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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. Februar 2014

Inklusion im Sport: Stadt stellt Kampagne vor

INKLUSION: Bürgermeister Dr. Martin Lenz stellt die Kampagne in der Karlsburg vor. Foto: Anderer

INKLUSION: Bürgermeister Dr. Martin Lenz stellt die Kampagne in der Karlsburg vor. Foto: Anderer

 

Vereine zum Handeln bewegen / Auftakt in Karlsburg / Erste Schritte gehen / Turnerschaft Durlach als Beispiel für andere

"Inklusion ist leider immer noch kein Selbstläufer. Die Barrieren in vielen Köpfen sind immer noch groß", bedauerte Kristine Gramkow, Referentin für Sportentwicklung im Deutschen Behindertensportverband beim Auftakt zur städtischen Inklusionskampagne "Spiel, Satz, Inklusion" in der Karlsburg.

Vor allem ein großer Sieg wäre es für die Kampagne, würde sie diese Grenzen überwinden und Menschen mit und ohne Behinderungen zum gemeinsamen Sport in die Vereine bringen. Mit finanzieller Unterstützung von rund 40.000 Euro bei baulichen Maßnahmen oder Schulungen der Übungsleiter soll dies erreicht werden. Vor allem aber müssen die Bedenken bei den Menschen ausgeräumt werden.

„Man muss es anpacken", betonte Dr. Martin Sowa, Referent für Inklusionsbreitensport vom Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg vor den Vertetern der Verein eim Festsaal der Karlsburg. „Immer wieder kommt der Anruf von Eltern, die fragen, wo und wie sie ihr behindertes Kind in den Sportverein bringen können."

Jeden Tag erfährt er von den Problemen und versucht, praktisch zu helfen. „Wir haben zum Beispiel Federball angepasst an das Können und die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderungen. Und es ist viel schöner und spannender als normaler Sport", freut sich Sowa. Das kann Mathias Tröndle von der Turnerschaft Durlach (TSD) nur bestätigen. „Macht es ganz einfach", forderte der TSD-Vorsitzende seine Kollegen  zur praktischen Umsetzung auf. Abwägen von Bedenken und Problemen, bringe nur Angst.

Die TSD hat 50 Mitglieder mit geistiger Behinderung bei den „Durlach Turnados“ im Handball, im Judo und im Tischtennis. Sein Verein habe auch keine Handlungsanweisung dafür gehabt, wie man Menschen mit Behinderung in den Sportverein einbinden kann. Tröndle: „Wir sind einfach aufeinander zugegangen und haben den Sport miteinander ausprobiert“. „Ein tolles Beispiel für Inklusion“, lobte Sportbürgermeister Martin Lenz. „Es ist wichtig, dass es sich in den Köpfen festsetzt“, erklärte Tröndle.

So weit sind aber längst nicht alle Vereine, wie ein Beispiel des Vereins Eltern und Freunde für Inklusion (EFI) zeigt. Als Barbara Bihler von EFI ihr behindertes Kind, das über einen Gutschein für einen Schwimmkurs eine Schwimmschule besuchte, im Verein anmelden wollte, gab es „rigorose Ablehnung“.

Die Eltern organisierten gemeinsam mit PSK und KIT die Möglichkeit für ihre Kinder, einen Schwimmverein zu besuchen. Inklusion der anderen Art betreibt der Gehörlosenverein in Daxlanden bereits. „In unserer Kinderturngruppe turnen auch hörende Kinder mit“, erklärte der zweite Vorsitzende Werner Collet. Gehörlose stünden aber vor großen Problemen, wenn sie in einen „normalen“ Verein eintreten. Die Veranstaltung zeigte, dass es zwar schon positive Beispiele gibt, es aber noch viel Arbeit vor den Verantwortlichen liegt, bis Spiel, Satz, Inklusion auch tatsächlich siegreich sein wird. -mia-

 
 

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