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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. März 2014

Woche der Brüderlichkeit: Forderung nach Herrmann-Levy-Platz

ERÖFFNETEN WOCHE DER BRÜDERLICHKEIT: Intendant Spuhler (2. von rechts) und OB Dr. Mentrup (2. von links). Foto: Fränkle

ERÖFFNETEN WOCHE DER BRÜDERLICHKEIT: Intendant Spuhler (2. von rechts) und OB Dr. Mentrup (2. von links). Foto: Fränkle

 

Intendant Peter Spuhler eröffnete Karlsruher Woche der Brüderlichkeit / Montag 17. März Synagogenführung

Der Platz vor dem Staatstheater sollte Hermann-Levy-Platz heißen. Der Generalintendant des Badischen Staatstheaters, Peter Spuhler, formulierte seine Idee am Sonntagabend einmal mehr. Er war Festredner bei der Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit im Rathaus.

Spuhler schlug die Uraufführung eines Stückes des Staatstheaters zum 300. Stadtgeburtstag im kommenden Frühjahr als Termin vor. Dann könnten weitere Stolpersteine für Ensemblemitglieder verlegt werden, die von den Nationalsozialisten umgebracht wurden.

Der Intendant ging das Thema der diesjährigen Woche der Brüderlichkeit - Freiheit-Vielfalt-Europa - aus Sicht des Theatermachers an und gab die Parole aus, Theater müssen politisch sein, den gesellschaftlichen Diskurs pflegen und auch immer mal anecken. So versteht er den Gedanken der Brüderlichkeit.

Er erinnerte daran, dass Theater nur von Vielfalt leben könne, auch von gedanklicher und nationaler Vielfalt. Immerhin arbeiten am Badischen Staatstheater Menschen aus mehr als 40 Nationen. 1933 waren die Theater die ersten Institutionen die „entjudet“ waren.

Spuhler erzählte von Erfahrungen, die er, Schauspieldirektor Jan Linders und Mitglieder des Ensembles vor fünf Jahren in Israel gemacht hätten, wo sie im Rahmen eines Projektes der Deutschen Kulturstiftung mit israelischen und palästinensischen Künstlern zusammengearbeitet hatten.

Dabei haben sie mehrere unterschiedliche Stücke erarbeitet, die in Israel und in Deutschland aufgeführt wurden, hier unter anderem von einer palästinensischen Theatergruppe aus einem Ort, der dafür bekannt ist, in der zweiten Intifada viele Kämpfer gestellt zu haben. Auch jetzt laufen politisch provozierende Stücke.

Eröffnet hat die Veranstaltung Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, indem er ebenfalls eine Geschichte erzählte, die Geschichte eines Rabbiners, der im vergangenen Jahr in Offenbach angepöbelt und attackiert worden war. Er habe das getan, was ihm vielleicht am schwersten gefallen sei: Er ging auf die jungen Leute zu und suchte das Gespräch.

„Es war gut“, habe der Geistliche gesagt. „Wir haben uns kennen gelernt.“. Mentrup wünschte allen Besuchern der Woche der Brüderlichkeit in diesem Sinne anregende und interessante Stunden und dankte der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit für ihr alljährliches Engagement. Als letzte Veranstaltung steht am Montag um 19 Uhr eine Führung durch die Synagoge auf dem Programm. -erg-

 
 

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