Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. April 2014

Gemeinderat: Barrieren im Check

EIN NEUER FAHRSTUHL am Hauptfriedhof gestattet behinderten Menschen seit August vergangenen Jahres den barrierefreien Zugang zur Trauerhalle. Foto: Bastian

EIN NEUER FAHRSTUHL am Hauptfriedhof gestattet behinderten Menschen seit August vergangenen Jahres den barrierefreien Zugang zur Trauerhalle. Foto: Bastian

 

Jahresbericht 2013 / Lob für Behindertenbeirat

Vier Sitzungen des Gremiums, dazu Arbeitsgruppen zu Spezialthemen, Beteiligung an den Sitzungen der Fachausschüsse etwa für Planung, Soziales oder Jugend und weitere Lobbyarbeit - der ehrenamtliche städtische Behindertenbeirat hatte im vergangenen Jahr alle Hände voll zu tun. Und das zeigt sich auch in seiner schriftlichen Bilanz, für die der Gemeinderat am Dienstag voll des Lobes war.

Das große Thema: Barrierefreiheit und die baulichen Voraussetzungen für deren Realisierung in öffentlichen Gebäuden und Straßenräumen. Genauer betrachtet wurden beispielsweise Schulen, die Tierhäuser des Zoologischen Stadtgartens sowie der öffentliche Nahverkehr. Mit Erfolg.

Den Zugang zu den Eisbären sichert Rolli-Fahrern nun eine Rampe, im Dickhäuserhaus öffnet sich die Schiebtür von alleine und in sechs Schulen wurden Akustikdecken für besseres Hören eingezogen. Und in den neuen Zwei-Wege-System-Straßenbahnen gibt es Kopf- und Nackenstützen, Drücker und Notknöpfe in Rollstuhlhöhe und breite Markierungsstreifen in Kontrastfarben für Sehbehinderte.

Weniger als „Vermächtnis“, eher als „Übergabeprotokoll“ des alten Beirats um Vorsitzende Stefanie Ritzmann an das Nachfolgegremium um Peter Stopp sah Bürgermeister Dr. Martin Lenz den Rückblick.

„Wir werden Sie weiter unterstützen“ versprach CDU-Stadträtin Christa Köhler. GRÜNE-Stadträtin Dr. Dorothea Polle-Holl dankte für „Akribie, Genauigkeit und Beständigkeit“ der Arbeit. Um den Beirat werde Karlsruhe andernorts beneidet. Die Interessenvertretung  sei „mustergültig“, sie verfolge ihre Ziele „freundlich, hartnäckig und konsequent“, betonte SPD-Stadträtin Ute Müllerschön. „Erbärmlich“ fand sie, dass es im gesamten Stadtgebiet nur ein WC für behinderte Menschen gebe. Daran müsse bis zum Stadtgeburtstag gearbeitet werden. Zwar seien 24 Toiletten geplant, aber deren Realisierung hänge ab vom Zeitplan des „immensen Stadtumbaus“.

Heinz Golombeck (FDP) attestierte dem Beirat er zeige Mängel offen auf und stelle seine Sichtweise klar dar. Die Stadt habe versprochen, den Neustart einer Datenbank barrierefreier Gebäude zu unterstützen, „nehmen Sie sie beim Wort“ riet KAL-Sprecherin Margot Döring. Sabine Zürn (Die Linke) fand es sei Zeit für „andere Verbindlichkeiten in der Zusammenarbeit“. Es sollte definierte Jahresziele geben, die überprüft würden. Außerdem schlug sie vor, „festgefahrene Debatten wieder neu zu führen“. -maf-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe