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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. Januar 2014

Kultur: Tagebuch in Bildern

ZEICHNUNGEN und Ölbilder ergänzen Simone Häfeles von Aquarellen geprägte Ausstellung in der Städtischen Galerie. Foto: Fränkle

ZEICHNUNGEN und Ölbilder ergänzen Simone Häfeles von Aquarellen geprägte Ausstellung in der Städtischen Galerie. Foto: Fränkle

 

Kunstpreis der Stober-Stiftung für Simone Häfele

Atelierarbeit und Baby, geht das zusammen? Oft nicht, bei Simone Häfele schon. Als sie Nachwuchs bekam, musste sie den Umgang mit Ölfarben meiden. Um ihr künstlerisches Arbeiten dennoch nicht zu unterbrechen, entschied sie sich, ein Tagebuch aus kleinen Bildern zu "schreiben". Hunderte von Aquarellen und Zeichnungen hat sie seither zu Papier gebracht. ?Piktogramme für den Alltag?, nennt die Malerin ihre farbenfrohen Zettel.

In dieser Woche erhielt die Absolventin der Kunstakademie Karlsruhe den Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung. Ein Professorengremium der Akademie hatte der Künstlerin, die bei Gustav Kluge und Toon Verhoef studierte, die Auszeichnung zuerkannt. Bis zum 13. April zeigt sie in einer Abteilung im ersten Obergeschoss der Städtischen Galerie, ergänzt von Ölgemälden, ihren sehr persönlich geprägten  Bildatlas.

Häuser, Hände und immer wieder Tiere sind in der Ausstellung „Welcome to my house“ als Motive zu sehen. Ihre mit kontrastreichen Farben kombinierten Tagesnotizen gestatten dem Betrachter vielseitige und meistens auch aus eigenen Erfahrungen gespeiste Interpretationen und Wahrnehmungen. Motiv, Farbe und kurze Sätze oder Bemerkungen sind die Hauptdarsteller in ihren Aufzeichnungen. „Ein ganz neuer Werkkomplex in der Galerie“, stellte Museumschefin Dr. Brigitte Baumstark fest und sah eine - wenn auch unbeabsichtigte - Parallele zu der benachbarten Sonderschau „Zeichen.Sprache.Bilder“.

Zwei Jahre nach dem Perspektivwechsel durch ihr Kind hat die Künstlerin wieder die Ölmalerei in ihr Tagwerk aufgenommen. Nach wie vor beantwortet sie die selbst gestellte Frage „Welche Bilder braucht die Welt?“ nicht mit kunsthistorischen oder gesellschaftspolitischen Themen. Waren ihre Alltagsbegegnungen und Sichtweisen früher jedoch Zeugnisse in hellen, klaren Farben, malt die Aquarellistin ihre Ölbilder heute weicher, fließender und weniger kontrastreich in gedeckten Tönen. Neue Farbigkeiten erzielt Häfele indem sie Pinsel nicht auswäscht, sondern Farbe für Farbe weiter nutzt.                                        

Öffnungszeiten: Mittwochs bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags und sonntags 11 bis 18 Uhr. -Lä-

 
 

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