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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. Oktober 2013

Mentrup für mehr Kostentransparenz

Prognose für Kombilösung nach oben korrigiert/OB: "Ärgerlich"/Standards definieren

"Transparenz schafft Vertrauen, gerade wenn man unangenehme Botschaften mitzuteilen hat". Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup musste in dieser Woche die Kosten für die Kombilösung korrigieren, bleibt aber in puncto Offenheit auf Kurs.

Die gut 788 Millionen Euro, die das Stadtoberhaupt Ende April in einer öffentlichen Informationsveranstaltung erstmals als prognostiziertes Investitionsvolumen für die beiden Teilprojekte der Kombilösung vorstellte, bezifferten die reinen Baukosten - 566 Millionen für den Stadtbahntunnel, hochgerechnete 222 Millionen für den Straßentunnel Kriegsstraße.

Tatsächlich sind in der damaligen Darstellung die Kosten für Finanzierung, Marketing und Personal sowie Versicherungen außen vorgeblieben. "Ärgerlich", lautet Mentrups Urteil, da er von einer Gesamtkostenrechnung ausging. Aus dieser Erfahrung will das Stadtoberhaupt Konsequenzen für die Zukunft ziehen. "Um die Vergleichbarkeit von Kostenberechnungen für Großprojekte in der Verwaltung und im gesamten Konzern Stadt gewährleisten zu können, brauchen wir einheitliche Verfahren", sagt Mentrup. Es müsse sichergestellt sein, dass Gesamtkosten immer die gleichen Kostenblöcke einschlössen und Hochrechnungen mit identischen Faktoren durchgeführt würden. Die Vereinheitlichung der Standards sei von ihm beauftragt, so der OB, um künftig Transparenz gewährleisten zu können.

Der Unterschied zwischen den reinen Baukosten von 788,6 Millionen Euro zu den Gesamtkosten in Höhe von 868,8 Millionen Euro setzt sich aus fünf Positionen zusammen. Die Finanzierungskosten belaufen sich auf 51 Millionen Euro. Die Marketingkosten sind mit sieben Millionen Euro beziffert und die Personalkosten mit 9,5 Millionen - Kosten, die etwa durch städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstehen, die bei der KASIG eingesetzt sind.

Diese Aufwendungen waren bereits im April bekannt. Seitdem neu hinzu gekommen sind die 1,3 Millionen Euro für eine Bauwesenversicherung, die abgeschlossen werden musste. Auf 11,3 Millionen Euro belaufen sich zudem Mehrkosten, die seit der damaligen Informationsveranstaltung für den Bau des Stadtbahntunnels Kaiserstraße mit Südabzweig ermittelt wurden. Die Prognose zu den Kosten für den Umbau Kriegsstraße lässt sich erst nach der Ausschreibung der Leistungen weiter präzisieren. -bw-

 
 

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