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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. März 2014

Umwelt: Regeln für Kanufahren im Stadtkreis

Auf der Pfinz dürfen Kanufahrerinnen und Kanufahrer unter anderem  nur unter der Bogenbrücke und nur ab einem Pegelstand ab 50 Zentimetern paddeln. 	Foto: Bastian

Auf der Pfinz dürfen Kanufahrerinnen und Kanufahrer unter anderem nur unter der Bogenbrücke und nur ab einem Pegelstand ab 50 Zentimetern paddeln. Foto: Bastian

 

Verleiher und Vereine schlossen mit Stadt und Regierungspräsidium Vereinbarung

Eine Vereinbarung mit Regeln für das naturverträgliche Kanufahren auf den Gewässern im Stadtkreis (Alb, Pfinz, Federbach und Altrhein) schlossen die kommerziellen Verleiher von Kanus und die Rappenwörter Vereine kürzlich mit Regierungspräsidium und Stadt.

Die freiwillige Selbstverpflichtung beinhaltet, dass die Alb zwischen der Gemarkungsgrenze zu Ettlingen und der Brücke der B 10 beim Betriebshof nur dann von Leihkanus befahren wird, wenn der Pegel Ettlingen 50 Zentimeter Wassertiefe ausweist. So können sich die Larven der Neunaugen, einer Fischart, und der Grünen Keiljungfer, einer Libellenart, im Kiesbett entwickeln. Für den Altrhein Rappenwört gilt künftig, dass die Verleiher nur geführte Touren in bestimmten Kontingenten anbieten und die Vereine lediglich an geübte Fahrer und Mitglieder Kanus verleihen. Dadurch soll erreicht werden, dass der Eisvogel wieder genügend Ruhe findet, um zu brüten. 

Für die Pfinz wurde vereinbart, dass nur unterhalb der Bogenbrücke und bei einem Pegelstand ab 50 Zentimetern, gemessen an der Steinernen Brücke, gefahren werden darf. Vom 1. Oktober  bis 15. Juni sind dort  nur Einzelfahrer, keine Gruppen zugelassen.  Das Befahren des Pfinzentlastungskanals ist ganzjährig verboten.  Federbach und alten Federbach nutzen kommerzielle Verleiher nicht. Mitglieder der Kanuvereine beschränken  sich auf Einzelfahrten. Das ermöglicht  dem seltenen Zwergtaucher die nötige Ruhe zur Brut und zur Mauser. Damit haben Verleiher und Vereine fachlich begründeten und strengen Einschränkungen zugestimmt. Freiwillig verzichten sie zu Gunsten der Natur auf rechtlich - im Rahmen des Gemeingebrauchs der Gewässer - gegebene Fahrmöglichkeiten. Regierungspräsidentin Nicolette Kressl und Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, die beide die Vereinbarung mitunterzeichneten, zeigten sich über dieses Verhandlungsergebnis sehr zufrieden. Die Auswirkungen der Vereinbarung beobachten die Naturschutzbehörden. Entsprechend dieser Ergebnisse wird die Vereinbarung nach zwei Jahren evaluiert und gegebenenfalls nachjustiert. -red-

 
 

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