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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 31. Januar 2014

Papiertonne: Karlsruhe führt "blaue Tonne" ein

PAPIER, PAPPE, KARTON kann man von 2015 an weiterhin an Wertstoffstationen - hier in der Maybachstraße - und bei Vereins-sammlungen abgeben. Hinzu kommt dann die blaue Papiertonne.

PAPIER, PAPPE, KARTON kann man von 2015 an weiterhin an Wertstoffstationen - hier in der Maybachstraße - und bei Vereins-sammlungen abgeben. Hinzu kommt dann die blaue Papiertonne.

 

Getrennte Sammlung von Papier, Pappe und Karton / Vereinssammlungen bleiben erhalten

Papier, Pappe und Kartonagen sollen in Karlsruhe vom kommenden Jahr an getrennt von den übrigen Wertstoffen gesammelt werden. Dazu soll - zusätzlich zu Vereinssammlungen und Wertstoffstation - auch eine städtische Papiertonne eingeführt werden. So hat es der Gemeinderat am 17. Dezember beschlossen.

Seitdem hat sich eine öffentliche Diskussion entwickelt, die deutlich macht: Der Informationsbedarf ist groß. Im Vorfeld des ersten Bürgergesprächs zum Thema am Montag lud die Stadt daher auch die Medien ins Rathaus ein.

"Die Rechtslage ist der Grund, warum wir das Thema jetzt angehen", stellte Bürgermeister Klaus Stapf klar. Neuerungen im Kreislaufwirtschaftsgesetz besagten, dass Papier-, Metall-, Kunststoff- und Glasabfälle ab 2015 getrennt gesammelt werden müssen, soweit dies "technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar" sei. Dies treffe für die Stadt zu, erläuterte Petra Becker vom Zentralen juristischen Dienst. "Eine bloße Trennung vom Restmüll reicht ab 2015 nicht aus", unterstrich sie und ergänzte, dass das baden-württembergische Umweltministerium diese Rechtsauffassung der Stadt als Grundlage für die Papiertonne bestätigt habe.

Ein Blick ins Land zeige zudem: 39 von insgesamt 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg hätten bereits eine separate, flächendeckende Altpapiererfassung, 37 von ihnen auch eine Papiertonne, sagte Stefan Kaufmann, Leiter des Amtes für Abfallwirtschaft (AfA).

Gegenwärtig würden in Karlsruhe pro Jahr über 28.000 Tonnen Altpapier über die Wertstofftonnen und auf Wertstoffstationen gesammelt. Die Vereinssammlungen steuerten noch einmal rund 10.000 Tonnen bei. Für die Zukunft geht Kaufmann davon aus, dass rund 15.000 Tonnen Papier über die blaue Tonne eingesammelt wird - Vereinssammlungen und Wertstoffstationen bringen den Rest. Außerdem: Für die blaue Tonne fallen keine zusätzlichen Gebühren an. Sie trage vielmehr zur Gebührenstabilität bei, denn: Die Papiertonne senkt die Sortierkosten entscheidend und steigert die Qualität des verkauften Altpapiers.

"Wir haben einen Gebührenhaushalt von rund 40 Millionen Euro", erläuterte Stapf. Rund 38 Millionen davon machten die Gebühren aus, der Rest ergebe sich durch Einnahmen aus dem Verkauf von Wertstoffen. "Wenn wir das System umsetzen, sparen wir jährlich rund 2,75 Millionen Euro", bekräftigte Kaufmann.

Bürgerinnen und Bürger, die ihr Altpapier an Wertstoffstationen oder über Vereinssammlungen abgeben, müssten nicht zwingend eine Papiertonne aufstellen, sicherten Stapf und Kaufmann ausdrücklich zu. Ziel sei es, die Vereine "in ein verlässliches Konzept" einzubeziehen und die "Bündelsammlung aufrecht zu erhalten", betonte Kaufmann. Aus diesem Grund sei man bereits mit den Vereinen im Gespräch, um bis Ende Februar ein gemeinsames Konzept zu erstellen.

Daneben kündigte der AfA-Chef noch einmal die Datenerhebung bei den Grundstücksbesitzern beziehungsweise Empfängern der jährlichen Gebührenbescheide an. Sie soll Aufschluss geben über den tatsächlichen Bedarf an Behältern, Stellplatzsituation, Abholrhythmus und mögliche Befreiung von der Papiertonne. Auf der Grundlage der Ergebnisse könne man "zielgerichtet agieren", so Kaufmann - Stichworte dabei: individuelle Lösungen beim Thema Stellplatz, Tonnengemeinschaft mit Nachbarn, Flexibilität beim Abholrhythmus. Kaufmann kündigte zudem Sortieranalysen an, in denen der Inhalt von Wertstofftonnen anonym erfasst werde, um die Papiermenge noch genauer bestimmen zu können. -döp-

 
 

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