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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. November 2013

Bahnhofsfrage gelöst

NOCH BAUSTELLE: Der neue Hauptbahnhof. Bild: Stadtarchiv

NOCH BAUSTELLE: Der neue Hauptbahnhof. Bild: Stadtarchiv

 

Vor 100 Jahren zog Hauptbahnhof südlich des Stadtgartens

In Karlsruhe kommen seit 1843 Züge an, seinerzeit am Hauptbahnhof in der Kriegsstraße. An dieser Stelle steht heute das Badische Staatstheater.

Wachsender Bahnverkehr hatte bald zur Folge, dass der Bahnübergang am Ettlinger Tor zwischen 5 Uhr morgens und 10 Uhr abends fast 10 Stunden am Tag geschlossen war. Die Schienen mitten durch die Stadt waren der „eiserne Gürtel“. Für Fußgänger gab es seit 1873 unbeliebte eiserne Stege. Die „Bahnhofsfrage“ musste gelöst werden. Ideen waren etwa ein Kopfbahnhof östlich des damaligen Standorts oder die Gleise in Hochlage zu legen.

Schließlich kam seit 1898 der Plan zur Neuanlage eines Hauptbahnhofs südlich des Stadtgartens beim Lauterberg auf. Die Frage hatte einen „Bahnhofskrieg“ in der öffentlichen Meinung ausgelöst. Auf dem Gelände gab es seinerzeit noch den künstlich angelegten Lautersee und Pläne für höherpreisige Wohnbebebauung.

Die Lage weit vor der Stadt wurde von Neubaugegnern kritisch angeführt. Die Entscheidung aber fiel 1905 zugunsten des Neubaus südlich des Stadtgartens. In einem deutschlandweiten Architekturwettbewerb errang das Karlsruher Büro Billing&Vittali den ersten Preis. Umgesetzt aber wurde der neue Hauptbahnhof nach Querelen mit der Eisenbahn und wegen der Kosten vom drittplatzierten August Stürzenacker im Jugendstil. 1907 begannen die Arbeiten an Karlsruhes Verkehrsgroßprojekts, das 1913 abgeschlossen wurde. -jsk-

 
 

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