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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. Februar 2014

OB Dr. Frank Mentrup: Zwischenbilanz nach einem Jahr Amtszeit

ZUHÖREN UND GESTALTEN: OB Dr. Frank Mentrup erläuterte im Gespräch mit den Medien die Grundprinzipien seines Handelns. Foto: Fränkle

ZUHÖREN UND GESTALTEN: OB Dr. Frank Mentrup erläuterte im Gespräch mit den Medien die Grundprinzipien seines Handelns. Foto: Fränkle

 

Stadt im Dialog mit Bürgern gestalten / Grundprinzipien Nachhaltigkeit und Beteiligung / Stärker international ausrichten / Kernthema Mobilität

Das Motto aus seinem Wahlkampf "Zuhören - Verbinden - Gestalten" setze sich in seiner täglichen Arbeit fort, betonte Dr. Frank Mentrup, als er am Montag, 24. Februar, vor den Medien eine Zwischenbilanz nach einem Jahr im Amt des Oberbürgermeisters zog.

Wahrhaftigkeit, Dialogfähigkeit und Entscheidungsfreude gehören für Mentrup zu den vordringlichsten Tugenden. Um  Lösungen bei vielfältigsten Themen zu erreichen, sei es unabdingbar, „miteinander ins Gespräch zu kommen“, unterstrich der OB vor Journalisten aus Presse, Rundfunk, Fernsehen und Online-Medien. Im nächsten Schritt gelte es dann, so Mentrup, „verschiedene Meinungen miteinander zu verbinden und anschließend verbindliche Entscheidungen zu treffen“. Diese bereits im Wahlkampf gezeigte Kultur pflege er als Oberbürgermeister weiter. „Die Bürgerinnen und Bürger akzeptieren dies“, lautet dazu seine Erfahrung nach zwölf Monaten im Amt. Und das Vorgehen im Dialog brachte in kurzer Zeit bereits beachtliche Erfolge. Die Sperrung der östlichen Kaiserstraße, die Vorentscheidung für den Wildpark als Standort für das neue Stadion, die Kampagne „Karlsruhe zeigt Flagge“ oder das Meistern der Pleite der Alpine beim Bau der Kombilösung nannte Mentrup als Beispiele dafür.

Imagefaktor Baustellen

Das Jahr 2014 bezeichnete der OB in seinem Ausblick als „Jahr der großen und wichtigen Zwischenschritte“. Die bereits angestoßenen Großprojekte Stadionbau im Wildpark, Modernisierung des Badischen Staatstheaters, Neugestaltung des Geländes südlich des Hauptbahnhofs oder Staatliche Kunsthalle gehen, so Mentrup, „alle in die nächste Runde“. Darüber hinaus stünden durch die Kommunalwahl Veränderungen an. Und in Sachen Kombilösung beginne im Herbst mit dem Schildvortrieb der eigentliche Bau des Stadtbahntunnels. Das Etikett „Baustellenstadt“ nimmt der OB ohnehin „gerne an“. Dieses Image schade der Stadt keineswegs. Im Gegenteil: Trotz Baustellen, Staus und Umleitungen habe sich Karlsruhe in der Vorweihnachtszeit mit Christkindlesmarkt und anderen Angeboten weiterhin als attraktives Oberzentrum für Besucher aus der gesamten Region erwiesen. Und gegen Ende des Jahrzehnts werde die Stadt nach dem Bau der Kombilösung vor einer glänzenden Zukunft stehen.

Zweisprachigkeit fördern

Für die Gestaltung dieser Zukunft nannte Mentrup drei wesentliche Grundprinzipien. So gelte es unter dem Stichwort „Nachhaltigkeit“ die unterschiedlichen Bedürfnisse der Stadtgesellschaft wie Wohnen, Naherholung, Wirtschaft und Verkehr „in Balance“ zu bringen. Dazu habe der Gemeinderat vor kurzem „ein deutliches Signal“ ausgesandt, als er bei der Ausweisung von Gewerbegebieten, so Mentrup „die Ökologie in den Mittelpunkt“ gestellt habe. Dennoch verfüge die Stadt noch über ausreichend Gewerbeflächen und sei im Verbund mit der Region ohnehin „gut aufgestellt“.

Als weiteres wichtiges Prinzip der künftigen Stadtpolitik bezeichnete der OB die Internationalisierung. Mentrup: „Als internationale Stadt können wir so den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort hervorragend stärken“. Handlungsmöglichkeiten gebe es über stärkere Kontakte zu ausländischen Gästen von Hochschulen, Firmen und Kultureinrichtungen. Daneben gelte es aber auch, die „zweisprachige Kompetenz“ von Kindern mit Migrationshintergrund zu fördern und „verschiedene Lebenswelten“ von deutschen und ausländischen Bürgern miteinander zu verbinden.

 Bürgerbeteiligung hat für den OB als drittes Grundprinzip bei allen Fragestellungen der Stadtentwicklung originäre und „selbstverständliche Qualität“. Beteiligung müsse jedoch bei den unterschiedlichen und vielschichtigen Themen der Stadtpolitik immer auch die jeweils passende Form annehmen.

Gesamtheit im Blick haben

Beim Thema Rheinquerung favorisierte Mentrup eine Lösung über eine Ersatzbrücke. Bei der Verkehrsentwicklung warb er dafür, der Steuerung und Koordination von Teilaspekten größeres Gewicht zu gebe, Es gehe künftig nicht mehr darum, Verkehrsarten einzeln zu betrachten, sondern in einem „abgestimmten gesamten Mobilitätskonzept“ zusammenzubringen. Wenn Karlsruhe es schaffe, die „getrennten Kompetenzen“ von ÖPNV-Modell, Car-Sharing oder weltweit führenden Firmen in Verkehrslenkung und Erfassen von Verkehrsströmen zusammenzuführen, kann die Stadt, so der OB, „eine Schrittmacherrolle in Sachen urbane Mobilität übernehmen“. -trö-

 
 

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