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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. Februar 2014

Japangarten: Mediziner stellten Kontakte her

JAPANGARTEN: Autor Schmidt mit BM Obert (l.) und Teruko Matsushima-Fritz, Japan-Gesellschaft. Foto: Fränkle

JAPANGARTEN: Autor Schmidt mit BM Obert (l.) und Teruko Matsushima-Fritz, Japan-Gesellschaft. Foto: Fränkle

 

100 Jahre alt / Büchlein von Ex-Gartenbaudirektor Horst Schmidt

Der Japangarten im Zoologischen Stadtgarten ist einer der ältesten und authentischsten seiner Art in Europa. Es gibt keine Unterlagen über das exakte Gründungsdatum. Bilder aus dem Jahr 1915 und andere Hinweise lassen allerdings mit großer Sicherheit darauf schließen, dass er im Jahr 1914 angelegt wurde und damit jetzt 100 Jahre alt ist.

Dies unter anderem hat der ehemalige Direktor des Gartenbauamtes, Horst Schmidt, herausgefunden und in einem Büchlein niedergelegt, das jetzt vom Stadtarchiv herausgegeben wurde. Schmidt, Kenner vieler japanischer Gärten auch im Reich der aufgehenden Sonne, hat sein Werk in vier Kategorien aufgeteilt.

In der ersten Abteilung beleuchtet er die Entwicklung der Gärten in Japan, illustriert mit zahlreichen Fotos, die er selbst im ostasiatischen Inselreich gefertigt hat. Der zweite, wichtigste Teil befasst sich mit der Geschichte des Japangartens in Karlsruhe. Seine Anfänge nahm er mit Pflanzensamen und einer Steinlaterne, die vermutlich ein Karlsruher Arzt aus Japan mitgebracht hatte. Japan hatte sich im 19. Jahrhundert aus seiner Isolation gelöst und sich unter anderem auch der westlichen Medizin geöffnet, daher lehrten europäische Ärzte an japanischen Universitäten.

Diese Kontakte führten auch dazu, dass die Stadt Nagoya 1926 Karlsruhe einen Shintoschrein geschenkt hat. Gut zehn Jahre später kam aus Nagoya mit einer buddhistischen Pagode ein weiters Geschenk.

Mit dem Direktor der einstmaligen Karlsruher Therapiewoche, Prof. Ishibashi, kümmerte sich ein weiterer Mediziner um die Weiterentwicklung des Karlsruher Japangartens, der zur Bundesgartenschau 1967 um einen trockenen Kieselbereich in Richtung zum Gondolettakanal erweitert wurde. Die deutsch-japanische Gesellschaft betreut den Japangarten seit 1994.

Weitere Abteilungen des Hefts befassen sich mit den Pflanzen in japanischen Gärten und im Karlsruher Japangarten. Ein chronologischer Überblick zur Geschichte des Japangartens und eine „Führung“ durch den Garten folgen am Ende.

Das Werk ist im Info-Verlag erschienen und zum Preis von 12.80 Euro im Buchhandel und im Stadtarchiv zu erhalten. -erg-

 
 

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