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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. Januar 2014

Gemeinderat: Anreize für Investoren schaffen

QUARTIERE WIE DAS RINTHEIMER FELD entstanden in den 50er und 60er Jahren fast ausschließlich im Rahmen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus. Bauherrin war die Volkswohnung. Foto: Fränkle

QUARTIERE WIE DAS RINTHEIMER FELD entstanden in den 50er und 60er Jahren fast ausschließlich im Rahmen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus. Bauherrin war die Volkswohnung. Foto: Fränkle

 

Gemeinderat beschließt "KaWoF" und "KAI" zur Förderung Sozialen Wohnungsbaus

Viel Zeit bleibt nicht. Karlsruhe braucht dringend mehr preiswerte Wohnungen. Der Gemeinderat schürte deshalb am Dienstag mehrheitlich ein sechs Millionen Euro schweres Paket mit verschiedenen Instrumentarien zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus.

Im Paket enthalten sind „KaWoF“ und „KAI“. Ersteres steht für das Karlsruher Wohnraumförderungsprogramm, das gemeinsam mit Landesfördergeldern für einen Weckruf bei Investoren sorgen soll. Die zweite Komponente ist ein zunächst auf drei Jahre befristetes, neue Bauvorhaben betreffendes Karlsruher Innenentwicklungskonzept (KAI) mit „sozial gerechter und städtebaulich qualifizierter Bodennutzung“. Es verpflichtet Projektträger unter anderem, einen gewissen Anteil neu geschaffener Wohnfläche sozialverträglich zu vermieten.

Mit im Boot ist auch die Volkswohnung als hundertprozentige städtische Tochtergesellschaft mit Vorbildfunktion. Zwar hat das Land die öffentliche Förderung sozialen Mietwohnungsbaus in den vergangenen beiden Jahren ordentlich aufgestockt, aber das reicht angesichts niedriger Darlehenszinsen nicht, Investoren zu locken. Karlsruhe will Anreize schaffen und erhöht deshalb die Landesgelder mit „KaWoF“ um eigene Zuschüsse. Beim Neubau von Sozialwohnungen und etwa bei 25-jähriger Mietpreis- und Belegungsbindung gibt es pro Quadratmeter maximal 876 Euro, Karlsruhe legt 285 Euro drauf. Geht es um den Kauf von Miet- und Belegungsbindungen im Wohnungsbestand, sponsert das Land bei 25 Jahren mit 638 Euro, die Stadt mit 190 Euro.

Kombiniert wird „KaWoF“ mit „KAI“, dem Karlsruher Innenentwicklungskonzept. Die knappen Flächenreserven erforderten ein strategisches Management mit breitem Instrumentarium, so die Verwaltung. Dazu bedürfe es intelligenter Nachverdichtungskonzepte, aber auch eines „baulandpolitischen Grundsatzbeschlusses“, der Bauherren und Bauträger als „Planungsbegünstigte“ verpflichte, ihr Scherflein beizutragen. Ein Drittel der durch die Überplanung erzielten Steigerung des Bodenwerts soll ihnen als Investitionsanreiz und zur Kostendeckung bleiben. Mit weiteren zwei Dritteln der Abschöpfung sollen sie für Lasten und Bindungen der Wohnbauförderung, die Kosten von Planung, Erschließung, Infrastruktur und Grün sowie die Sicherung städtebaulicher Qualitätsstandards Mitverantwortung tragen.

Aber auch das wird die Nachfrage  nicht decken können, ist der Verwaltung klar. Denn schon heute beläuft sich die Zahl derer, die auf eine günstige Wohnung angewiesen sind, auf 18.000 Haushalte. Darunter fallen 2.000 mit Grundsicherung im Alter, rund 11.000 Bedarfsgemeinschaften von SGB II-Leistungen und schätzungsweise 5.000 in prekären Verhältnissen. Und sie konkurrieren mit Studentinnen und Studenten um ein schrumpfendes Angebot. (Diskussion siehe Beitrag „Ein wertvoller Werkzeugkasten“). -maf-

 
 

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