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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. März 2014

Kombilösung: Neue Dimensionen für den ÖPNV

DA WOLLEN WIR HIN: Bis zur Fertigstellung der rund 100 Meter langen und bis fast 38 Meter hohen Haltestelle werden noch viel Beton und Stahl verbaut. Der Aushub wird derzeit in mehreren Phasen abgebaut. Foto: Fränkle

DA WOLLEN WIR HIN: Bis zur Fertigstellung der rund 100 Meter langen und bis fast 38 Meter hohen Haltestelle werden noch viel Beton und Stahl verbaut. Der Aushub wird derzeit in mehreren Phasen abgebaut. Foto: Fränkle

PRIMÄRSTÜTZEN schultern die Last. Foto: Fränkle

PRIMÄRSTÜTZEN schultern die Last. Foto: Fränkle

 

OB Mentrup und Stadträte besichtigen unterirdische Haltestelle Durlacher Tor / Aushubarbeiten unterm Deckel / Abnahme der Tunnelbohrmaschine für Ende Juni vorgesehen

Oberirdisch sind es vor allem Bauzäune und im einen oder anderen Fall sich ändernde Verkehrsführungen, welche auf Baufortschritte des Stadtbahntunnels hinweisen. Richtig anschaulich wird dies unter Tage am Durlacher Tor. "Die Dimensionen der Bauwerke sind hier beeindruckend zu sehen", zeigte sich OB Dr. Frank Mentrup am Mittwoch angetan von den "künftigen Dimensionen für den ÖPNV".

Zusammen mit mehreren Stadträtinnen und Stadträten war er Ecke Kaiserstraße/Adenauerring in den Untergrund gestiegen, in der Überzeugung, dass „die vorübergehenden Beeinträchtigungen im Ergebnis zu neuen Aufenthaltsqualitäten führen“. Das Oberzentrum profitiere,  Karlsruhe sichere der attraktive Lebensmittelpunkt die Zukunft. Unter dem fertig gestellten Haltestellendeckel erwartet die Baustellen-Besucher eine große „Halle“, an einer Wandseite lässt eine Projektion die Haltestellen-Vision lebendig werden. Weiter hinten, wo später die Tunnelbohrmaschine eingesetzt wird, gibt das Ankerbohrgerät hallende Baugeräusche von sich.

Rund 18 Meter tief steht die Grube im Grundwasser, da „lastet ein enormer Wasserdruck auf den Wänden“, erfahren die Besucher unter anderem von KASIG-Geschäftsführer Uwe Konrath, Peter Dobler, Gesamtprojektleiter der ARGE Stadtbahntunnel, sowie Marko Schimmelpfennig, technischer ARGE-Projektleiter.

Insgesamt 275 vorgespannte Anker mit einer Länge von bis zu 27 Meter leiten in den Schlitzwänden die Kräfte ab. Mehreren kräftigen Säulen, sogenannte Primärstützen, verleihen der „Haltestellen-Schachtel“ zudem während des Aushubs Stabilität. Später, wenn Innenwände und Bodenplatte an Ort und Stelle sind, ist das System statisch, dann haben die Primärstützen ihre Aufgabe erfüllt und können beseitigt werden.

Anschlagfest mit Schutzpatronin

Ende Juni wird Frank Nenninger, technischer KASIG-Projektleiter mit seinem Team nach Schwanau reisen. Dort wartet die komplett aufgebaute Tunnelbohrmaschine (TBM) auf die Abnahme - um dann wieder auseinandergebaut auf die Reise in die Fächerstadt zu gehen. Bis Ende Oktober nimmt die Tunnel-Fabrik unter dem Deckel wieder Gestalt an.

Dann steht die „Anschlagsfeier“ an, ehe der Tunnelbohrer auf seine neunmonatige Reise bis zum Mühlburger Tor aufbricht. Die Heilige Barbara wird zurückbleiben und in einer Nische ihrer Rolle als Schutzpatronin der Bergleute gerecht werden. Sieben bis acht Meter kommt die TBM pro Tag vorwärts. Sie könnte sich auch schneller durch den Untergrund zu fressen und vorgefertigte Tunnelteile zusammenzufügen. Aber das Gerät arbeitet nah an Gebäuden und muss daher aus Sicherheitsgründen langsamer fahren. 

Hilfsbrücke am Ettlinger Tor

Ortswechsel: Oberirdisch müssen sich Karlsruher ab 15. März auf Änderungen am Südabzweig des Kombilösungs-Stadtbahntunnels ein­stellen:  Bis zum 18. April wird für die Straßenbahnen in Ost-West-Richtung (und umgekehrt) eine Hilfsbrücke auf der Kreuzung der Ettlinger Straße mit der Baumeister- und Hermann-Billing-Straße errichtet. In dieser Zeit fahren die Linien 5  und 6 nicht über die Baumeister- und Hermann-Billing-Straße. Die 6 übernimmt im Westen Karlsruhes teilweise den Fahrweg der 5. Die Linie 5 wird komplett eingestellt. In Rintheim fahren wegen der Gleismittenerweiterung derzeit Ersatzbusse (5E). Die Linie 10 - der Bus vom Hauptbahnhof zum Ettlinger Tor und zurück - verkehrt in der ganzen Zeit wie gewohnt. -rie-

 
 

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