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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. Oktober 2013

Rinderspalter trifft Panamahut

GESUCHT UND GEFUNDEN: Insgesamt 85 Leihgeber stellten für "Durlach gesucht!" Exponate wie den Panamahut und die Geschichten dazu zur Verfügung. Die Schau im Pfinzgaumuseum läuft bis 23. März. Foto: Fränkle

GESUCHT UND GEFUNDEN: Insgesamt 85 Leihgeber stellten für "Durlach gesucht!" Exponate wie den Panamahut und die Geschichten dazu zur Verfügung. Die Schau im Pfinzgaumuseum läuft bis 23. März. Foto: Fränkle

 

Ausstellung "Durlach gesucht" eröffnet / Gegenstände erzählen Geschichten und Geschichte

Der Mann mit Hut gehört zum Durlacher Stadtbild. Ob bei Regen oder Sonne, zu Fuß oder auf dem Rad: Wolfgang Semmler ist stets mit Kopfbedeckung unterwegs. Mit wechselnder.

Der Spross der seit dem 16. Jahrhundert in Durlach eingesessenen Familie nennt ein gutes Dutzend Hüte unterschiedlicher Provenienz sein eigen. Trägt sie je nach Witterung. Das Prunkstück seiner Kollektion braucht er derzeit nicht. Und so hat Herrn Semmlers Panamahut im Pfinzgaumuseum Winterquartier bezogen. Als Teil der Ausstellung "Durlach gesucht!". In der erzählen Gegenstände Geschichten und Geschichte. Künden vom Alltag der Menschen, aber auch von großen Leidenschaften oder kuriosen Funden. Wie die Pickelhaube des Soldaten Heinrich Pletsch, die Gerhard Kabierske im Keller seines Hauses aufstöberte.

Doch nicht nur mancherlei Kopfbedeckungen oder andere Dinge, die wie Harald Brauns E-Bass aus der Zeit des Starclubs, der erste Kassettenrekorder von Ulrich Schoeps oder die Milchkanne von Günter Bertsch an Wegmarken aus dem Leben von "Ur"-Durlachern erinnern, sind im Raum für Wechselausstellungen in der Karlsburg zu sehen.

Zu den 85 Exponaten gehören auch Leihgaben von Menschen, die in Durlach in den letzten Jahren eine neue Heimat fanden. So erzählt ein mächtiger Rinderspalter von Osman Kurals früherem Beruf als Schlachter oder die von Susanne Atkinson gleich daneben drapierte Packung Spaghetti von deren erster Begegnung mit italienischen Gastarbeitern. Die Geschichten zu den Dingen erfahren Interessierte auf Tafeln bei den einzelnen Ausstellungsstücken.

Die Absicht des Museums, "Besucher nicht nur als Publikum, sondern auch als Experten der Geschichte zu sehen", stellte Bürgermeister Wolfram Jäger bei der Eröffnung in den Vordergrund. Ein neuer partizipativer Ansatz, von dem sich Ausstellungsmacherin und Museumsleiterin Dr. Alexandra Kaiser  "interessante Anregungen und Begegnungen" verspricht.

Lauftraining und Turmbergwein

Die Ausstellung "Durlach gesucht! Menschen, Dinge und Geschichten"  hat jeweils samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet einen Euro, ermäßigt 50 Cent. In der Schau können die Besucher ein Statement zu Durlach als Videobotschaft auszeichnen. Zum partizipativen Ansatz der bis 23. März zu sehenden Präsentation gehört auch ein umfangreiches Begleitprogramm mit teils ungewohnten Veranstaltungsformaten. Auf die im Museum zu sehenden Laufschuhe etwa bezieht sich ein einstündiges Lauftraining von der Karlsburg zum Turmberg und zurück, das Marcus Drewski am Samstag, 19. Oktober, Freizeitläufern jeden Alters anbietet. Treffpunkt ist um 14 Uhr vor der Karlsburg. Am Tag darauf, Sonntag, 20. Oktober, unternimmt Museumsleiterin Dr. Alexandra Kaiser um 11 Uhr einen Ausstellungsrundgang mit Gästen, die ihr jeweils persönliches Objekt in der Präsentation vorstellen. Und am Dienstag, 22. Oktober, um 19 Uhr stehen Vorträge von Harald Dürr und Dr. Ferdinand Leikam zum Thema "Der Turmberg. Wahrzeichen und Naherholung im Wandel" mit anschließender Verkostung von Weinen aus dem Staatsweingut Karlsruhe-Durlach auf dem Programm. Der Eintritt zu den beiden Vorträgen ist frei, für die Verkostung wird ein Unkostenbeitrag in Höhe von 9 Euro erhoben. Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Rahmenprogramm unter:  www.karlsruhe.de/pfinzgaumuseum -trö-

 
 

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