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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. April 2014

Girl`s Day & Boy`s Day: Aktionen gegen den Mainstream bei städtischen Dienststellen

AUTO REPARIEREN: Beim AfA bekamen Mädchen am Girl`s Day Einblick in den Beruf des KfZ-Mechatronikers. Foto: Anderer

AUTO REPARIEREN: Beim AfA bekamen Mädchen am Girl`s Day Einblick in den Beruf des KfZ-Mechatronikers. Foto: Anderer

 

Unterschiedliche Resonanz auf Angebote / Interessierte Jungens im Schülerhort

Am Girl`s Day & Boy`s Day konnten sich Mädchen und Jungen auch bei Dienstellen der Stadtverwaltung über bisher für sie jeweils untypische Berufsfelder informieren. Die Resonanz auf die vielfältigen Angebote war recht unterschiedlich.

Beim Amt für Abfallwirtschaft etwa gaben sich Tobias Heil und Auszubildender Dennis Schmieder alle erdenkliche Mühe, 15- und 16-jährigen Mädchen den Beruf des KfZ-Mechatronikers näher zu bringen. Die Mädchen durften auch selbst mit anpacken. „Wir werden heute sehen, wie ein Motor aufgebaut ist und funktioniert, Zündkerzen wechseln und auch Reifen wechseln. Das machen wir zusammen einmal ganz normal und einmal wie in der Formel 1 mit einem Schlagschrauber“, erklärte der 25-jährige Heil. Stieß damit allerdings auf wenig Gegenliebe. Auf seine Aufforderung: „Wenn Ihr Fragen habt, immer her damit!“, kam nach und nach zögerlich: „Wieviel verdient man in dem Beruf? Muss man Englisch können? Welchen Schulabschluss braucht man?“

Begeisterter zeigten sich die Jungs, die die Möglichkeit wahrnahmen, sich den Beruf des Erziehers im städtischen Schülerhort Rhode-Island-Allee anzuschauen. „Sie sind interessiert und stellen Fragen“, berichtete Erzieher Uwe Kutterer. „Als Familien ergänzende Einrichtung ist es wichtig, dass die Kinder auch einen männlichen Erzieher als Vorbild haben“, so die Leiterin des Horts, Sabine Koch. Zwei Erzieher und zwei männliche Praktikanten gehören zum 15-köpfigen Team.

Beim Boys’ Day schnupperten die Schüler Oliver und Dominik in den Beruf. „Ich wollte mal einen nicht typischen Männerberuf kennen lernen. Deshalb habe ich mich im Hort beworben“, erklärt der zwölfjährige Dominik. „Es macht Spaß und ich kann mir vorstellen, hier auch ein Praktikum zu machen.“ Dass männliche Erzieher immens wichtig sind, erklärten auch die Hort-Kinder Martin, Paul und Filip. „Das ist toll, dass wir hier Männer haben. Die spielen Fußball mit uns.“

Seit 2002 wird jährlich der „Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag“ organisiert. Das entsprechende Pendant bei den Jungs gibt es seit 2010. Während die Mädchen an diesem Tag einen Einblick in technische und naturwissenschaftliche Berufe erhalten sollen, werden den Jungs Berufe in Erziehung, Soziales und Gesundheit näher gebracht.

Ob aus den Teilnehmern Bewerber um Ausbildungsplätze werden, sei nicht klar, berichteten sowohl Koch vom Hort als auch Sven Petersohn, Meister und Zuständiger für Ausbildung und Werkstatt im AfA. Aber man könne nicht-typische Berufe in den Blickpunkt rücken. -mia-

 
 

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