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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. April 2014

Geschichte: Stele für 14 Ermordete

BLUMEN VON EUROPASCHÜLERN für die Widerstandskämpfer. Foto: Müller-Gmelin

BLUMEN VON EUROPASCHÜLERN für die Widerstandskämpfer. Foto: Müller-Gmelin

 

Vor 70 Jahren erschoss die Wehrmacht Widerstandskämpfer

Ein Erschießungskommando der Wehrmacht hat am 1. April 1944 auf einem Schießplatz im Hardtwald zwölf französische und zwei belgische Mitglieder der französischen Widerstandsorganisation "Réseau Alliance" hingerichtet. Damit begann eine Mordaktion, der in Deutschland und Frankreich mehr als 400 der über 3.000 Mitglieder zum Opfer gefallen sind.

Seit Dienstag, 70 Jahre nach der Erschießung der 14, erinnert eine Stele mit Kurzbiografien und teilweise Fotos der Ermordeten an die Opfer. Sie steht an der Kreuzung Theodor-Heuss-Allee / Breslauer Straße. Gegenüber war der Schießplatz der Wehrmacht, auf dem die Widerstandskämpfer getötet worden waren.

Bewegte Worte für die Opfer fanden OB Dr. Frank Mentrup, Mireille Hincker von der Organisation „Souvenir français“, die an für Frankreich Gestorbene erinnert, sowie Patricia Malbosc, Enkelin eines der Opfer. Louis Malbosc war ein engagierter Lehrer, der seine Schüler im Sinne von Demokratie und Toleranz erzog, Dem Vichy-Regime, das nach dem deutschen Einmarsch in Frankreich den unbesetzten Teil regierte, war er ein Dorn im Auge und entließ ihn. Er übernahm eine wichtige Rolle bei „Réseau Alliance“ in Südfrankreich, wo er 1943 verhaftet wurde. Sein Todesurteil und das der 13 anderen Geehrten fiel am 30. März 1944 vor dem Reichsmilitärgericht, das in Freiburg tagte. Gerade einmal zwei Tage später wurden sie alle getötet.

Die beiden pensionierten Lehrer Brigitte und Gerhard Brändle haben die Geschichte von „Réseau Alliance“ in Deutschland erforscht und dafür gesorgt, dass Angehörige am Dienstag Zeugen der Enthüllung wurden. Dafür dankten ihnen alle Redner ausdrücklich. -erg-

 
 

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