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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. Oktober 2013

Schicksal verbindet

"Selbsthilfe" beim Welttag seelischer Gesundheit

Die Stühle reichten tatsächlich hinten und vorne nicht. Der Publikumszuspruch bei der zentralen Veranstaltung des Welttags der seelischen Gesundheit zu "Chancen und Risiken der Selbsthilfe" war so groß, dass die Infotische im Saal des Internationalen Begegnungszentrums kurzerhand ausgelagert werden mussten, um Platz zu gewinnen.

Oft verursachen seelische Beeinträchtigungen Vereinsamung und Rückzug. "Sie haben den Anschluss nicht verloren" war OB Dr. Frank Mentrup angesichts der vielen Gäste und Fachleute aus Stadt und Landkreis "überwältigt". Selbsthilfegruppen böten Gelegenheit, Menschen mit gleichem Schicksal und damit verbundenen Erfahrungen zu treffen, nannte Mentrup einen von vielen Gründen für deren Attraktivität. Weiter ließen sich Interessen etwa über Patientenforen bündeln. Und bei seltenen Erkrankungen verschaffe man sich in Forschung und Industrie die nötige Aufmerksamkeit.

Die Selbsthilfebewegung hat sich seit Anfang der 1980er Jahre qualitativ und quantitativ weiterentwickelt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung gesundheitlicher und sozialer Probleme Betroffener. Inzwischen gibt es bundesweit zwischen 70.000 und 100.000 Initiativen mit zwei bis drei Millionen Teilnehmern.

In Karlsruhe arbeiten um die 200 Zusammenschlüsse in eigener Sache. Als "Juwel" bezeichnete die städtische Psychiatriekoordinatorin Marion Schuchhardt das Selbsthilfebüro der Paritätischen Sozialdienste im Hardtwaldzentrum, das Hilfesuchenden das passende Angebot vermittelt und Gründungen unterstützt. Ob "Schiller 33", Kreis der Angehörigen psychisch Erkrankter, "Bipolar", "Kauz", "Künstlergemeinschaft Micro Utopia" der Freitagsclub an der Psychiatrischen Klinik Karlsruhe oder "Locker", eine Radiosendung von Psychiatrie-Erfahrenen im Querfunk - die Bandbreite ist groß. -maf-

 
 

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