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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. Februar 2014

Pfizer-Areal und Umfahrung Hagsfeld: Nur Entlastung zählt

HAGSFELDER LIEBLINGE: Das Pfizer-Firmenschild können die Galloways künftig nicht mehr sehen. Beim Umzug auf ihre Ersatzweide müssen sie von hier jedoch nur wenige Minuten laufen. Foto: Fränkle

HAGSFELDER LIEBLINGE: Das Pfizer-Firmenschild können die Galloways künftig nicht mehr sehen. Beim Umzug auf ihre Ersatzweide müssen sie von hier jedoch nur wenige Minuten laufen. Foto: Fränkle

 

Votum aus Bürgerschaft: Trasse auf bestehendem Baurecht

Die völlig überfüllte Sporthalle der Vereinigten Turnerschaft Hagsfeld sprach Bände: Die Umfahrung Hagsfeld und die Zukunft von Pfizer-Park und Rinder-Weide brennt den Bürgerinnen und Bürgern auf den Nägeln. Bei der Veranstaltung informierten OB Dr. Frank Mentrup und weitere städtische Vertreter.

Dass bei der Verkehrsentlastung Hagsfeld nur eine Südumfahrung in Frage kommt, war erstes eindeutiges Stimmungsbild. Probleme der Nordumfahrung bei Artenschutz, Baurecht und Eigentumsverhältnissen hatte die Verwaltung zuvor dargelegt. Die Nord-Trasse war wie eine zur vierstreifigen Ursprungsvariante 1 abgespeckte Variante 2  - eine Fahrbahn in jede Richtung zwischen Elfmorgenbruchstraße und Haid-und-Neu-Straße ohne Baurecht und ohne Ausbaupotential als vierstreifige Trasse bis Theodor-Heuss-Allee  - von der Verwaltung zur Entscheidungsfindung für Öffentlichkeit und Gemeinderat geprüft worden.

Den Lärmschutz für Rintheim sah bei Variante 2 Dr. Helmut Rempp (Vorsitzender Bürgervereins Rintheim) äußerst kritisch. Sein Votum zur „Nordumfahrung Rintheim“: Variante 1, deren Vorteil insbesondere im gültigen Baurecht besteht. Oder Untervariante 1a (65 Millionen Euro), die finanziell leichter zu stemmen sein dürfte, vom bestehenden Baurecht gedeckt ist, aber nur mit  reduzierter Erweiterungsmöglichkeiten realisiert werden könnte. Variante 2 ginge, so Rempp, nur bei leistungsfähiger Kreuzung mit der Haid-und-Neu-Straße und Anschluss des Technologieparks.

Auf Grundlage des gültigen Bebauungsplans schnellstmöglich für Entlastung zu sorgen, gab auch Thomas Schäffner (Bürgerkommission Hagsfeld) Gemeinderat und Verwaltung mit auf den Weg. Die Stadt solle vorfinanzieren - und zügig Verhandlungen mit Land und Bund aufnehmen, lautete eine weitere Forderung. Hagsfeld, so mehrfach die Aussage, habe die Umfahrung dringend nötig - und schon lange verdient.

Auch das Bauvorhaben der Simon Hegele GmbH auf dem dem Investor Harder Jota gehörenden Pfizer-Gelände ist ein heißes Eisen. Das Areal ist derzeit als Karl-Pfizer-Anlage mit Rinderweide Erholungsgebiet der Hagsfelder. Aber: Die Rechtslage ist klar, das Areal seit 1964 als Industriegebiet ausgewiesen, die Baugenehmigung für Bauabschnitt 1 mit Lagerhalle erteilt. Bauabschnitt 2 soll nach Abschluss der artenschutzrechtlichen Prüfungen folgen. Der Eigentümer könnte baurechtlich das komplette Areal in Anspruch nehmen, belässt aber einen Teil des Parks mit Spielareal - und die Galloway-Rinder grasen künftig nördlich der Brückenstraße.

„Wir holen uns den Verkehr wieder in den Stadtteil“, war man in Hagsfeld dennoch nicht froh über die Veränderungen. In Zahlen: Bis zu 40 Lkw und 216 Pkw im ersten Bauabschnitt, bei Vollausbau bis zu 120 Lkw und 395 Pkw, die überwiegend über die Autobahn zufahren. Das Lkw-Fahrverbot in der Brückenstraße soll bleiben, beim Wunsch, den Ruschgraben zur Anliegerstraße zu machen, lande man wieder bei der Südumfahrung, „ohne die das Thema Verkehr Hagsfeld nicht grundsätzlich zu lösen ist“, so Mentrup. Der Gemeinderat müsse zur Umfahrung und zu städtischen Geldern entscheiden. -rie-

 
 

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