Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 31. Januar 2014

Gemeinderat: Achter Sachstand Gesamtkonzept Wohnungslosenhilfe '97"

 

Steigende Wohnungslosenzahlen bereiten Gemeinderat Sorgen / Lob für Bericht

Karlsruhe reagiert auf aktuelle Bedarfe und Trends dank seines Gesamtkonzepts Wohnungslosenhilfe rasch und differenziert. Alle zwei Jahre legt die Sozialverwaltung dessen Fortschreibung vor. So auch jüngst dem Gemeinderat, der den Bericht mit viel Lob bedachte. Lange Zeit gelang es, die anderenorts steigende Zahl wohnungsloser Menschen relativ konstant zu halten. Jetzt nicht mehr.

Waren es 2012 noch 290 Menschen ohne eigene Bleibe, so kamen Stand August 2013 weitere 58 hinzu. Bezahlbare Wohnungen sind knapper denn je, der soziale Wohnungsbau liegt am Boden und die vom Gemeinderat beschlossenen Förderinstrumente zu dessen Ankurbelung müssen erst greifen.

Vor allem Familien, Paare und Alleinstehende haben bei der Suche das Nachsehen und konkurrieren etwa mit Studenten um die wenigen Wohnungen im preiswerten Segment. Als Folge verlieren immer mehr Menschen ihr Dach über dem Kopf, steigen Unterbringungszahlen und Verweildauer in städtischen Unterkünften.

"Wir werden die Krise bewältigen", zeigte sich Bürgermeister Martin Lenz optimistisch. Die Herausforderungen seien nicht neu und doch anders, "das Gewinde" der Stellschrauben scheine jedoch "irgendwie überdreht". Trotzdem "fällt uns immer wieder etwas ein", stellte er ein Aktionsprogramm in Aussicht, "für das wir ein paar Euro brauchen werden". 

Das Hilfekonzept sei "tragfähig", es enthalte Angebote in "Breite und Tiefe", erklärte Stadtrat Dr. Thomas Müller (CDU). Was schon getan werde, "kann man nicht hoch genug einschätzen", anerkannte GRÜNE-Stadträtin Dr. Dorothea Polle-Holl, fand die aktuelle Entwicklung allerdings "besorgniserregend". Vor allem das Schicksal junger Wohnungsloser trieb sie um, "sie sollten am Anfang ihres Lebens nicht mit  Scheitern und Abstürzen konfrontiert sein".

SPD-Sprecherin Angela Geiger erachtete es als "dringend notwendig, die Wohnraumsicherung personell und finanziell aufzustocken". Eine "positive Entwicklung" sah sie in Sachen Wohnwagenabstellplatz. Hier gelte es weiterhin, soziale Stigmata aufzuheben und "am Ball zu bleiben". Den Negativfolgen von Wohnungsknappheit und Mietpreisentwicklung wollte FDP-Stadtrat Heinz Golombek entgegentreten und auch KAL-Stadträtin Margot Döring drängte auf schnelle Abhilfe. Sabine Zürn (Die Linke) wertete die Zahlen nicht als kurzfristige Krise, sondern als "Entwicklung, die schon seit Jahren ihren Fortgang nimmt". -maf-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe