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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. März 2014

Stadtbauforum: Die Grundidee bleibt

 

Gestaltung Marktplatz und Kaiserstraße

Vor vier Jahren haben Landschaftsarchitektin Rita Mettler und ihr Team den Wettbewerb zur Neugestaltung von Kaiserstraße und Marktplatz gewonnen. Was aus der Idee geworden ist, mit Belägen, Möblierung, Stadtgrün sowie Illumination Kaiserstraße und Marktplatz zu verbinden unter Herausarbeitung der Fächerstrahlen war Thema beim jüngsten Stadtbauforum.

„Mit gedämpfter Geschwindigkeit arbeiten wir an der Umsetzung“, so Stadtplanungsamtsleiterin Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner - schließlich muss die Kombilösung den Stadtraum erst wieder freigeben. Zeit, die genutzt wird, einiges auszutesten. Mit der Optik noch nicht zufrieden ist man etwa bei den Belags-Testflächen. Auch die Test-Bank in der Kaiserstraße (späterer Standort ist auf dem Marktplatz) überzeugt noch nicht in Gänze.

Die Entwurfsplanung für den Europaplatz weist den Infopavillon nicht mehr auf. Der Platz sei, so Mettler, wieder offener geworden. Schmaler wurde auf dem Marktplatz das Zierband, auf dem Berliner Platz  haben Untergrund, Technik und andere Zwangspunkte zu „lockeren Baumstandorten“ geführt, der Plattenbelag endet, Stand heute, in der Kaiserstraße, Höhe Fritz-Erler-Straße. Mehrere Besucher des Stadtbauforums mahnten an, die östliche Kaiserstraße nicht zu vergessen. Keinen Einfluss hat Mettler auf die Ausformung der Haltestellen-Zugänge, die ein Redner als „wuchtige Eingangs-Schachteln“ bezeichnete. Sie gehören zur Gestaltungssprache der unterirdischen Haltestellen und stammen aus dem eigenen Wettbewerb hierfür, informierte Dezernent Michael Obert.

Die Auseinandersetzung mit dem Stadtbild hatte eingangs Dr. Gerhard Kabierske vom Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau am KIT mit kritischem Diskurs angeregt. Der Marktplatz sei ein bedeutendes Erbe Weinbrenners - und nicht frei von Widersprüchen. Mit Blick auf „einige städtebauliche Sünden“ aus jüngerer Zeit meinte er,  das Mettler-Konzept sei gut, müsse aber umgesetzt werden. Auch wenn oft die „Tücke des Details zuschlage“, so Karmann-Woessner, wenn es an die Realisierung geht:  An der Grundidee werde festgehalten. Er sehe durchaus noch die Intention der Wettbewerbsarbeit, betonte der damalige Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Franz Resch. Gewonnen habe etwa der Berliner Platz mit seinen nun locker verteilten Baumstandorten und Campus-Orientierung. Auch die übrigen Baumstandorte wurden präzisiert. Die Überlegung, mit der Gleditschie auf eine einheitliche Baumart in gleichem Alter zu setzen, stieß im Publikum auf Skepsis. Sie sei für Baum-Gruppen nicht geeignet - und überhaupt sollte man Bäume nicht ohne triftigen Grund fällen.

Nach wie vor seien für die „visuelle Qualität des Nachtraums“ Seilspannleuchten in der Kaiserstraße vorgesehen, erläuterte Lichtplaner Manfred Draxl (conceptlicht at). Auch wenn etwa Abstände den Realitäten anzupassen seien, lohnen sie sich doch auch mit Blick auf die Reduzierung von Einbauten. Da bei der Kleinen Kirche derzeit Fassadenarbeiten durchgeführt werden, sicherte Draxl zu, die Beleuchtung parallel zu betrachten. Als Anregung für die weitere Planung nahm Mettler den Wunsch mit, die Konturen der Konkordienkirche in der Belagsstruktur aufzugreifen. Infos: www.karlsruhe.de/bauen (über Städtebauliche Projekte, Wettbewerbe). -rie-

 
 

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