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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Januar 2014

Vorplanung des Regierungspräsidiums Karlsruhe: Bringt Verlegung des "Pförtners" die Lösung?

ENTZERRUNG: Bis zur Ausfahrt Rheinbrückenstraße sieht die Vorplanung drei Spuren vor. Der Raffinerie-Verkehr wird mit einem Überführungsbauwerk auf die nach der Ausfahrt bereits dreistreifige B 10 geführt und per Rampe an die zweistreifige Ausfahrt R

ENTZERRUNG: Bis zur Ausfahrt Rheinbrückenstraße sieht die Vorplanung drei Spuren vor. Der Raffinerie-Verkehr wird mit einem Überführungsbauwerk auf die nach der Ausfahrt bereits dreistreifige B 10 geführt und per Rampe an die zweistreifige Ausfahrt R

 

Planungsausschuss diskutierte verkehrliche Auswirkungen

Gibt es eine Lösung für den Zielkonflikt zwischen einem flüssigen Verkehrsabfluss auf der Südtangente ab Rheinbrücke stadteinwärts und dem "Überlastungsschutz" des sogenannten "Knielinger Pförtners"?

In nichtöffentlicher Sitzung diskutierte der Planungsausschuss vor Weihnachten unter der Leitung von Bürgermeister Michael Obert die vom Regierungspräsidium vorgelegte Voruntersuchung zur Verlegung des Knielinger Pförtners in Richtung Knielingen. Die von der zweiten Rheinbrücke unabhängige Betrachtung hatte das Verkehrsministerium Baden-Württemberg veranlasst. Ziel: Die Verflechtungs- und Sicherheitsproblematik zwischen Zufahrt Ölkreuz und Ausfahrt Knielingen zu entzerren.

Die Vorplanung sieht ab Rheinbrücke eine dritte, erst in der Ausfahrt Knielingen endende Fahrspur vor, bei getrenntem Fahrstreifen für die von der Raffinerie zufahrenden Lkw. Der Schwerlastverkehr wird mit einem 80 Meter langen Bauwerk über die Ausfahrt Knielingen geführt und kann sich so über eine längere Strecke hinweg in den fließenden Verkehr auf der Südtangente einfädeln. Im Ausschuss informierte die Verwaltung über die verkehrstechnischen Untersuchungen des Regierungspräsidiums, über eigene Erhebungen sowie mögliche Auswirkungen auf das Verkehrsgeschehen in Karlsruhe.

Der Knielinger Pförtner, also die Reduzierung von drei auf zwei Fahrstreifen nach der Rheinbrücke vor der B-10-Ausfahrt Maxau, wurde bewusst eingebaut. Er hat die  Funktion, in den Hauptverkehrszeiten den Verkehr Richtung Karlsruhe zu dosieren. Dies soll an den nachfolgenden Zu- und Abfahrten einen verkehrssicheren  Ablauf gewährleisten. Zudem verhindert er, dass vermehrt Durchgangsverkehr nach Knielingen ausweicht.

Problem nur verlagert

Im Ausschuss gab es Stimmen, wonach die Vorplanung durchaus ausbaufähig sei. Die Mehrheit äußerte jedoch in einem ersten Stimmungsbild, dass die Verlegung des Pförtners unterm Strich das Problem nur verlagere. Eindeutig positiv sei, dass die Dreistreifigkeit bis Ausfahrt Knielingen mit eigener Fahrspur für die zufahrenden Lkw dazu führt, die Verkehrsströme zu entzerren. Dabei kommt der Verkehrssicherheit insbesondere zugute, dass der Schwerlastverkehr mit einem "Überführungsbauwerk" auf die Südtangente geführt wird. Davon profitiert die  Verkehrssicherheit im kritischen Verflechtungsbereich am Ölkreuz. Auf die Leistungsfähigkeit der Rheinquerung dürfte sich die Planung positiv auswirken. Allerdings rollen damit größere Pendlerströme im morgendlichen Berufsverkehr auf das Karlsruher Straßennetz zu - und trifft dort auf hoch belastete Verkehrsanlagen, was zu Rückstaus bis auf die Südtangente führen kann.

Die zusätzlichen rund 500 Fahrzeuge in der Spitzenstunde dürften, so die Verwaltung, für Knielingen  - auch sicherheitsrelevante -  Mehrbelastungen durch Schleichverkehre mit sich bringen und sich über die Ausfahrt Rheinhafen sowie auf die weiteren Anschlussknoten der Südtangente verteilen. Dies dürfte die bereits heute auftretenden Überlastungen im Abschnitt Hardtschule, Kühler Krug und Bulacher Kreuz verstärken. Kritisch wird derzeit zudem der Umstand gesehen, dass für die Planung teilweise Standstreifen aufgegeben wurden und  bei Radien und der Länge von Ausfädelfahrstreifen Kompromisse eingegangen wurden, um Eingriffe in die bestehenden Über- und Unterführungen sowie das an die Südtangente angrenzende Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet zu vermeiden. Noch nicht optimal sei zudem die derzeitige Radführung.

Vertiefte Diskussion

Nach erster kritischer Würdigung der Vorplanung wollen die Ausschussmitglieder die Konzeption nun vertieft in ihren Fraktionen diskutieren. Parallel dazu werden die städtischen Fachplaner auf Veranlassung der Verwaltungsspitze die für das Karlsruher Straßennetz kritischen Punkte nochmals genauer anschauen. Geäußert wurde im Ausschuss unter anderem der Wunsch, die Planung für den Pförtner mit der Öffentlichkeit zu diskutieren. Letztlich ist der Gemeinderat zu einer Stellungnahme aufgefordert. Für das derzeit auf rund 6,35 Millionen Euro geschätzte Straßenbauvorhaben wäre ein Planfeststellungsverfahren notwendig. -rie-

 
 

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