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Karlsruhe: Presseportal

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16. Juli 2012

Gute Stimmung beim Handwerk

Erste Bürgermeisterin Mergen lud zum Dialog ins Haus Solms ein

"Aus den Ergebnissen einer Unternehmens- und Betriebsumfrage und aus der täglichen Arbeit habe ich den Eindruck gewonnen, dass es dem Handwerk gut geht. Ist dieser Eindruck richtig?". Diese Frage stellte Erste Bürgermeisterin Margret Mergen beim Wirtschaftsgespräch mit dem Handwerk, zu dem sie am Donnerstag ins Haus Solms eingeladen hatten. Zu dem alljährlich stattfindenden Austausch waren wieder zahlreiche Vertreter der Handwerkskammer Karlsruhe mit ihrem Präsidenten Joachim Wohlfeil, Vertretern der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe mit Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann sowie viele Vertreter der Handwerksinnungen ins Haus Solms gekommen.

"Wir können aktuell wirklich nicht über Arbeitsmangel klagen", bestätigte Handwerkskammer-Präsident Joachim Wohlfeil die Einschätzung der Wirtschaftsbürgermeisterin. Angesichts gut gefüllter Auftragsbücher betreibe das Handwerk weiterhin offensive Imagewerbung, gerade um auch junge Menschen auf die guten Ausbildungs- und Karrierechancen im Handwerk aufmerksam zu machen. Bei der Suche nach Personal setzt man zudem auf das seit 1. April geltende Anerkennungsgesetz, das die Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen erleichtern soll. Anlaufstelle hierfür ist die Handwerkskammer, wie deren Geschäftsführer Gerd Lutz informierte. Unterstützung bei den Bemühungen um Fachkräfte könnte auch die von der TechnologieRegion Karlsruhe angekündigte Fachkräfteallianz bringen. Wie der Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung Michael Kaiser berichtete, sollen innerhalb von zwei Jahren im Zusammenspiel aller mit dieser Thematik beschäftigten Institutionen in der Region neue Handlungskonzepte und Maßnahmen erarbeitet werden.

Ein großes Betätigungsfeld für das Handwerk zeigte der Geschäftsführer der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (kek) Dirk Vogeley bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie "Klimaneutrales Karlsruhe 2050" auf. Das gesetzte Ziel, die heute bei rund zehn Tonnen pro Kopf liegenden energiebedingten CO2-Emissionen auf höchstens zwei Tonnen pro Kopf zu senken, seien nur durch eine engagierte und konsequente Klimaschutzmaßnahmen, besonders in den Bereichen Mobilität und Gebäudesanierung vonnöten. "Rund 80 Prozent der Gebäude in Karlsruhe sind energetisch überholt, die Kredite günstig wie nie", warb Vogeley bei den Unternehmen sich in diesem Bereich aktiv einzubringen.

"Die Stadt nimmt sich da nicht heraus", wies Erste Bürgermeisterin Mergen darauf hin, dass bei den Investitionen der Kommune die energetische Sanierung mittlerweile der absolute Schwerpunkt sei, Neu- und Ausbauten nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Selbst in Krisenzeiten habe Karlsruhe sich antizyklisch verhalten und zwischen 2009 und 2010 durchschnittlich 56 Millionen Euro jährlich für Baumaßnahmen ausgegeben. Im Doppelhaushalt 2011/2012 stehen 125 Millionen Euro für Bauinvestitionen zur Verfügung. Mittlerweile mache sich die gesamtwirtschaftliche Erholung auch im Stadtsäckel bemerkbar. Ab dem Haushaltsjahr 2011 könne man wieder einen ausgeglichener städtischen Haushalt vorweisen.

Über den Stand der Bauarbeiten bei der Kombilösung und die Verkehrssituation im Stadtgebiet unterrichteten der Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG), Dr. Walter Casazza, und der Leiter des Tiefbauamts, Gerhard Schönbeck. Dabei zeigte Schönbeck auf, wie die Bauarbeiten im gesamten Stadtgebiet durch ein zentrales Managementsystem koordiniert werden. Damit sei gewährleistet, dass Bauvorhaben von städtischen Ämtern oder Versorgungsunternehmen nicht unabhängig voneinander geplant und durchgeführt werden. "Allein 2012 haben wir rund 400 Tiefbau-Maßnahmen, von denen 65 koordinierte Maßnahmen zwischen mehreren Beteiligten sind, sprich mehrere müssen an einem Bereich in diesem Jahr tätig werden", so Schönbeck. Damit werden Arbeiten wie etwa von KASIG, Tiefbauamt, Verkehrsbetriebe, Stadtwerke oder Gartenbauamt auch terminlich zusammengeführt. Eine gute Resonanz, so Schönbeck, sei bei den Information über die Baustellen der Verkehrsmanagementzentrale auf der städtischen Internetseite festzustellen. Dieses Service-Angebot werde demnächst noch um eine Baustellenvorschau erweitert.

Von Seiten des Handwerks wurde beklagt, dass die Vielzahl von Baustellen doch einen erheblichen zeitlichen Mehraufwand mit sich bringe. Angesichts der besonderen Situation sollte auch von Seiten der Ordnungshüter Verständnis für das Handwerk aufgebracht werden, wenn diese möglichst nah an den Einsatzort kommen und parken müssten, um ihre Arbeitsaufträge zu erfüllen. Verständnis bei der Stadt erhofft man sich ebenso bei der Erteilung von Ausnahmegenehmigungen für das Befahren der Umweltzone. Für eine wenige Einsatzfahrten sei es unverhältnismäßig, Investitionen in fünf- bis sechsstelliger Höhe zu verlangen.