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Karlsruhe: Presseportal

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18. September 2018

Zukunft-Nord und Marktplatzbeleuchtung thematisiert

Planungsausschuss tagte in der vergangenen Woche nichtöffentlich

Zum letzten Mal leitete Bürgermeister Michael Obert in der vergangenen Woche die nichtöffentliche Sitzung des Planungsausschusses.

Gleich zu Beginn setzten sich dessen Mitglieder mit dem Entwicklungsstand des Wohnquartiers "Zukunft-Nord" auseinander. Laut vorgestellter Markt- und Standortanalyse sei aufgrund der hohen Zuzugsrate eine positive Entwicklung des Makrostandorts Karlsruhe zu erwarten. Wachstumstreiber seien die gute Erreichbarkeit, Wissenschaft und der Dienstleistungssektor. Das neue Quartier im Norden der Fächerstadt könne dabei langfristig zur Wirtschaftsentwicklung beitragen, die aufkommende Nachfrage bedienen und damit auch Immobilienpreise stabilisieren. Möglich sei ein großes und grünes Wohngebiet zwischen Erzbergerstraße und dem Naturschutzgebiet Alter Flugplatz, mit guter Anbindung an das Stadtzentrum. Die Zielgruppen sollten durchmischt sein und sowohl Familien als auch Ein- oder Zwei-Personenhaushalte sowie ältere Menschen umfassen. Mit einer kleinteiligen Planung samt Aufenthalts-, Spiel- und Kommunikationsflächen könne eine nachbarschaftliche Entwicklung gefördert werden. Von Seiten der Stadt Karlsruhe wurde zudem nachdrücklich darauf hingewiesen, dass auch preisgünstiger und geförderter Wohnraum zur Verfügung stehen soll.

Im weiteren Verlauf informierte die Verwaltung in einem Sachstandsbericht zum Rahmen- und Bebauungsplan. Die formulierten Ziele zur Nachhaltigkeit, aufgelistet in der Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNV), würden weiter begleitet sowie erneut bewertet und ein innovatives Abfallkonzept mit einem in den Boden eingelassenen Sammelsystem würde geprüft. Zudem sei unter anderem ein Umweltbericht sowie Gutachten zu Schall und Verkehr, Altlasten und Klima erforderlich. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sei für Oktober vorgesehen. In Ergänzung zum Bebauungsplan werde zudem ein Gestaltungshandbuch erarbeitet, um einen Ort mit prägnantem Image zu schaffen, wobei möglichen Investoren größtmöglicher Spielraum eingeräumt werde. Ziel sei es, einen Leitfaden zu entwickeln, der trotz identitätsstiftender Einheitlichkeit ein großes Maß an Vielfalt und Individualität ermögliche. Im Sinne des IQ-Leitprojekts "Nachhaltig mobiler Stadtteil" werde ein engmaschiges Netz für den Rad- und Fußverkehr berücksichtigt und die Haltestellen der Tramlinie 3 sollen als Rückgrat des Stadtteils fungieren. Kurze Wege über Erschließungs- und beruhigte Straßen sowie die Möglichkeit auf das Auto zu verzichten, sollen zu einem attraktiven Wohnumfeld beitragen und auch PKW-Stellplätze würden deswegen in Sammeltiefgaragen zur Verfügung gestellt werden und nicht sichtbar im Straßenraum. Nach intensiver Diskussion, insbesondere über die Anzahl zur Verfügung stehender Stellplätze, das Abfall-Konzept und die Zukunft des ansässigen NCO-Clubs, stimmte der Planungsausschuss dem weiteren Vorgehen der Verwaltung gemäß des vorgestellten Mobilitätskonzeptes zu.

Neue Beleuchtung am Marktplatz

Bei einem weiteren Tagesordnungspunkt beschäftigte sich das Gremium mit dem geplanten Lichtkonzept für den Marktplatz. Die Ausschussmitglieder stimmten einhellig zu, den Auftrag für die Entwicklung und Bemusterung zweier Varianten von Leuchten sowie einer weiteren Mastvariante mit möglicher Profilierung zu vergeben. Im damaligen Siegerentwurf des Planungswettbewerbs sind neben dem Anstrahlen von prominenten Bauwerken wie Pyramide, zurückkehrendem Ludwigsbrunnen, Stadtkirche und Rathaus relativ hohe Masten am Rande des Platzes vorgesehen, um für die nötige Beleuchtungsqualität in den übrigen Bereichen zu sorgen. Aus verschiedenen Gründen können die historisierenden Schinkelleuchten, welche in der Vergangenheit mehrfach diskutiert wurden, nicht die nötigen Kriterien erfüllen. Durch deren geringe Höhe und Strahlrichtung würden zum Beispiel deutlich mehr Standorte benötigt, wodurch das Bespielen der freien, zentralen Fläche des Platzes nicht mehr uneingeschränkt möglich wäre. Das betonte auch Bürgermeister Michael Obert, der zudem darauf verwies, dass der Platz, so wie er gestaltet würde, den ursprünglichen Plänen Friedrich Weinbrenners näher komme als es in den letzten 120 Jahren der Fall gewesen sei.

Aktuelle Bebauungspläne

Als Momentaufnahme zur Verabschiedung Michael Oberts als Baudezernenten wurde der Planungsausschuss über die Priorisierung aktueller und anstehender Bebauungspläne informiert. Über 100 Verfahren seien es insgesamt, so die Verwaltung, 50 davon würden aktiv bearbeitet. Über 40 Prozent der Bebauungsplanverfahren sind im Bereich Wohnen angesiedelt, aber auch Sporthallen, Staatstheater, Kindergärten und gewerblich genutzte Flächen gehörten dazu. Die Projekte erstreckten sich zudem gleichmäßig über Karlsruhe und etwa 60 Prozent seien von der Stadt selbst initiiert worden, der Rest seien Vorhaben bezogene Bebauungspläne. Priorisierungen entstünden vor allem durch spezifischen Zeitdruck bei einigen Projekten oder Gleichzeitigkeit.