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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. März 2014

Wirtschaft: Jahresbilanz des Jobcenters für 2013

 

Und immer wieder beraten / Hohe Integration / Qualifizierung unverzichtbar

Alles steht und fällt mit Qualifizierung. Sie ist der Schlüssel. Wer „gering oder überhaupt nicht qualifiziert ist, hat auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft keine Chance“ ist Ingo Zenkner, Leiter der Arbeitsagentur Karlsruhe-Rastatt überzeugt. Deshalb unternimmt das Jobcenter der Stadt Karlsruhe alles, um lange Zeit arbeitslose Menschen wieder in Jobs zu bringen.

Ein schwieriges Unterfangen, trotz guter Voraussetzungen. Denn obgleich Karlsruhe in einer „gesunden Region“ liege und viele neue Arbeitsplätze entstünden, würden diese laut Zenkner kaum mit Arbeitslosen besetzt. Eher komme dabei eine „stille Reserve“ zum Zuge. Zum Beispiel Eltern, die nach der Kinderpause wieder in den Beruf einsteigen und nicht bei der Agentur gemeldet waren.

2013 erhielten rund 18.800 Personen, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigener Kraft bestreiten können, Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II (Hartz IV). Darunter 13.700 erwerbsfähige Hilfebedürftige. Menschen also, die zwischen 15 und 65 Jahre alt sind und „grundsätzlich Tätigkeiten ausüben können“, erläuterte Jobcenter-Geschäftsführer Hans-Peter Kölmel bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2013 im Rathaus West.

Dass die Gruppe der erwerbsfähigen Kunden im Vergleich zum Vorjahr nur moderat um 143 Menschen angestiegen sei, werteten Zenkner und Kölmel angesichts des schleppenden Abbaus von Arbeitslosigkeit als Erfolg. Für Leistungen zum Lebensunterhalt und Kosten der Unterkunft und Heizung wurden im vergangenen Jahr rund 96 Millionen Euro ausgegeben. Und es gelang, 4 000 Menschen in Arbeitsmarkt zu bringen. Damit belegt Karlsruhe im baden-württembergischen Vergleich der Jobcenter den vordersten Platz.

Ein ganzes Portfolio an individuellen Maßnahmen zur Fort- und Weiterbildung hat die von Stadt und Arbeitsagentur gemeinsam getragene Einrichtung im Programm. Für Leistungen zur Integration in den Arbeitsmarkt wurden 7,3 Millionen Euro gebraucht. Zu den Mitteln des Bundes steuerte die Stadt knapp eine Million Euro etwa für Betreuung minderjähriger Kinder, häusliche Pflege von Angehörigen sowie psychosoziale Angebote bei.

Aber alles steht und fällt mit dem Willen lange Zeit arbeitsloser Kundinnen und Kunden, an ihrer Situation etwas ändern zu wollen. Die „Beratungsintensität“ werde deshalb „in allen Bereichen steigen“, prognostizierte Ingo Zenkner, „wir müssen die Gesamtbiografie anschauen, gemeinsam überlegen, was machbar ist und intelligent qualifizieren“. Das könnten modulare Angebote oder welche in Teilzeit sein. Ein langer Weg, an dessen Anfang manchmal auch Schuldnerberatung oder Drogenentzug stünden. -maf-

 
 

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