im Edeltrudtunnel auf der Südtangente steuert. Außerdem wird der Verkehr im Umfeld des Adenauerrings an den Spieltagen des KSC gelenkt. Bei Verkehrsstörungen in den Tunnels greift zunächst die jeweilige Betriebstechnik, über welche die Sperrungen vorgenommen werden, danach werden die Wegweisungen in den zulaufenden Straßenzügen angepasst. Insgesamt 35 Anzeigen, davon 28 als digitale LED-Elemente und sieben mit je drei vorgegebenen Anzeigen (sogenannte „Prismenwender“), werden dafür aufgebaut. Inzwischen sind bereits an 28 Standorten die Tiefbauleistungen abgeschlossen und 14 Anzeigen mit Ausnahme der elektronischen Anschlüsse montiert. Parallel dazu passen die Stadtwerke die Straßenbeleuchtung an den aktuellen Stand der Technik an.

Die auffälligste Arbeitsstelle für das Verkehrsleitsystem befindet sich am Knotenpunkt Willy-Brandt-Allee /Adenauerring. An dieser Stelle werden alleine sechs Anzeigestandorte für das Leitsystem verwirklicht, die komplette Lichtsignalanlage erneuert und alle Beleuchtungen auch mit Großmasten im Kreuzungsbereich ausgetauscht. Aufgrund von größeren Problemen in der Lieferkette und daraus resultierenden Umplanungen musste die Bauzeit um rund ein Vierteljahr verlängert werden. Ursprünglich war die Montage der Signalanlagen an den Großmasten geplant, doch da diese nicht lieferbar waren, wurden für die Signale eigenständige Maste geplant, gegründet und die Anzeigen montiert. Die Baustelle wird noch im August abgeschlossen. Im Karoline-Luise-Tunnel geht die Technik mit der Inbetriebnahme des Autotunnels Kriegsstraße in Betrieb, die Anzeiger im Umfeld des Stadions werden voraussichtlich Mitte 2022 in Betrieb genommen und im Edeltrudtunnel mit Fertigstellung der neuen Betriebstechnik.

 

Gleisbau am Hauptbahnhof und Lückenschluss am Ettlinger Tor

Weil nur in den Schulferien Ersatzbusse die Kapazität für einen Schienenersatzverkehr für das Streckennetz am Hauptbahnhof leisten können, haben die Verkehrsbetriebe Karlsruhe den Austausch von Gleisen und Weichen, die infolge der lange andauernden Umleitungsfahrten über den Gleisbogen stark verschlissenen waren, in diesen Zeitraum gelegt. In Zusammenarbeit mit dem Tiefbaumt (TBA) und dem Netzservice der Stadtwerke Karlsruhe GmbH (SWKN) werden dort außerdem Versorgungsleitungen für Gas /Wasser und Fernwärme verlegt und die Straßenoberflächen instandgesetzt. Die Sperrung der Gleise nutzen die VBK außerdem zum Austausch von Weichen auf dem Bahnhofsvorplatz und auf Höhe der Victor-Gollancz-Straße.

Ebenfalls in den Sommerferien wird für die Inbetriebnahme der Kombilösung der Lückenschluss der Gleistrasse im Kreuzungsbereich des Ettlinger Tors hergestellt. Hierfür musste die Durchfahrt von der Ettlinger Straße zur Karl-Friedrich-Straße gesperrt werden. Zunächst wurden die Fahrbahnen in den Einmündungen in der neuen Geometrie gebaut und in Betrieb genommen, im zweiten Schritt wird die Gleisanlage in der Mittellage und die zugehörige Fahrleitung aufgebaut. Bis 19. September soll die Lichtsignalanlage fertig gestellt und der Kreuzungsbereich in der neuen Struktur mit Ausnahme der westlichen Fußgängerführung in Betrieb genommen werden. Die Baumaßnahmen Poststraße/Hauptbahnhof und Ettlinger Tor ergänzen sich in Sachen Baustellenverkehrsführung. Da das verbleibende Straßennetz nicht in der Lage wäre, die Umleitungen aus Richtung Norden /Kriegsstraße bzw. Süden Ettlinger Straße /Schwarzwaldkreuz aufzunehmen, hätten die jeweils erforderlichen Sperrungen auch ohne die Nachbarbaustelle eingerichtet werden müssen.

 

Karlstor 

Mit dem Aufbau des Gleisdreiecks am Karlstor befindet sich die Kombilösung auf der Zielgeraden. Seit Mitte August können Autofahrer die Karlstraße, vom Albtalbahnhof kommend, wieder bis zur Einmündung in die Kriegsstraße nutzen. Zu Beginn des Schuljahrs am 13. September geht die Bahn entlang der Karlstraße in Betrieb und Ende September steht die Überfahrt ins Zentrum auch für den Kfz-Verkehr wieder zur Verfügung. Danach werden die Gleise zwischen der Ritterstraße und dem Karlstor und die neue Haltestelle in der Kriegsstraße aufgebaut. Für die Anwohner in der Ritterstraße beruhigt sich die Lage etwas, denn über die Kriegsstraße hinweg besteht in Zukunft nur noch die Geh- und Radweg-Querung.

 

Kein „Baustellenchaos“

Angesichts der zahlreichen Absperrungen und Umleitungen macht gelegentlich schon mal der Begriff des „Baustellenchaos“ die Runde. „Keine Frage, den Karlsruher Verkehrsteilnehmern, egal ob Kfz, Rad oder zu Fuß wird in diesem Jahr viel zugemutet“, räumt Jürgen Lohmeyer, Baustellenkoordinator beim Tiefbaumt ein. „Aber auch wenn es zunächst willkürlich erscheinen mag, so sind doch alle Maßnahmen im Hintergrund aufeinander abgestimmt und unterliegen einem permanenten Controlling“, betont Lohmeyer. Zielsetzung ist die Inbetriebnahme des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels und der neuen Gleise in der Kriegsstraße im Zuge der Kombilösung zum 12. Dezember, dem Tag des bundesweiten Fahrplanwechsel. Dieser Termin ist „gesetzt“ – eine Verzögerung würde eine Verschiebung um ein weiteres halbes Jahr auf den nächsten Fahrplanwechsel im Juni 2022 bedeuten. 

Im Edeltrudtunnel und auf der B 10 duldeten der Zustand der Betriebstechnik und der Fahrbahnen keinen weiteren Aufschub mehr, denn ohne deren Erneuerung wären über kurz oder lang Totalsperrungen nicht mehr auszuschließen gewesen, erläutert der Baustellenkoordinator: „Als Stadtverwaltung sind wir in der Pflicht, eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur auf Straße und Schiene zur Verfügung zu stellen“.

Im Herbst soll zudem die Erreichbarkeit des Zentrums deutlich verbessert werden, womit der örtlichen Einzelhandel eine zusätzliche Unterstützung erhält.