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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Oktober 2013

"Helmhelden" starteten in Karlsruhe

TOUR FÜR FREIWILLIGEN KOPFSCHUTZ: Bürgermeister Michael Obert schickte vom Karlsruher Stephanplatz aus die 76 Helmhelden auf ihre "Werbefahrt". Foto: Fränkle

TOUR FÜR FREIWILLIGEN KOPFSCHUTZ: Bürgermeister Michael Obert schickte vom Karlsruher Stephanplatz aus die 76 Helmhelden auf ihre "Werbefahrt". Foto: Fränkle

 

Verkehrswacht warb mit Radtour für den Kopfschutz / freiwillig aufsetzen

Keine Helmpflicht für Radler, stattdessen eine alltagstaugliche freiwillige Entscheidung für den Kopfschutz: Darin war sich Bürgermeister Michael Obert zum Start der Tour "Ich trag Helm - Helmhelden unterwegs" mit Roland Lay, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Karlsruhe, einig.

Mit der bundesweiten Pro-Helm-Aktion wolle die Verkehrswacht Deutschland im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums "auf die Gefahren für Radfahrer hinweisen und zugleich auf zwei Rädern Werbung für den Helm machen", erläuterte DVW-Pressesprecherin Hannelore Herlan.

Das Aufklärungsfeld ist dabei groß, wusste doch Obert von einer aktuellen Umfrage in Karlsruhe zu berichten, wonach 88 Prozent - oft aus Nachlässigkeit oder Bequemlichkeit - auf den Helm verzichten. Für die 200 Meter zum Bäcker nehme man das "helmlose Gefährdungspotential" in Kauf, auf längeren Strecken sei "mit" selbstverständlich, definierten einige für sich ihre alltagsnahe Entscheidung.

Obert wies darauf hin, dass es auch ohne Gesetz bereits eine indirekte Helmpflicht gibt  - und zwar über die Rechtsprechung. Diese geht beim Ausgleich von Schäden bei Radlern ohne Helm von einer Mithaftung aus.

Während die Karlsruherinnen und Karlsruher beim Helmtragen nicht aus dem Bundesdurchschnitt  (Herlan: "Durchschnittlich 13 Prozent tragen derzeit Helm") herausstechen, machte die Fächerstadt mit ihrer konsequenten Radförderung und durch gutes Abschneiden beim Fahrradklimatest auf sich aufmerksam - ein Grund, weshalb die DVW für den Start der Radtour auch Karlsruhe auswählte.

Insgesamt 43 Teilnehmerinnen und Teilnehmer radelten bis Sonntag bei weitgehend trockenem Herbstwetter die komplette Vier-Tages-Strecke bis  Speyer. Auf jedem Teilstück schlossen sich Tagesradler an.

Bevor Bürgermeister Michael Obert auf dem Stephanplatz den Startschuss für die 76 "Helmhelden" gegeben hatte, die von Karlsruhe nach Landau radelten, wurde vom Tour-Mobil aus ein buntes Bühnenprogramm geboten. Und alle Radfahrenden konnten an den Info- und Serviceständen unter anderem einen fachlichen Blick auf ihr Rad werfen lassen.

"Das machen wir gleich", meinte etwa der Experte am Servicestand, schritt zur Tat. - und das schleifende Schutzblech gehörte der Vergangenheit an. "Ein Helm ruiniert meine Frisur" - diese Ausrede eitler Radgenossen zählt nicht mehr, erfuhr man an einem anderen Stand. Dort wurde der Radler-Airbag vorgeführt - im Ruhezustand kommt dieser als locker sitzender Kragen daher, bei einem Sturz soll die Anschaffung in die Sicherheit in Sekundenschnelle den Kopf durch ein ihn umhüllendes Luftkissen schützen.  -rie-

 
 

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