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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. November 2013

Stolpersteine für Landtagsabgeordnete: Schwelle hilft gegen das Vergessen

VON DEN NAZIS VERFOLGT: Vor dem Ständehaus erinnern seit Sonntag elf Stolpersteine an die Volksvertreter aus ganz Baden. Foto: Fränkle

VON DEN NAZIS VERFOLGT: Vor dem Ständehaus erinnern seit Sonntag elf Stolpersteine an die Volksvertreter aus ganz Baden. Foto: Fränkle

 

Gedenkveranstaltung für elf mutige badische Politiker im Widerstand gegen die Nazis

Sie waren Abgeordnete des Badischen Landtags, der im Karlsruher Ständehaus getagt hat. Sie waren engagierte Gegner der Nationalsozialisten, wurden von den Nazis verfolgt, verhaftet, getötet, in den Selbstmord getrieben oder sind an Folgen der Hetze wegen Krankheit oder Erschöpfung gestorben.

Seit Sonntag erinnert eine "Stolperschwelle" vor dem Haupteingang der Stadtbibliothek an die elf Nazi-Gegner aus ganz Baden. Da, wo sich heute die Stadtbibliothek befindet, stand bis zur Kriegszerstörung das Ständehaus.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte auf Initiative des Vereins "Gegen Vergessen - für Demokratie" und der Stadt Karlsruhe je einen seiner Stolpersteine für jeden der Politiker. Seit kurzem hat er sein Konzept geändert und verlegt auch Stolpersteine vor der Wirkungsstätte der Geehrten. Die Patenschaft für die elf Steine haben Initiativen aus ganz Baden von Konstanz bis in den Rhein-Neckar-Raum übernommen. Sie stellten die Geehrten bei einer Gedenkveranstaltung nach der Verlegung kurz vor.

Klaus Bregler von der Initiative "Stolpersteine Heidelberg" freute sich, dass mit Hermann Böning auch eines Kommunisten gedacht wird. Dr. Uwe Brügmann aus Konstanz würdigte den SPD-Mitbegründer in der Bodenseestadt, Karl Großhans. Für Josef Heid sprach Julius Heimstädter vom SPD-Stadtverband Bruchsal. Doris Fürgut-Bickel, SPD Karlsruhe, würdigte Dr. Leopold Kullmann, Dr. Susanne Himmelheber aus Heidelberg Dr. Guido Leser. Dr. Monika Pohl, Biografin von Ludwig Marum, brachte das Schicksal des bereits 1934 in Kislau ermordeten Landtags- und Reichstagsabgeordneten und Ministers in Erinnerung.

"Freiburg braucht eine Mahn- und Gedenkstätte", fordert die Initiative, der Wolfgang Dästner angehört. Er stellte Christian Daniel Nussbaum vor. Dr. Andrea Hoffend von "Gegen Vergessen - Für Demokratie" berichtete von Georg Reinbold, der südwestdeutsche Sozialdemokraten aus dem Exil unterstützte und 1946 in New York starb. Den Metallarbeiter-Gewerkschafter Leopold Rückert würdigte schließlich Angel Stürmlinger von der IG Metall. -erg-

 
 

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