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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Januar 2014

Wirtschaft: Engere Kooperation mit dem Elsass

BILDUNG GRENZENLOS: Schülerinnen und Schüler der Rennbuckelschule Karlsruhe und aus Seltz, die von der Kooperation der Schulen mit Michelin profitieren, waren beim IHK-Empfang dabei. Foto: Fränkle

BILDUNG GRENZENLOS: Schülerinnen und Schüler der Rennbuckelschule Karlsruhe und aus Seltz, die von der Kooperation der Schulen mit Michelin profitieren, waren beim IHK-Empfang dabei. Foto: Fränkle

 

Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe

Eine verstärkte Zusammenarbeit mit Frankreich vor allem mit dem Elsass stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der IHK Karlsruhe. Rund 1.300 Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens begrüßte dazu IHK-Präsident Wolfgang Grenke am Montag im Brahmssaal der Stadthalle.

„Der Wirtschaft in der TechnologieRegion Karlsruhe geht es gut. Sie ist erfolgreich in Deutschland, besonders aber auch auf den Weltmärkten", wies Grenke darauf hin, dass heute fast jeder zweite Euro im Exportgeschäft verdient werde. Um weiter erfolgreich zu bleiben, seien ausreichend Fachkräfte notwendig. Neben Ausbildung junger Menschen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und längerer Lebensarbeitszeit müsse man auch jungen Menschen aus anderen Ländern die Möglichkeit bieten, hier eine Ausbildung zu absolvieren. Das Elsass sei der natürliche Partner beim Thema Ausbildung, wenn in der TechnologieRegion 400 Lehrstellen nicht besetzt werden können, dagegen auf der anderen Rheinseite jeder fünfte Jugendliche keine Arbeit findet.

„Ohne Zuwanderung wird es bei allem Fleiß und Ideen im Musterländle nicht gehen", wies  Peter Friedrich, Landesminister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten, darauf hin, dass allein in Baden-Württemberg bis 2020 eine halbe Million Fachkräfte zu ersetzen seien. Zudem müsse „die duale Ausbildung nah am Markt" in Europa verbreitetet und im eigenen Land internationaler ausgerichtet werden. Weiter solle die Berufsorientierung noch stärker in Bildungspläne einfließen. Wie Friedrich lobte der Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages Dr. Peter Kulitz, den Ausbau des IHK Projekts „Wirtschaft macht Schule".

„Wir sollten mehr als je zuvor, die Karte der Gemeinsamkeiten spielen", sah Jean-Louis Hoerlé, Präsident der IHK Elsass, beachtenswerte Fortschritte „auf dem Weg zu einer guten gemeinsamen Zukunft in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein". Wichtig sei, dabei auf das Pferd der Zweisprachigkeit zu setzen. Allein in der grenzüberschreitenden Ausbildung wolle man bis Jahresende 1.000 grenzüberschreitende Ausbildungsverträge schließen. Zudem wird in diesem Jahr das baden-württembergische IHK-Erfolgsmodell „Schule macht Wirtschaft" weiter auf das Elsass ausgedehnt. IHK-Geschäftsführer Prof. Hans-Peter Mengele stellte dabei die Partnerschaft von Michelin Karlsruhe mit dem Collège Charles de Gaulles in Seltz als Musterkooperation vor. Die im Rahmen des Neujahrsempfangs durch die Ehrengäste unterzeichnete Vereinbarung für die Ausweitung von Bildungspartnerschaften am Rhein begrüßte OB Dr. Frank Mentrup „als großen Schritt für die TechnologieRegion.“

„Allein Investitionen in Ausbildung genügen nicht", sah IHK-Präsident Grenke weiteren Handlungsbedarf in Sachen Infrastruktur. Neben leistungsfähigen Datennetzen und dem Anschluss des Flughafens Karlsruhe/Baden-Baden an die Autobahn sei der Bau einer zweiten Rheinbrücke bei Karlsruhe „so wie jetzt geplant und ergänzt um die Anbindung an die B36" aus wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Gründen notwendig. „Eine Viertelmillion Menschen im Elsass und in der Südpfalz fühlt sich zugehörig zur TechnologieRegion. Die Sperrung der Brücke würde einen Umweg von rund 60 Kilometer bedeuten und der Volkswirtschaft, also uns alle, 1,1 Millionen Euro Tag für Tag kosten", bezeichnete Grenke eine einzige Querung des Rheins „als hohes Risiko". -fis-

 
 

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