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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 6. Dezember 2013

Flüchtlinge in unserer Stadt

FDP-FRAKTIONSVORSITZENDER Thomas H. Hock

FDP-FRAKTIONSVORSITZENDER Thomas H. Hock

 

Beitrag der FDP-Gemeinderatsfraktion

Seit 1979 gibt es in Karlsruhe die Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge. Hierher kommen die Menschen unmittelbar nach ihrer Ankunft in Deutschland. Die Erstaufnahmestelle in Karlsruhe ist die Folge einer Vereinbarung zwischen der Stadt Karlsruhe und dem Land Baden-Württemberg. Städte, die eine solche Anlaufstelle zur Verfügung stellen, sind davon befreit, Flüchtlinge dauerhaft aufzunehmen.

Da die Kosten für die Erstunterbringung vom Land bestritten werden, die Folgeunterbringung aber Aufgabe der Kommune ist, waren Städte an dieser Erstunterbringung durchaus interessiert.

Mit sinkenden Flüchtlingszahlen hat das Land die Einrichtungen andernorts geschlossen, übrig blieb Karlsruhe. Als Ende 2012 die Zahl der Flüchtlinge anstieg, reichte die Landesaufnahmestelle in der Durlacher Allee nicht mehr aus.

Zu der schwierigen Suche nach geeigneten Immobilien kam der Unmut mancher Anwohner. Wie ist die Situation dieser Menschen, die hierher kommen? Aus Kriegs- und Krisengebieten fliehen sie. Aus Syrien, Pakistan, Afghanistan und aus Armutsregionen des ehemaligen Jugoslawiens Oft unter lebensgefährlichen Bedingungen. Sie wollen Verfolgung und Diskriminierung entgehen, Hunger und Obdachlosigkeit entkommen, um Schutz und Hilfe zu suchen. Hier in Karlsruhe erhalten sie Unterkunft (je nach Belegungssituation bis zu zehn Personen in einem Raum), Esspakete und ein Taschengeld. Sie sind in Sicherheit, ein hohes Gut.

In den dezentralen Unterkünften gibt es keine Beratungsangebote, keine Möglichkeit der Kinder zum Spielen, keine Beschäftigung für die Erwachsenen, denn einer Arbeit dürfen sie nicht nachgehen, die Kinder gehen auch nicht in die Schule.

Dies alles hat seinen Grund darin, dass die Flüchtlinge nur für einige Wochen da sind. Die Menschen leben hier auf engstem Raum, können nur ins Freie ausweichen. Verständlich, dass es zu Konflikten kommt, sowohl untereinander als auch mit den Anwohnern. In der Durlacher Allee gibt es Angebote für Kinder, Beratungssprechstunden, außerdem ist das Menschenrechtszentrum in der Nähe. Der Stadtjugendausschuss hat in zwei Unterkünften Kinderbetreuung eingerichtet, in einer dritten wird sie gerade aufgebaut.

Darüber hinaus leisten Flüchtlingsinitiativen vielfältige Hilfe. Der Verein Freunde für Fremde bietet Deutschunterricht, Kinderbetreuung und Beratung, Studentinnen haben mit ihrem Projekt „Tasse Tee“ einen offenen Treff eingerichtet.

Die Nachfrage übersteigt bei den Angeboten bei weitem das, was die Helfenden leisten können. Weiteres Engagement wird dringend gebraucht.

Thomas H. Hock

Vorsitzender FDP-Fraktion

 
 

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