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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. März 2014

Prostitution: Runder Tisch zum Straßenstrich

Stadt reagiert auf Klagen aus der Bevölkerung / Bürgermeister Jäger lädt Dienststellen ein

Wie in allen Großstädten wird in Karlsruhe schon immer Prostitution betrieben, bislang aber eher unauffällig in Etablissements oder Wohnungen. Einen ausgeprägten Straßenstrich Abgab es bisher nicht. Diese Situation hat sich seit dem letzten Spätjahr verändert.

„Verstärkt erhielten wir Hinweise darauf, dass auch in der Nähe zu Wohngebieten Straßenprostituierte ihre Dienste anbieten", erklärt Bürgermeister Wolfram Jäger. Seither wird die Entwicklung der Szene vor Ort beobachtet. „Zwischen dem Ordnungs- und Bürgeramt und dem Polizeipräsidium Karlsruhe besteht ein enger Kontakt. Kontrollen erfolgen durch den Kommunalen Ordnungsdienst praktisch täglich. Wenn es geboten ist, schreiten wir konsequent ein, doch sind uns vielfach die Hände gebunden. Prostitution, auch die Straßenprostitution, ist nicht verboten", erklärt der Leiter des Ordnungs- und Bürgeramts, Björn Weiße.

Ein Einschreiten, etwa mit Platzverweisen, erfolge, wenn eine Gefährdung des Jugendschutzes oder des Straßenverkehrs nicht ausgeschlossen werden könne. Zudem werde zu freizügiges Auftreten ebenso unterbunden wie das aktive Ansprechen anderer Personen.

„In den meisten Stadtteilen gibt es keinen Straßenstrich - vor allem im östlichen Stadtgebiet und in Durlach ist aus Sicht der Bevölkerung aber ein echtes Problem entstanden", erläutert Bürgermeister Wolfram Jäger. Geschätzte 25 Frauen bieten, derzeit zeitgleich ihre Dienste an. Auffällig sei, dass die meisten Damen aus osteuropäischen Ländern stammen, was einen Zusammenhang mit der EU-Osterweiterung nahelege.

„Die Stadt will nicht tatenlos abwarten und damit vielleicht eine Situation entstehen lassen, die nur noch schwer oder gar nicht mehr lenkbar ist. Ich habe daher für Ende März alle betroffenen Dienststellen der Stadtverwaltung zu einem Gespräch eingeladen", informiert Jäger über das weitere Vorgehen. Dabei werde festgelegt, wie und mit welchen Schwerpunkten sich die Stadt dem Thema annehme. Folgen soll auf jeden Fall eine intensive Beschäftigung mit dem Thema „Prostitution in Karlsruhe".

„Welche Lösungsansätze letztendlich für Karlsruhe richtig sind, wird sicherlich auch mit Beteiligung der politischen Gremien entschieden werden müssen", so Jäger. Bis dahin werden die bekannten Bereiche durch den Kommunalen Ordnungsdienst kontrolliert. - red-

 
 

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