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Karlsruhe: Presseportal

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4. November 2011

Bevölkerungszahl in Karlsruhe steigt weiter an

 

Statistisches Jahrbuch sieht Zuwachs vor allem durch Zuzüge junger Bevölkerungsgruppen

Überdurchschnittlich viele Zuzüge vor allem junger Bevölkerungsgruppen zwischen 15- und 25 Jahren bescheren der Stadt Karlsruhe seit Jahren steigende Einwohnerzahlen. So auch im Jahr 2010, wie aus dem kürzlich vom Amt für Stadtentwicklung veröffentlichten Statistischen Jahrbuch der Stadt Karlsruhe 2011 hervorgeht. Insgesamt zogen im vergangenen Jahr 25.334 Menschen von außerhalb in die Fächerstadt zu, während im gleichen Zeitraum 22.366 Personen wegzogen. Der hierdurch erzielte Wanderungsgewinn von 2.968 Personen war das größte Plus der letzten zehn Jahre. Unter Berücksichtigung des Sterbeüberschusses von 250 Personen aus dem Verhältnis von Geburten und Sterbefällen stieg die Einwohnerzahl der Stadt damit 2010 um 2.718 auf 283.048 Personen mit Hauptwohnung an. Hinzu kommen 17.746 Personen, die eine Nebenwohnung im Stadtgebiet angemeldet haben. Zusammengerechnet lebten damit Ende vergangenen Jahres über 300.000 Menschen (300.850 Wohnberechtigte) in Karlsruhe.

Attraktiver Standort von Hochschulen und Wirtschaft

Die Zahl der mit Nebenwohnung Gemeldeten ist in den letzten drei Jahren immer mehr zurückgegangen, seit die Stadt Karlsruhe jeweils zum Semesterbeginn mit einer Erstwohnsitz-Kampagne für die Anmeldung des Hauptwohnsitzes in der Fächerstadt wirbt. Die Zahlen im neuen Statistischen Jahrbuch belegen nun, dass diese Aktion offenbar Wirkung zeigt. Zeitgleich ist die Zahl der Studierenden immer weiter angestiegen und lag im letzten Wintersemester bei insgesamt 34.975. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), ein Zusammenschluss des Forschungszentrums Karlsruhe und der Universität Karlsruhe, hat mit rund 20.770 immatrikulierten Studentinnen und Studenten im Wintersemester 2010/2011 erstmals die Marke von Zwanzigtausend überschritten. Auch die Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft sowie die Berufsakademie, die in die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) umgewandelt wurde und dadurch Hochschulstatus erlangte, verzeichnen seit Jahren steigende Studentenzahlen. Aber nicht nur als Hochschulstandort strahlt Karlsruhe Attraktivität aus; die Stadt ist auch mit über 218.500 Erwerbstätigen der größte Wirtschaftsstandort am Mittleren Oberrhein. Die Region Mittlerer Oberrhein gehört zu den Regionen Baden Württembergs, die in den vergangenen zehn Jahren einen Beschäftigtenzuwachs verbuchen konnten. Heute arbeiten in der Region knapp 562.000 Menschen, davon fast 40 Prozent im Oberzentrum Karlsruhe.

Dabei gingen Impulse in den letzten Jahren lediglich vom Dienstleistungssektor aus. Im Produzierenden Gewerbe verlor die Stadt in den letzten zehn Jahren 3.100 Arbeitsplätze (minus 8,1 Prozent) vor allem durch Stellenabbau und die Verlagerung von Betrieben. Heute verdient nicht einmal mehr jeder sechste Erwerbstätige in Karlsruhe sein Geld im produzierenden Bereich. Über 83 Prozent aller Arbeitskräfte sind im Dienstleistungsbereich tätig. Ein Aufschwung war vor allem bei den öffentlichen und privaten Dienstleistungen mit 8.400 neuen Arbeitsplätzen (12,7 Prozent) zu spüren, wobei sich allein im Bereich Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleistungen die Zahl der Beschäftigten um 6.200 (12,8 Prozent) erhöhte.

Teilzeitarbeit, Minijobs und immer mehr Erwerbstätige, die zusätzlich einen Nebenjob annehmen - auch in Karlsruhe ist die Landschaft der Beschäftigungsverhältnisse in den letzten Jahren vielfältiger geworden. Zur Jahresmitte 2010 gab es in Karlsruhe 37.200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die einer geringfügig entlohnten Tätigkeit nachgingen, insgesamt 4.558 Fälle bzw. 14,0 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Der Anteil der Frauen an allen Minijobbern lag bei 58,9 Prozent. Viele übten ausschließlich eine geringfügig entlohnte Tätigkeit aus. Seit 2005 hat sich die Zahl der Arbeitskräfte, die ausschließlich im Minijob arbeiten, um 928 auf zuletzt 23.375 im Jahr 2010 erhöht.

Immer mehr Pendler kommen in die Stadt

Mit der Zahl der Beschäftigten steigt auch die Zahl der Pendler vom und ins Umland. Mehr als 91.500 Beschäftigte fuhren im Jahr 2010 täglich zur Arbeit in die Fächerstadt, darunter 40.783 Pendlerinnen und Pendler aus Gemeinden des Landkreises Karlsruhe. Nahezu 13.000 Berufstätige kommen jeden Tag aus der Südpfalz und mehr als 3.000 aus dem Elsass. Im Gegenzug verlassen inzwischen täglich über 30.500 Karlsruherinnen und Karlsruher die Stadt, um zu ihrem Arbeitsplatz in der Region zu gelangen. Zusammengenommen entspricht dies einem täglichen Pendleraufkommen von über 122.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen. Nicht berücksichtigt sind Beamte, Selbständige, Freiberufler, Soldaten und Auszubildende; auch die Ausbildungspendler sind in diesen Werten noch nicht enthalten.

Auch die weiter steigenden Fahrgastzahlen im Karlsruher Verkehrsverbund sind ein Indiz für die intensiven Pendlerverflechtungen. Im vergangenen Jahr beförderten die Karlsruher Verkehrsbetriebe 112,7 Mio. Fahrgäste, womit das Ergebnis vom Vorjahr nochmals um rund 1,9 Mio. (1,7 Prozent) übertroffen werden konnte. Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft zählte 2010 rund 69,8 Mio. Fahrgäste, fast so viele wie im Jahr zuvor. Trotz des gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehrs steigt die Zahl der in Karlsruhe zugelassenen Kraftfahrzeuge weiter an. Insgesamt 152.737 Fahrzeuge wurden am Jahresende 2010 registriert, das entspricht 540 Kraftfahrzeugen bzw. 461 Pkw pro 1.000 Einwohner. Berücksichtigt man nur die Personen im "Führerscheinalter" (18 und mehr Jahre alt), so liegt die Zahl der Pkw sogar bei 542 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner.

Das neue Statistische Jahrbuch informiert auch ausführlich über die Daten aus der Pflegestatistik. Zuletzt erhielten 7.329 Karlsruherinnen und Karlsruher Leistungen aus der Pflegeversicherung. In ambulanter Pflege befanden sich 1.292 Personen (17,6 Prozent); 3.019 vollstationäre Pflegebedürftige (41,2 Prozent) waren in einem der 44 Pflegeheime untergebracht und 3.018 Hilfsbedürftige (ebenfalls 41,2 Prozent) erhielten ausschließlich Pflegegeld.

Dies sind nur einige Entwicklungen, die aus dem großen Datenfundus des Statistischen Jahrbuches abgelesen werden können. Die darin enthaltenen Statistiken zur Stadt- und Regionalentwicklung ergänzt das Amt für Stadtentwicklung ständig mit aktuell verfügbaren Daten im Internet unter www.karlsruhe.de/Statistik. Die Papierausgabe des Statistischen Jahrbuches ist gegen eine Schutzgebühr von zehn Euro direkt beim Amt für Stadtentwicklung, 76133 Karlsruhe, Zähringerstr. 61 (Telefon 0721/133-1230, Fax: 0721/ 133-1239, E-Mail: statistik@karlsruhe.de) erhältlich.