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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Oktober 2013

Soziales Klima positiv beeinflusst

AN VIELEN HALTESTELLEN können Rolli-Fahrer ebenerdig in die Bahn gelangen. Das ist mit ein Verdienst des Behindertenbeirats. Foto: Fränkle

AN VIELEN HALTESTELLEN können Rolli-Fahrer ebenerdig in die Bahn gelangen. Das ist mit ein Verdienst des Behindertenbeirats. Foto: Fränkle

 

Gemeinderat: Viel Lob für Jahresbericht 2012 des Beirates für Menschen mit Behiderung/ Neuwahl des seit 2003 bestehenden Gremiums im November

Barrierefrei in öffentliche Gebäude, Wahllokale oder in die Tierhäuser im Zoo gelangen - was selbstverständlich scheint, ist für Menschen mit Handicap eine echte Herausforderung. Ganz oben auf der Agenda stehen diese Themen beim Beirat für Menschen mit Behinderungen, dessen Jahresbericht 2012 der Gemeinderat jüngst einhellig mit viel Lob bedachte.

Seit 2003 verschafft das Gremium den rund 25.000 Menschen mit Behinderung in der Fächerstadt Gehör und Stimme, setzt sich für gleichberechtigte Teilhabe ein und öffnet jenen ohne Einschränkungen die Augen.

Am 8. November wird der Beirat für die nächsten fünf Jahre neu gewählt und erstmals können sich nicht nur Vereine und Selbsthilfegruppen aus der Behindertenhilfe, sondern auch Einzelbewerber zur Wahl stellen. Der Beirat beeinflusse das "soziale Klima positiv", ermunterte Sozialdezernent Martin Lenz bei der Vorstellung des Berichts im Plenum die Männer und Frauen, weiter "Missstände aufzuzeigen" und konstruktiv Kritik zu üben.

Für die "wunderbare Arbeit" dankte CDU-Stadträtin Christa Köhler bei der Aussprache. Der Beirat habe in den Köpfen der Bürgerinnen und Bürger "Veränderungen bewirkt, Spuren hinterlassen, Schwellen beseitigt", will Stadtrat Michael Borner (GRÜNE) bei den nächsten Haushaltsberatungen die Barrierefreiheit des Begegnungszentrums Wolfartsweier aufgreifen.

"Freundlich hartnäckig und konsequent" hätten die Lobbyarbeiter um ihre Vorsitzende Stefanie Ritzmann Verbesserungen "zäh erkämpft", das war für Ute Müllerschön (SPD) "mustergültig". Die "gute Verzahnung" zwischen Fraktionen und Beirat, hob FDP-Stadtrat Thomas Kalesse hervor, während KAL-Sprecherin Margot Döring den Blick darauf lenkte, was noch alles zu tun sei. Das Problem behindertengerechter öffentlicher Toiletten etwa sei noch nicht gelöst.

Jeden beeindrucke die "unvergleichliche Diplomatie" der Akteure, hätte Linke-Stadträtin Sabine Zürn durchaus Verständnis, "wenn Sie manchmal richtig wütend wären", weil vieles "einfach unheimlich lange dauert" und unnötig Kraft raube. Viele Anliegen des Gremiums würden mit "beliebten Sparargumenten" vom Tisch gewischt.

Die Erfolge des Behindertenbeirats kämen allen zugute, die nur eingeschränkt mobil seien, unterstrich FW-Stadtrat Eduardo Mossuto.

Auch OB Dr. Frank Mentrup dankte den ehrenamtlich Tätigen für ihren Einsatz und hoffte, "sie finden gute neue Kandidaten". Und auch diesen dürfte die Arbeit nicht ausgehen. Es gibt noch einige "Baustellen": So fordern die jetzigen Kämpfer in eigener Sache weitere barrierefreie Maßnahmen im Hauptbahnhof, bei den Verkehrsbetrieben, im Staatstheater und den Geschäften in der Innenstadt. Außerdem brauche es mehr barrierefreien Wohnraum sowie inklusive Bildung von Kindern in Kitas und Schulen. -maf-

 
 

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