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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. November 2013

Experiment wagen

Kinderbetreuung bis 2015 flexibler handhabbar

Auf zwei Jahre befristet ist das Flexibilisierungspaket, das Kultusministerium und Verbände auf den Weg gebracht haben und das den weiteren Ausbau der Betreuung von Kindern unter drei Jahren so unbürokratisch und flexibel wie möglich machen soll. Die gemeinsamen Empfehlungen reichen von erleichterten Betriebserlaubnisverfahren über flexible Lösungen bei den Gruppengrößen, Möglichkeiten von Platz- und Raumsharing bis zu baurechtlichen Fragen.

Karlsruhe hat deshalb seine Förderrichtlinien bis Juli 2015 neu gefasst  - mit einhelliger Zustimmung des Gemeinderats. Danach bezuschusst die Stadt Personalkosten für zusätzliche „geeignete Kräfte“, die notwendig werden, weil die bislang auf zehn Kleinkinder begrenzte Gruppengröße erhöht werden darf. Kinder sollen außerdem mit zwei Jahren und neun Monaten in eine Gruppe für über Dreijährige wechseln dürfen - auch hier wird ein erhöhter Fachkräfteschlüssel gefördert. Und schließlich unterstützt die Stadt Fortbildungstage für Nachqualifizierung. Von 42 Trägern hätten vier Interesse bekundet, wollte Bürgermeister Martin Lenz Flexibilisierung dort zulassen, „wo dies gewünscht wird“. Karlsruhe habe alles bislang „gut hinbekommen“, es gebe „keine Klagen“, deshalb spiele das Thema hier nicht die Rolle, die ihm woanders zukomme.

Trotz Zustimmung sah CDU-Stadträtin Bettina Meier-Augenstein die „Erhöhung der Gruppenstärke“ oder auch „Aufweichungen im Baurecht“ unter Qualitätsgesichtspunkten kritisch. Auch Dr. Christofer Leschinger von den Grünen ging „Qualität vor Quantität“, allerdings setze die Stadt das Ganze so „moderat um“, dass er keine Gefahr sehe.

Vielleicht lasse sich dem Fachkräftemangel damit besser begegnen, hoffte SPD-Stadträtin Yvette Melchien und auch Heinz Golombeck (FDP) wollte das „Experiment wagen“ und dessen Ergebnisse abwarten. Die Entscheidung liege bei den Trägern betonte KAL-Sprecherin Margot Döring, während Stadtrat Niko Fostiropoulos (Die Linke) auf Widersprüche aufmerksam machte. Man verschlechtere das Betreuungsverhältnis, „statt tatsächlich mal richtig hinzulangen“.  -maf-

 
 

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