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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. April 2014

Kultur: Andere Töne auf dem "Ball"

 

Mit viel Tanz in den Mai

Im Süden von Deutschland leisten sich nur vier Städte einen Opernball, zählt Generalintendant Peter Spuhler vom Badischen Staatstheater auf: München, Nürnberg, Frankfurt - und Karlsruhe. Jetzt sind es nur noch drei "Opern"bälle.

Zwar treten im Galaprogramm zum Auftakt der Veranstaltung, die am 3. Mai nicht mehr „Opernball“ sondern „Der Ball“ heißt, das Opernensemble des Staatstheaters und Sopranistin Emily Magee auf, das war es dann aber mit Sound und Stimmen aus der Opernwelt. Stattdessen lässt das Programm viel Platz für Tanz in den Mai. Ungeübte und doppelte Rechtsfüßler bittet eine Tanzschule zum „Eintanzen“ und gibt die Richtung vor. Zwei Mitternachtsshows mit Annette Postel und Gunzi Heil sowie Finalteilnehmer Max Giesinger aus dem Popzirkus „Voice of Germany“ sollen für gute Laune sorgen, Flamenco, Schlager und eine Ball-Disco dem Ballpublikum Beine machen.

„Tanzen, tanzen, tanzen“ lässt der Theaterchef neue Töne auf dem Ball erwarten. Er wolle das gesellschaftliche Ereignis für junge Leute öffnen und erfülle Wünsche aus dem Publikum nach mehr Beinfreiheit. Ex-Generalintendant Günther Könemann hatte den „Opernball“ ins Leben gerufenen. Den Schrittwechsel zum „Ball“ begründet Peter Spuhler unter anderem so: „Erbe bewahren heißt besser machen“.

Endgültig passé sei die Zuordnung des Balls als Schlussakkord zu Inhalten der Europäischen Kulturtage Karlsruhe. Die Festivals waren in der Vergangenheit mit Themen wie „Budapest“, „Rom“ oder „Moskau“ musikalische Türöffner für fulminante Auftritte auf der Opernbühne. Die inhaltliche Neuorientierung bei den Kulturtagen, die zuletzt Wolfgang Rihm feierten und jetzt den Ersten Weltkrieg thematisieren, dürfte wohl auch in Zukunft kaum für bunte Opern-Partys taugen. Also: Salsa, Flamenco, Bobby Solo und Reinerio Ruiz anstelle stimmgewaltiger Klangfolgen von Verdi & Co. Außerdem darf viel gelacht werden. Zum Beispiel im Kleinen Haus mit dem Comedy-Trio „Geschwister Pfister“. Witzig, bissig und ein bisschen provokant macht sich das schrille Dreigestirn aus Berlin mit wunderbaren alten Schlagern auf eine Reise in die 50er Jahre.

Karten zum „Ball“ von 79 bis 230 Euro unter Rufnummer 0721/3557 325, ballbuero@statstheater.karlsruhe.de  Ab 23 Uhr kosten Late Night Tickets ab 29 Euro. -Lä-

 
 

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