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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. November 2013

Warum es wie läuft

 

Erstberatung für Flüchtlinge in der LEA / Projekt befristet

Sie sind durch Krieg und Elend in ihrer Heimat traumatisiert, von der gefährlichen Reise erschöpft und haben vielen Fragen - wenn Flüchtlinge aus aller Welt in der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) in Karlsruhe anlanden, brauchen sie dort Ansprechpartner.

Und die haben sie jetzt. Caritas, Diakonie und der Freundeskreis Asyl bieten seit August eine gemeinsame Verfahrens- und Sozialberatung an. Über erste Erfahrungen berichteten die Träger jetzt bei einer Presskonferenz.

Das fünfköpfige Team hilft den Neuankömmlingen, die in der Regel nach sechs Wochen auf 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg verteilt werden, sich zurecht zu finden und möglichst erfolgreich Asyl zu beantragen. Dabei gilt das Hauptaugenmerk jenen, die nicht aus wirtschaftlicher Not ihr Land verlassen, sondern die politisch verfolgt sind und gute Chancen auf Anerkennung haben. So oder so: "Wer flieht, tut dies nicht aus Übermut", unterstrich Caritas-Vorstand Hans-Gerd Köhler.

In Baden-Württemberg fehlte bislang, was in anderen Bundesländern üblich ist - eine hauptamtlich besetzte qualifizierte Erstberatung, erklärte Jürgen Blechinger vom Diakonischen Werk Baden. Zwar hätten Ehrenamtliche wie der seit über 25 Jahren tätige Freundeskreis Asyl diese Lücke mit Engagement und Herzblut gefüllt, auf Dauer jedoch sei dies angesichts steigender Flüchtlingszahlen so nicht leistbar. Bis Ende 2014 läuft das aus Landesmitteln finanzierte Projekt, danach soll es als fester Bestandteil im neuen Flüchtlingsaufnahmegesetz verankert werden.

In der LEA gibt es an fünf Wochentagen eine offene Sprechstunde, aber auch Einzeltermine sind möglich. Zwei Rechtsanwälte und ein Pool aus Dolmetschern unterstützen die Berater. Das Problem für die Helferinnen und Helfern ist die schiere Masse. Städtische Außenstellen eingerechnet, sind derzeit 1600 Flüchtlinge in Karlsruhe untergebracht. An manchen Tagen seien es 200 Neuankömmlinge, "das ist schwer zu organisieren", wusste Salwa Erhardt.

Ohnehin sei die Einrichtung an der Durlacher Allee mit ihren 800 Betten notorisch überfüllt, platze aus allen Nähten. Selbst die Teestube diene notfalls als Quartier. Und bei so viel Enge blieben Streitigkeiten nicht aus. Umso wichtiger ist in Erhardts Augen, den Flüchtlingen zu erklären, warum Verfahren so laufen und sie gut auf die Anhörung beim Bundesamt für Migration vorzubereiten. -maf-

 
 

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