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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. Januar 2014

Leopoldschule in zwei Weltkriegen unbeschadet

VOR 125 JAHREN ERÖFFNET: Die Leopoldschule war ein Werk von Stadtbaumeister Strieder. Das Haupthaus überdauerte beide Weltkriege unbeschadet. Foto: Stadtarchiv.

VOR 125 JAHREN ERÖFFNET: Die Leopoldschule war ein Werk von Stadtbaumeister Strieder. Das Haupthaus überdauerte beide Weltkriege unbeschadet. Foto: Stadtarchiv.

 

Haus in Innenstadt-West vor 125 Jahren eröffnet

Selbst der Breisgauer Zeitung in Freiburg war es im Januar 1889 eine Meldung wert, dass in Karlsruhe eine neue Schule eröffnet worden sei. Der Karlsruher Korrespondent berichtete darüber, dass die neue Schule an der Leopoldstraße mit einem städtischen Festakt ihrer Bestimmung übergeben worden sei.

Vormittags - 11 Uhr - hätte sich in der geschmückten Turnhalle des Neubaus ein stattliches Corps Lehrer versammelt, um mit feierlichem Gesang Bürgermeister Schnetzler, Rektor Specht und Oberschulrat Wallraff zu begrüßen.

Eine neue Errungenschaft hatte in den Reden zur Eröffnung der Leopoldschule besonders großen Anklang gefunden. Denn im Kellergeschoss war ein Duschbad eingebaut. So eine Waschgelegenheit sollte künftig in allen Schulneubauten eingerichtet werden, nachdem man in zwei älteren Schulen schon gute Erfahrungen gemacht habe.

Der von Stadtbaumeister Strieder entworfene Schulhausneubau auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs wies 22 Klassenzimmer ("Schulsäle") auf und war für 1.000 Kinder vorgesehen. Direkt daneben lag der damals schon abgedeckte Stadtgraben. Der Bau aus Maulbronner Sandstein im Renaissancestil steht an einem kleinen Platz, der ebenso wie die Schule nach Großherzog Leopold benannt ist und von einem Sandstein-Brunnen in Form eines Obelisken geschmückt wird. Der Brunnen ist ebenfalls dem Namensgeber Leopold gewidmet.

Das Gebäude zeichnet aus, dass es in beiden Weltkriegen weitgehend unversehrt blieb. Lediglich die Turnhalle wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der Neubau der Sporthalle hat dann etwas gedauert. Erst 1958 konnte ein erster Bauabschnitt in Betrieb genommen werden. Endgültig fertig mit allen Nebenräumen wie Duschen, Umkleiden oder Toiletten sowie einem Raum für den Werkunterricht wurde die Turnhalle ein Jahr später.

Heute hat die Leopoldschule als eine von 15 Schulen im Land ein naturwissenschaftliches Profil. Ab der ersten Klasse führen die Kinder mit entsprechend geschultem Lehrpersonal verschiedene naturwissenschaftliche Projekte durch. -erg-

 
 

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