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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. Februar 2014

Tagung zum Überflutungsschutz: Selbst vorsorgen

 

Bewusstsein für Risiko schaffen /Tiefbauamt berät

Selbstvorsorge ist das A und O - darin waren sich die Teilnehmenden der Tagung ?Starkregen und Überflutungsvorsorge? einig. Wer sein Gebäude vor Flutschäden bewahren möchte, kann nicht alleine auf kommunale Vorsorge setzen.

„Wir wollen ein Bewusstsein für das Gefahrenpotential und eigene Handeln schaffen“, betonte Bürgermeister Michael Obert bei der Tagung mit rund 150 Fachleuten aller Bausparten aus Kommunen und Ingenieurbüros. Die vom BWK- die Umweltingenieure in Kooperation mit der Stadt organisierte Veranstaltung diente dem Austausch über den von BWK und DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall) erarbeiteten Praxisleitfaden zur Überflutungsvorsorge. Dieser bietet Hilfestellung für eine standardisierte Risikobewertung sowie kommunale und private Maßnahmen. Das städtische Kanalnetz sei für den ‚normalen‚ Starkregen dimensioniert, erläutert Albrecht Dörr von der Stadtentwässerung im Tiefbauamt. Wenn aber in weniger als einer Stunde 40 bis 60 Liter pro Quadratmeter herunterschütten und damit der Niederschlag eines Monats, steht das Wasser auf der Oberfläche - oder fließt in ungesicherte Keller und Wohnbereiche. Wichtigste Frage für uns ist, wie Niederschlag möglichst schnell in den Kanal kommt, so Tiefbauamtsleiter Gerhard Schönbeck. Schon Bauleitplaner können ihr Auge schärfen für das Thema.

Beispiel Konversionsgebiete Neureut und Knielingen: Hier  übernehmen Multifunktionsflächen Pufferfunktion. In trockenen Zeiten sind sie etwa ein Bolzplatz, bei Starkregen Rückhaltefläche, so Martin Kissel (städtisches Tiefbauamt und BWK Landesvorsitzender). „Ein zehn Zentimeter hoher Bordstein kann enorm viel Wasser halten“, erkannte BWK-Präsident Edgar Freund einen Nachteil von Straßen ohne abgesetzten Gehsteig.

Welche Werte liegen im Keller?

Der umsichtige Häuslebauer baut sein Erdgeschoss 30 Zentimeter über Straßenniveau, nennt Dörr ein Beispiel für Selbstvorsorge. Den Keller über eine Hebeanlage schützen - wenige 1.000 Euro seien hier gut investiertes Geld. Einen Aha-Effekt erziele er bei Grundstückseigentümern mit der Bitte sich vorzustellen, welche Werte im Keller gefährdet sind, wo Wasser im Ernstfall eindringen wird?

Noch diese Jahr möchte das Tiefbauamt die im Leitfaden empfohlene Risikokartierung komplett erstellt haben, die dem Fachmann das Gefahrenpotential für einzelne Gebäude aufzeigen. Kommunen, die diese Risikoabschätzung als freiwillige Leistung erarbeiten, beweisen besondere Vorausschau, war sich Ministerialdirigent Peter Fuhrmann (Landesklimaministerium) mit Fachingenieur Dr. Marc Illgen einig.  

Weitere Informationen unter: www.karlsruhe.de/b3/bauen/tiefbau (über Entwässerung, Grundstücksentwässerung). Telefonkontakt für einen individuellen Beratungstermin: (0721) 133-7453.  -rie-

 
 

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