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Karlsruhe: Presseportal

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28. Februar 2012

Rechnerisch besteht ein Bedarf an 154 Hektar Gewerbefläche

Gewerbeflächenstudie in Ausschüssen/ Bestand von 146 Hektar mit unterschiedlicher Verfügbarkeit/Datengrundlage für Fortschreibung Flächennutzungsplan

Die Stadt Karlsruhe zählt zu den wachstumsstärksten Wirtschaftsräumen Deutschlands. Für eine marktorientierte Gewerbeflächenentwicklung von Bedeutung ist die Frage, wie sich die Nachfrage in quantitativer und qualitativer Hinsicht in den nächsten Jahren entwickeln wird.

Anhaltspunkte hierfür liefert eine aktuelle Studie zum Bedarf an Gewerbeflächen. Danach hat Karlsruhe einen rechnerischen Bedarf an gewerblichem Bauland von rund 154 Hektar. Dem steht ein Angebot - kurz- bis mittelfristig verfügbare oder als Potenzial im Flächennutzungsplan (FNP) verankerte Gewerbeflächen - von rund 146 Hektar gegenüber. Allerdings stellen die Gutachter fest, dass nicht alle Flächen gleichgut für eine gewerbliche Nutzung geeignet sind, weshalb sie eine aktive Flächenpolitik nahe legen.

Mit der Untersuchung zu den wirtschaftlichen Perspektiven im Wirtschaftsraum Karlsruhe hatten die Stadt Karlsruhe und der Nachbarschaftsverband Karlsruhe (NVK) ein Konsortium aus der Firma CIMA und dem Büro Planquadrat beauftragt. Die Studie benennt den Gewerbeflächenbedarf, bewertet die Flächenpotentiale und gibt Handlungsempfehlungen für eine künftige Gewerbeflächenpolitik. Die Gutachter kommen zum Ergebnis, sich bei der Entwicklung von gewerblichen Flächen vor allem auf bestehende sowie neue qualitativ hochwertige Gewerbestandorte zu fokussieren. Ihre Empfehlung beinhaltet den sparsamen Flächenverbrauch durch Verdichtung und Wiederverwertung militärischer und gewerblicher Flächen sowie die Aktivierung von FNP-Flächen mit guter Lagegunst. Weitere Anregung ist, im FNP bereits berücksichtigte, aber entbehrliche Flächen zugunsten von stark nachgefragten Lagen und Qualitäten zu tauschen. Und schließlich sollte bei der Ausweisung neuer Flächen die Bestandsanalyse zur Karlsruher Wirtschaftsstruktur den Weg weisen. Danach gibt es in Karlsruhe insbesondere eine Nachfrage nach attraktiven Bürostandorten, nach klassischen Gewerbegebieten ohne konfliktträchtige Gemengelage sowie an städtischen Standorten für Arbeiten, Wohnen und Freizeit.

Mit den Erkenntnissen für Karlsruhe hatte sich kürzlich der gemeinderätliche Planungsausschuss unter Leitung von Bürgermeister Michael Obert gemeinsam mit dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung und deren Vorsitzenden, Erste Bürgermeisterin Margret Mergen, befasst. "Mit dem Bericht bekommen wir eine sehr gut aufbereitete Betrachtung zum gewerblichen Bauland an die Hand", war sich Bürgermeister Michael Obert mit den Ausschussmitgliedern sowie EB Mergen einig. "Sie liefert die Diskussionsebene mit dem Fokus auf die Arbeitsplätze von Morgen", betonte Mergen.

Die Studie zur gesamten Wirtschaftsregion wird die Verbandsversammlung des NVK Mitte März beschäftigen. Die Gewerbeflächenstudie fließt - wie auch die Tragfähigkeitsstudie, welche Datengrundlage für die Umweltbelange ist - in den Abwägungsprozess im Rahmen der Fortschreibung des Flächennutzungsplans ein.

Attraktive Bürostandorte und klassische Gewerbegebiete nachgefragt

Für die Gewerbeflächenstudie herangezogen haben die Gutachter die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - Stichworte: Bevölkerungsentwicklung, Branchenstruktur sowie Beschäftigungsprognose. Zur Ermittlung des Bedarfs wurde zudem das Nachfrageprofil in der Vergangenheit analysiert. Danach sondieren in Karlsruhe vor allem Betriebe mit Verlagerungs- und Erweiterungsabsicht den Gewerbeflächenmarkt. Aus der Analyse des Wirtschaftsraums Karlsruhe und einem Abgleich mit weiteren fachspezifischen Kennziffern errechnet sich bis zum Jahre 2025 einen Bedarf an gewerblich genutzter Netto-Fläche von rund 100 Hektar. Die Nachfrage lässt sich vor allem den qualifizierten Bürostandorten (rund 42 Hektar) und klassischen Gewerbegebieten (rund 38 Hektar) zuordnen sowie den urbanen Standorten (rund 17 Hektar) mit einem Mix aus Dienstleistern und ergänzenden Nutzungen. Weil der FNP den Blick auch über das Jahr 2025 hinaus richten muss, empfiehlt die Studie, weitere knapp 54 Hektar planerisch zu berücksichtigen, woraus sich ein Gesamtbedarf von rund 154 Hektar ergibt.

"Steckbriefe" für 14 Gewerbebereiche

Für insgesamt 14 Gewerbebereiche (und damit für über 90 Prozent der im FNP dargestellten gewerblichen Bauflächen) wurden "Steckbriefe" mit Stärken oder auch Schwächen erstellt. 86 Prozent der erfassten Flächen entfallen auf klassische Gewerbegebiete oder die Sonderstandorte Raffinerie und Hafen. Nur knapp 45 Hektar der freien Flächenpotentiale (rund 82 Hektar) sind nach Einschätzung der Gutachter kurz- bis langfristig verfügbar. Zusammen mit den Flächen, die in der Fächerstadt zurzeit konkret entwickelt werden - etwa Alter Schlachthof oder City Park - sowie den im FNP bereits enthaltenen gewerblichen Flächen von knapp 91 Hektar kommt die Studie auf ein Gesamtangebot von etwa 146 Hektar mit unterschiedlicher Verfügbarkeit und Attraktivität.