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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. April 2014

Kultur: Provokativ mit neuen Gesichtern

 

Stücke der neuen Spielzeit im Badischen Staatstheater

Das Motto „Von Träumen und Leidenschaften“ für die Spielzeit 2014/15 am Badischen Staatstheater mag ja schwärmerisch entrückt daher kommen, will aber den Anspruch auf gesellschaftliche Realitäten in einem politischen Theater formulieren.

Soll Theater herausfordernd und provokativ sein, dann beinhalte das auch, stets andere Gesichter zu zeigen und neue Handschriften vorzustellen, schlussfolgerte Generalintendant Peter Spuhler. Für die kommende Saison hat der Theaterleiter 14 Kollegen verpflichtet, die zum ersten Mal an der Baumeisterstraße arbeiten. Als ein alter Bekannter in Karlsruhe stand auf Spuhlers Wunschliste Jannek Petri, der nach acht Jahren in das Schauspielensemble des Staatstheaters zurückkehrt.

Keine neue Richard Strauss-Produktion wird es zum 150. Geburtstag des Komponisten in Karlsruhe geben. Stattdessen kehrt der „Rosenkavalier“ zurück und die Staatsbühne gedenkt mit der ersten deutschen Aufführung von „Verlobung im Traum“ Hans Krása, einem im KZ ermordeten Zeitgenossen von Strauss. Als „politische Oper“ über eine Studentenrevolte in München“ kommt die Wiederentdeckung von Jacques Offenbachs „Fantasio“ auf den Spielplan. 1872 wurde die Komische Oper in Paris uraufgeführt und zuletzt 1927 in einem deutschen Theater gesungen.

13 zeitgenössische Werke, darunter sechs Uraufführungen, sieht der Plan für das Schauspiel vor. Um Hermann Hesses philosophischen Roman „Das Glasperlenspiel“ zu spielen, wird das Kleine Haus in ein Denkkloster umgebaut. In dem NASA-Projekt „Ich bereue nichts“ folgt das Team von „Rechtsmaterial“ diesmal Edward Snowden in einen Alptraum der totalen Überwachung. Dem brennend aktuellen Thema Demenz widmet sich das Theater in dem Schauspiel „Du sollst den Wald nicht vor dem Hasen loben“.

Mit zwei Besonderheiten macht das Staatsballett auf sich aufmerksam: Alle Aufführungsrechte für die Ballettkomödie „Der  Widerspenstigen Zähmung“ hat Ballettchefin Birgit Keil für deren Zeit am Badischen Staatstheater vom Nachlassverwalter des Stuttgarter Ballettgründers John Crenko geschenkt bekommen. Für eine Uraufführung zum Stadtjubiläum arbeitet außerdem die Künstlerin rosalie derzeit an einem  abendfüllenden Handlungsballett nach Kafkas „Der Prozess“.

Im Jungen Staatstheater wird Leiterin Ulrike Stöck nach „Border“ eine deutsche Erstaufführung der Jugendoper „Knight Crew“ inszenieren. Mit Henning Mankells „Der gewissenlose Mörder Hasse Karlsson enthüllt die entsetzliche Wahrheit, wie die Frau über der Eisenbahnbrücke zu Tode gekommen ist“, sehen Kinder ab 12 Jahren erstmals einen Krimi in der „Insel“. -Lä-

 
 

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