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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. Februar 2014

Wissenschaft: In der Welt(markt)gesellschaft Demokratie stärken

 

Stadt unterstütze auch die 19. Karlsruher Gespräche

Sehr gut besucht, hochaktuell und thematisch bedeutungsvoll - das waren die 19. Karlsruher Gespräche. Dieses Jahr ging es um die "Welt(markt)gesellschaft"- in Symposium und Podiumsdiskussion, bei Lesungen und Filmnacht.

Rund 700 Besucherinnen und Besucher zählten die Karlsruher Gespräche dieses Jahr. Wie immer war schon die Eröffnungsveranstaltung aus­gebucht - rund 300 Zuhörerinnen und Zuhören kamen vergangenen Freitagabend ins SpardaEvent-Center in die Baumeisterstraße.

Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung vom 14. bis 16. Februar standen die aktuellen Entwicklungen des Handels mit Waren, Daten und Menschen - und zwar in ihren soziologischen, gesellschaftlichen, medialen und ökonomischen Aspekten. Das veranstaltende Zen­trum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am KIT (ZAK) hatte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Expertinnen und Experten aus der Praxis eingeladen, um darüber zu diskutieren, welche Risiken sich aus der Weltmarktgesellschaft ergeben, aber auch darüber, welche Chancen und Handlungsoptionen es gibt. Gekommen waren Referenten unter anderem aus Kanada, China, Rumänien, Großbritannien, Nepal, Bangladesch und Belgien.

Alltägliche Weltreisen

Über das große Interesse an den Karlsruher Gesprächen freute sich auch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup in seinem Grußwort zur Eröffnung: "Die Qualität der Veranstaltung stimmt." Er plädierte dafür, sich auf ethische und politische Fragestellungen einzulassen und den "Begriff der internationalen Solidarität" wiederzubeleben. Und ZAK-Direktorin Prof. Dr. Caroline Robertson-von Trotha fragte: "Wo fängt Verantwortung an und welchen Orientierungsleitlinien fühlen wir uns als Deutsche, Europäer und als "Weltbürger" verpflichtet, wenn wir uns auf unsere alltäglichen Weltreisen durch die virtuelle Netze begeben und uns den globalen Warenangeboten der Supermärkte zuwenden?"

Für Udo di Fabio sind "rechtsstaatliche Demokratie" und "soziale Marktwirtschaft" solche Orientierungsleitlinien. In seinem Festvortrag zur Eröffnung machte der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht deutlich, dass "ohne rechtsstaatliche Demokratien keine Ordnung der globalisierten Weltwirtschaft" erfolgen könne. "Wir müssen der Welt unsere Idee von Demokratie zeigen", "wir müssen uns unserer eigenen Identität versichern, wenn wir Einfluss nehmen möchten." Und da ein Markt rechtsstaatliche Garantien brauche, komme kein Markt auf lange Sicht ohne Demokratie aus. Wirtschaft und Demokratie befänden sich "koevolutionärer Verschränkung", plädierte der Jurist dafür, die Idee der sozialen Marktwirtschaft wieder stärker zu bewerben." -res-

 
 

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