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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. September 2013

Theater in der Orgelfabrik spielt "Der Fluch des Golem"

LLUSTRE GESELLSCHAFT IM SCHLOSS DER GRÄFIN: Das Theater in der Orgelfabrik zeigt derzeit in seiner 26. Spielzeit das von Franco Rosa inszenierte Stück "Der Fluch des Golem". Foto: pr

LLUSTRE GESELLSCHAFT IM SCHLOSS DER GRÄFIN: Das Theater in der Orgelfabrik zeigt derzeit in seiner 26. Spielzeit das von Franco Rosa inszenierte Stück "Der Fluch des Golem". Foto: pr

 

Mystische Mär in opulenten Bildern - Auf historisches Gemäuer zugeschnittene Schauergeschichte läuft bis zum 12. Oktober

Auf eine stringente Erzählhandlung mit rotem Faden verzichtet die Inszenierung von Franco Rosa. Dafür glänzt sie mit schauspielerischen Delikatessen. Wie etwa mit dem Spiel im Spiel, bei dem Puppenspieler Suru (Ramayya Kumar) der Schlossgesellschaft mit seinen Marionetten die Legende des vom Rabbiner Judah Löw im Prag des 16. Jahrhunderts geschaffenen Golems näher bringt.


Das Theater in der Orgelfabrik (Thidor) hat bemerkenswert langen Atem. Seit 26 Jahren überzeugen die Thidor-Macher Gabriele Michel und Franco Rosa Publikum und Kritik mit ihren farbenprächtigen Inszenierungen, die sie ganz auf die düster-schauerliche Atmosphäre im historischen Gemäuer zuschneiden. Insgesamt 45 Stücke haben Michel und Rosa zusammen mit über 60 Darstellern im letzten Vierteljahrhundert auf die Bühne gebracht. Und sich nach Kafkas "Proceß" oder Edgar Allan Poes "Der Untergang des Hauses Usher? in den vergangenen Spielzeiten jetzt mit ?Der Fluch des Golem" eine weitere Gruselgeschichte mit skurrilem Hintergrund vorgenommen.

Leibhaftig taucht das nach der jüdischen Mythologie überlieferte, von Menschenhand aus den vier Elementen geschaffene Fabelwesen in der knapp zweistündigen szenischen Abfolge nicht auf. In den Köpfen der illustren Gesellschaft, die sich da am Vorabend des Ersten Weltkriegs im düsteren Schloss über Prag versammelt, ist der Golem jedoch allgegenwärtig. Wie der verschwundene Sohn des verstorbenen Grafen und ein verborgener Schatz. Dem gilt vor allem das Interesse der Gauklertruppe um Kartenlegerin ?böhmische Liesel? (Gabriele Michel), die sich bei Gräfin Polixena Zaharadka (Martina Eckrich), ihrem Schwager Baron Konstantin Zaharadka (Rainer Haring), Maler Ferri Athenstädt (Oliver Grimm) und Dienstmädchen Rosina (Katrin Wünschel) nieder gelassen hat.

Auf eine stringente Erzählhandlung mit rotem Faden verzichtet die Inszenierung von Franco Rosa. Dafür glänzt sie mit schauspielerischen Delikatessen. Wie etwa mit dem Spiel im Spiel, bei dem Puppenspieler Suru (Ramayya Kumar) der Schlossgesellschaft mit seinen Marionetten die Legende des vom Rabbiner Judah Löw im Prag des 16. Jahrhunderts geschaffenen Golems näher bringt. Bizarre wie knallige Kostümierungen untermalen gekonnt die Charaktere der Darsteller. Und die von gruselig bis farbenfroh punktgenau gesetzten Lichteffekte (Peter Schmitt) lassen die Aufführung zum opulenten Bilderbogen der mystischen Mär werden.    

 Die nächsten Vorstellungen von der ?Der Fluch des Golem? sind am 13., 14., 21. und 28. September sowie am 5., 11. und 12. Oktober. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Kartenvorbestellung unter Telefon 471443, per Fax unter 4763830 oder per E-Mail an: orgelfabrik@t-online.de.

Parallel zum "Fluch des Golem" hat das Thidor zusätzliche Angebote. In der Mittwoch-Reihe "Welt der Musik" spricht Hanno Botsch am 18. September über "Bachs Musik". Und in den halbszenischen Lesungen "Schwarze Freitage" können die Besucher einen ganz neuen Father Brown kennen lernen. Am 20. September in ?Mord auf der Bühne?, am 27., in "Mord im Aufzug", am 4. Oktober in "Mord im Schloss". Beginn: jeweils 20 Uhr.


 
 

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