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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. Januar 2014

Gemeinderat:"Ein großer Tag für Karlsruhes Kultur"

IN DIE JAHRE gekommen ist das Badische Staatstheater. Es bedarf dringend einer Verjüngungskur. Foto: Fränkle

IN DIE JAHRE gekommen ist das Badische Staatstheater. Es bedarf dringend einer Verjüngungskur. Foto: Fränkle

 

Badisches Staatstheater wird saniert und erweitert

Den Grundsatzbeschluss für die Sanierung und Erweiterung des Badischen Staatstheaters hat der Gemeinderat bei drei Enthaltungen (KAL) mit überwältigender Mehrheit am 21. Januar gefasst. Die Kosten von 125 Millionen Euro plus Baukostenindex teilen Land und Stadt.

Auf Basis eines Testentwurfs bereitet das Land derzeit den europaweiten Planungswettbewerb vor. Nach der Entscheidung im Herbst ist Ende 2017 Baustart mit dem Ziel, alle Spielstätten in der Baumeisterstraße zu konzentrieren. Das Projekt besteht aus drei Modulen. An erster Stelle kommt der Neubau eines Schauspielhauses samt Jungem Staatstheater. Modul 2 beinhaltet die Neuordnung der Bereiche für Orchester und Ballett sowie der Werkstätten. Teilweise parallel folgt als Modul 3 die Bestandssanierung.

Den Ergänzungsantrag der Karlsruher Liste nach einer sofortigen Folgekostenabschätzung lehnte das Plenum ab. Konsens herrschte jedoch über den KAL-Wunsch nach zusätzlichen Privatmitteln. OB Dr. Frank Mentrup warb dafür, das Staatstheater unter Beteiligung der Menschen „an einem zentralen städtebaulichen Standort in das Stadtbild einzubetten und zu einem funktionalen und attraktiven Treffpunkt" zu machen. Den Beschluss wertete er als „Honorierung der Leistungen des Theaters". Der städtische Anteil von 62,5 Millionen sei über den zehnjährigen Bauzeitraum verkraftbar, zeitgemäßer Brandschutz und die Verbesserung der „nicht mehr erträglichen Arbeitsbedingungen" unverzichtbar. Das Theater werde zum „ganztägigen Kulturzentrum, das seine Arbeit sichtbar macht und zur Teilhabe animiert ", skizzierte Kulturdezernent Wolfram Jäger Perspektiven.

Für die CDU betonte Dr. Albert Käuflein den „unbestrittenen Sanierungsbedarf". Beim Bau 1975 habe man durch Umwidmung der Opernprobebühne zum Schauspielhaus an der falschen Stelle gespart. Gut fand er „die Module mit Sollbruchstellen", so dass bei finanziellen Problemen notfalls Teile gestreckt oder auf sie verzichtet werden könne, was die CDU aber nicht wolle. Zur Finanzierung habe man bereits die Preise für die teuren Karten erhöht. Sanierung und Betriebsoptimierung würden zu niedrigeren Folgekosten führen. „Es kann losgehen" freute sich Dr. Ute Leidig (GRÜNE). Eine Verzögerung aufgrund neuer Berechnungen lehnte sie ab. Wichtig sei die „Platzerweiterung" zugunsten des Kinder- und Jugendtheaters. Durch Auslagerung gebe es keinen Übergang in das Erwachsenentheater. Der Landesregierung dankte sie für ihr Engagement. „Einen großen Tag für Karlsruhes Kultur mit dem Ziel, alles unter ein Dach zu holen", rief Elke Ernemann (SPD) aus. Die Bürger sollten ständig über das laufende Verfahren informiert werden.

Angesichts einer städtischen Wunschliste von zwei Milliarden riet Dr. Eberhard Fischer (KAL) jedoch zu Vorsicht und Folgekostenberechnung. Er fragte, ob ein neues Schauspielhaus wirklich notwendig sei. Im Neubau solle zur Kostenersparnis alles funktional auf einer Ebene liegen. Begüterte Besucher könnten sich finanziell beteiligen. Rita Fromm (FDP) verwies auf begründeten Bedarf und auf bereits existierende private Unterstützung, etwa durch die „Freunde" oder Stuhlpatenschaften. Sponsoren könnten nur „Sahnehäubchen" liefern, nicht Grundvoraussetzungen.

Unterstützung kam auch von Niko Fostiropoulos (Die Linke), der davor warnte, große Kulturhäuser  gegen kleine aufzurechnen. Friedemann Kalmbach (GfK) und Jürgen Wenzel (FW) verlangten Begrenzung der Kosten, umfassende Transparenz und Bürgerbeteiligung. -cal-

 
 

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