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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. Februar 2014

Gemeinderat: Bei Gewerbe in die Höhe statt in die Breite bauen

PLATZ FÜR GEWERBE: Als mögliches Gewerbegebiet schlägt die Stadt dem Nachbarschaftsverband unter anderem  den Messplatz vor. Zahlreiche Flächen im Osten und im Westen lehnte der Gemeinderat ab.  Foto: Fränkle

PLATZ FÜR GEWERBE: Als mögliches Gewerbegebiet schlägt die Stadt dem Nachbarschaftsverband unter anderem den Messplatz vor. Zahlreiche Flächen im Osten und im Westen lehnte der Gemeinderat ab. Foto: Fränkle

 

OB sieht Paradigmenwechsel

Die Stadt Karlsruhe schlägt dem Nachbarschaftsverband Karlsruhe (NVK) für die Fortschreibung seines Flächennutzungsplans nur noch wenige Flächen für Gewerbeansiedlungen vor. Dies ist das Ergebnis einer engagierten, heftig geführten Debatte im Gemeinderat.

Die Kontroverse auf der jüngsten Plenarsitzung gipfelte darin, dass die Entscheidung nach Auffassung der CDU-Fraktionsvorsitzenden Gabriele Luczak-Schwarz einen „schwarzen Tag für Karlsruhe“ markiere. Es sei eines Oberzentrums nicht würdig, so Luczak-Schwarz, kaum noch Flächen zur Verfügung zu stellen, auf denen Ausbildungs- und Arbeitsplätze entstehen könnten. Auch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup sprach von einem Paradigmenwechsel in der Karlsruher Politik.

Flächen im Nordosten der Stadt rechts und links der Autobahn A 5 werden aus ökologischen Gründen nicht mehr weiterverfolgt, weil sie teilweise in Landschaftsschutzgebieten liegen oder als Frischluftschneisen für Karlsruhe dienen. Aber auch Flächen im Westen werden entgegen dem Votum der CDU und von OB Dr. Frank Mentrup nicht mehr als mögliche Ansiedlungsflächen für Gewerbe betrachtet. Weil sie sich als schlecht vermarktbar erwiesen hatten, sollte statt ihrer Gewerbegrund im Osten ausgewiesen werden. Da dies aber auf Ablehnung der Mehrheit aus Grünen, SPD, KAL, FDP und der Einzelstadträte stoßen würde, hatte die CDU beantragt, sie dennoch weiterzuverfolgen. Damit aber war die CDU trotz OB-Hilfe gescheitert.

Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin des Stadtplanungsamtes, hatte den Ratsmitgliedern zunächst erläutert, welche Flächen der Verbandsversammlung des NVK vorgeschlagen werden sollten. Qualitativ bestünde in Karlsruhe kein neuer Flächenbedarf. Aber es sollte zu einer Verschiebung von West nach Ost kommen. Sie sah auch durchaus bereits die kritischen Punkte im Nordosten wie die Untere Hub, den Elfmorgenbruch, die Büchenau- oder die Herdwegwiesen.

Aus ihrem Vorschlag sind nach Debatte und Abstimmung neben der Erweiterung des Gewerbegebiets Gottesauer Feld in Neureut lediglich der Messplatz, Gleisbauhof und Güterbahngleis an der Fautenbruchstraße sowie das Gewann Horbenloch in Wolfartsweier übrig geblieben.

Die Sprecherin der GRÜNE-Fraktion Bettina Lisbach wollte beim Flächen bebauen kein „weiter so“, sondern plädierte dafür, konsequent Baulücken und Leerstände anzugehen. Darüber hinaus sprach sie sich für interkommunale Zusammenarbeit der NVK-Gemeinden aus.

Dies wollten auch Michael Zeh (SPD), Rita Fromm (FDP) und Lüppo Cramer (KAL). Sie plädierten allesamt dafür, vorhandene Fläche intelligent zu nutzen und etwa Parkdecks in die Höhe statt in die Breite zu bauen. CDU-Stadtrat Thorsten Ehlgötz dagegen sah die Zukunft für kommende Generationen gefährdet und mutmaßte, man werde den Ast absägen, auf dem man sitze. Die Karlsruher Wirtschaft könne ihr hohes Niveau nicht mehr halten. -erg-

 
 

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