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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. Februar 2014

Baustellen-Jahresprogramm: Koordinierte Dichte

FERNWÄRMEAUSBAU: Der weitere Netz-Ausbau beeinflusst in der Pulverhausstraße bis Oktober das Verkehrsgeschehen. Das Stadtwerke-Vorhaben gehört zu den Schwerpunkten im Bauprogramm. Foto: Fränkle

FERNWÄRMEAUSBAU: Der weitere Netz-Ausbau beeinflusst in der Pulverhausstraße bis Oktober das Verkehrsgeschehen. Das Stadtwerke-Vorhaben gehört zu den Schwerpunkten im Bauprogramm. Foto: Fränkle

GEGENSEITIGES BEEINFLUSSEN: Um Auswirkungen zu minimieren, muss Baustellenkoordination insbesondere Arbeiten auf den Hauptachsen von Individualverkehr und ÖPNV in den Griff bekommen. Grafik: TBA

GEGENSEITIGES BEEINFLUSSEN: Um Auswirkungen zu minimieren, muss Baustellenkoordination insbesondere Arbeiten auf den Hauptachsen von Individualverkehr und ÖPNV in den Griff bekommen. Grafik: TBA

 

Vor Umbau Kriegsstraße Südtangente fit machen/oft zähes Ringen um beste Lösung

Rotweiße Absperrbänder und gelbe Umleitungsschilder bleiben den Karlsruhern und Besuchern 2014 erhalten. 505 größere und kleinere Bauvorhaben wurden in knapp 250 Einzelprojekten gemeldet, allein 88 davon sollen als koordinierte Projekte in abgestimmter, gemeinsamer Abwicklung laufen.

"Wir sind eine Stadt im Wandel, die Infrastruktur muss da Schritt halten", betonte OB Dr. Frank Mentrup letzte Woche bei der Vorstellung des Jahresbauprogramms. Um zugleich festzustellen, dass das Bemühen der letzten Monate, das Baustellengeschehen transparenter zu machen, Früchte trägt.

Natürlich können weder die Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) noch Baustellenkoordinator Jürgen Lohmeyer (erreichbar im Tiefbauamt über Behördennummer 115), die Baustellen wegdiskutieren. Aber, so Mentrup: "Wir können die Maßnahmen in einen vernünftigen Ablauf bringen." Die KASIG-Arbeiten an der Kombilösung machen zusammen mit denen der Verkehrsbetriebe nur 10 bis 15 Prozent am Jahresbauprogramm aus, sie zählen jedoch zu den 130 Maßnahmen, die im Verkehrsgeschehen besonders wahrnehmbar sind. Zu großen Vorhabensträgern gehören zudem Stadtwerke und Tiefbauamt. Zu koordinieren sind auch Projekte von Deutsche Telekom und Kabel BW sowie überregionale Vorhaben. 

Mit dem Rekord an Baustellenmeldungen geht einher, dass das Hauptstreckennetz 2014 deutlich betroffen ist, ging Lohmeyer auf die schwierige Gemengelage ein. Wenn sich im städtischen Hauptnetz und auf der Autobahn A5 parallele Baustellen mit Verkehrseinschränkungen verbieten, lange Vorlaufzeiten und übergeordnete Zwangspunkte zu beachten sind, bedingt dies oft ein zähes Ringen um die beste Lösung. Beispiel: Im B 10-Tunnel Grötzingen soll ab Mai bei Vollsperrung die Technik erneuert werden, zeitgleich terminierte das Land auf der Autobahn A5 Fahrbahnarbeiten.

In langen Verhandlungen konnte zumindest erreicht werden, dass der A5-Anschluss Durlach komplett zur Verfügung steht. Zumal dieser wie der Anschluss Karlsruhe-Mitte in den Sommerferien für den Schienenersatzverkehr wichtig sind. Ohne Auflagen und exaktes Eintakten in oft enge Zeitfenster geht dann gar nichts  - nicht selten bei Sechs-Tage-Woche und Schicht­betrieb für die ausführenden Firmen, erläuterte Tiefbauamtsleiter Gerhard Schönbeck. Sind Zeitpunkt, Abläufe und Auflagen fixiert, informiert eine Baustellen-Verkehrs-Info-Mail nicht nur die an der Abstimmung Beteiligten, sondern auch alle, die möglicherweise in den betroffenen Straßen etwas zu tun haben - etwa Rettungsdienste oder Müllabfuhr. In der VMZ taucht die Maßnahme zunächst in der Vorschau, später als aktuelles Bauvorhaben auf. Ein Service, der in anderen Kommunen Beachtung findet, weiß Schönbeck.

Klar ist: Baukoordinierung kann nur mit äußerster Disziplin aller Vorhabensträger funktionieren. Mentrup: "Wer seine Bauzeit überzieht ohne uns dies zu sagen, stellt die ganze Koordination in Frage und verursacht möglicherweise einen Kettenreaktion." Die Disziplin habe sich bei den Vorhabensträgern deutlich erhöht, denn eine positive Grundstimmung in der Öffentlichkeit ob des Bemühens um eine optimale Bauabwicklung komme letztlich auch ihnen zugute.

Großes Thema 2014 ist, die Südtangente fit zu machen für die Zeit, wenn es auf der Kriegsstraße eng wird, so Mentrup. Daher wird auf der Tangente großflächig am optimalen Zustand gearbeitet. Bei allem Feilen um die beste Lösung, das Mögliche ist  irgendwann ausgereizt. Weshalb sich einige Vorhaben auf der Liste der aufgeschobenen Maßnahmen wiederfinden: etwa die Fahrbahnerneuerungen B3/B10 Grötzingen und Eckener Straße, der Umbau der Haltestellen Ebertstraße und Philippstraße oder auch Fernwärmearbeiten in der Herrmann-Leichtlin-Straße. Infos unter: vmz.karlsruhe.de. -rie-

 
 

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