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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. März 2014

Europäische Kulturtage: Aus der Sicht von Kunst und Kultur

3sp. Bildtext IN DER AUSSTELLUNG „Krieg-Gewalt-Verletzlichkeit“ in der Städtischen Galerie wird das Bild von Henri Farré „Französischer Fliegerangriff auf Karlsruhe 22.6.1916“ gezeigt.  Foto: Städtische Galerie

3sp. Bildtext IN DER AUSSTELLUNG „Krieg-Gewalt-Verletzlichkeit“ in der Städtischen Galerie wird das Bild von Henri Farré „Französischer Fliegerangriff auf Karlsruhe 22.6.1916“ gezeigt. Foto: Städtische Galerie

 

„Nachdenken“ über den Ersten Weltkrieg / 7. bis 25. Mai Europäische Kulturtage

Landauf landab ist der vor 100 Jahren ausgebrochene Erste Weltkrieg derzeit das mediale Jubiläumsereignis. Bedarf es da eines eigenen lokalen Festivals?

Ja, meinte Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche bei der Programmvorstellung der 22. Europäischen Kulturtage (EKT) und begründete das Thema für das Karlsruher Festival mit drei Beispielen: Karlsruhe sei eines der ersten Ziele für Luftangriffe gewesen, die mit neuen Techniken auch die Zivilbevölkerung, zum Beispiel ein vollbesetztes Zirkuszelt trafen.

Wie die Kulturtage mit dem Ziel antreten, für Frieden zu werben: Karlsruhe in unmittelbarer Nähe der „Menschenrechtsstadt“ Strasbourg sei auch Sitz von friedensstiftenden Einrichtungen wie der Bundesanwaltschaft und dem Bundesverfassungsgericht. Dass Karlsruhe mit dem ehemaligen Erzfeind Frankreich und dessen Menschen im Elsass heute in Freundschaft verbunden ist, sei ein weiterer Grund. Außerdem wolle die Stadt zusammen mit dem Badischen Staatstheater mit „Sichtweisen von Kunst und Kultur aus dem Krieg der Begriffe wieder einen Krieg der Geschichten“ machen.

Von „Kulturtagen des Nachdenkens“ sprach Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. Dabei würden die Akteure von 100 Veranstaltungen des Festivals „2014 - 1914 / Frieden und Krieg“ vom 7. bis 25. Mai Landesgrenzen überschreiten.

Wie ein zum Feiern ungeeignetes Thema zu schultern sei, habe zunächst Rätsel aufgegeben, räumte Frank Mentrup ein. Beim Nachdenken drängte sich dann das Leitmotiv „Nachdenken“ geradezu auf. Zum Beispiel über die Folgen der technischen Entwicklungen, die unter anderem von Karlsruhe ausgingen: An der Technischen Hochschule lehrte Fritz Haber, der später in Berlin das Chlorgas als Giftgas waffentauglich machte. Nachdenken auch über die deutsch-französische Freundschaft, die sich entwickeln durfte.

Als Repräsentant aus dem Elsass teilte Kulturamtsleiter Yves Aubert  aus Strasbourg mit, dass sich seine Stadt nicht mehr scheue, an ihre deutsche Vergangenheit anzuknüpfen. So arbeite Strasbourg mit der UNESCO daran, dass die 1918 von Deutschen errichtete Neustadt an der Ill ins Weltkulturerbe aufgenommen wird. Das archäologische Museum zeige zudem eine Ausstellung mit Forschungsarbeiten über Schützengräben und Befestigungsanlagen aus der Zeit des Krieges.

Für das Badische Staatstheater stellte Generalintendant Peter Spuhler das visionäre Theaterstück „Gas I & II“ vor und warb für die Uraufführung „100 Dokumente“, einem 24-Stunden Geschichtsmarathon als Langzeit-Performance Karlsruher Bürger. Eine zentrale Veranstaltung im städtischen Programmteil ist die stadthistorische Doppelausstellung „Der Krieg daheim. Karlsruhe 1914 - 1918“ im Prinz-Max-Palais und in der Karlsburg.

Eröffnet werden die Europäischen Kulturtage am 7. Mai um 19 Uhr im Staatstheater mit Ausschnitten aus dem Festivalprogramm. Das Programmbuch ist in allen beteiligten Kultureinrichtungen sowie in Rathäusern und Ortsverwaltungen erhältlich.-Lä-

 
 

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